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Gewehre mit Zylinderverschluss oder Halbautomat


mühleberg
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Es ist erstaunlich in der heutigen Zeit gibt es soviele halbautomatische Gewehre und Flinten und trotzdem sind vorallem Gewehre mit Kammerverschluss auch Zylinderverschluss genannt immer noch nach wie vor so beliebt und werden auch heutezutags in grossen Massen hergestellt. Eigentlich erstaunlich, da man ja meinen könnte der Halbautomat sei das bessere und moderne, weil auch schnellere System.

Erstaunt mich auch immer wieder das bei vielen Polizei und Militäreinheiten Scharfschützengewehre benützt bsp. Steyr SSG 69

mit Zylindeverschluss, obwohl solche Gewehre mit diesem Verschlusssystem ja eigentlich eine niedrige Feuer und Ladegeschwindigkeit haben als Halbautomaten. Selbst die Schweizer Armee aus guten Quellen wie ich mich informierte führt für ihre Scharfschützen bzw. deren Ausbildung demnächst das Sako TRG 41 im Kaliber 338 Lapua Magnum in grösseren Mengen an. Auch wieder ein Gewehr mit traditionellem Zylinderverschluss oder auch Kammerverschluss genannt. Ebenso gibt es viele Jäger die schätzen Gewehre mit Zylinderverschluss. Wieso ist dies so? Hat es einen psychologischen Effekt, da man dort noch von Hand die Ladebewegung machen muss? Traut man dem halbautomatischen Gewehr zuwenig Zuverlässigkeit zu, wenn es einmal Ernst auf Ernst kommen sollte?

Man hört von professionellen Scharfschützen, dass sie sich irgendwie "sicherer" fühlen mit einem Scharfschüztzengewehr traditioneller Verschlsusbauweise-also Repetiersystem von Hand. Anscheinend sei man auch präziser beim Schuss hiess es oftmals. Beim Halbautomat kommt ja noch hinzu, dass beim Schuss die Hülse rausfliegt und wenn es dumm kommt, den Schützen irritieren kann, besonders dann wenn sie einem Richtung Gesicht fliegt. Beim Zylinderverschluss hat man ja dieses Problem nicht, da man erst nach dem Schuss die Hülse auszieht manuell.

Es gibt da aber noch einen weiteren Punkt denn ich stark vermute. Bei Kalibern bzw Patronen mit hohen Gasdrücken und/oder auch sehr kräftigen Kalibern ist ein Gewehr mit Zylinderverschluss besser geeignet als ein Halbautomat. Beim Halbautomaten müsste dein solches Gewehr Aufgrund der hohen Gasdrücke die entstehen können entsprechend schwer und robust, besonders im Bereich des Verschlussgehäuses gebaut sein. Beim Zylinderverschluss entfällt aber grossenteils dies, da man dort das Gewehr für den Schützen schlank bauen kann und mit einem entsprechend stark gefertigtem Zylinderverschlsus aus robusten Materialen ides entgegenwirken kann. Dies jedenfalls ist meine vermutung die hoffentlich logisch, plausibel und einigermassen nachvollziehbar klingt in euren Ohren liebe GB-User.

Eines muss ich sagen, es ist auch dieses besondere Gefühl so einen Kammerstengel beim Vershcluss zu repetieren und vorzuschieben. Bei meinem Geradezugrepetierer K31 entseht dabei immer dieses jene typische Geräusch was diese Waffe so unverwechselbar im Klang für mich macht. Vielleicht gefällt dies auch vielen Schützen, dieses doch angenehme Geräusch beim Kammerstengel von Gewehrem mit Kammerverschluss hin und her bewegen zu können nach der Schussabgabe oder beim Laden jeweils den Kammerstengel zu betätigen. So jetzt sind eure Meinungen gefragt. Wie haltet es ihr? Habt ihr lieber halbautomatische Gewehre oder die klassischen Gewehre mit Zylinderverschlüssen? Wo seht ihr die Vor und Nachteile der beiden Systeme? Welches System hat Zukunft welches evt. nicht, oder werden beide Systeme parallel zueinander in Symbiose quasi sozusagen miteinander friedlich in Zukunft weiter existieren? Was haltet ihr allgemein zu dieser doch sehr spannenden Thematik?

P.S: Freue mich auf eine ausgesprochen spannede Diskussion darüber! :!:

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Du musst erst einmal den Praezisionsschuetzen der Polizei vom militaerischen Schafschuetzen trennen.

Zwei sehr unterschiedliche Dinge die allerdings wiederum aufs Gleiche zuruecklaufen, wenn es um die Waffe geht.

Der polizeiliche Praezisionsschuetze hat eh nur einen Schuss, dann muss die Situation "geklaert" sein.

Der militaerische Scharfschuetze macht nicht mehr als 1-2 Schuesse, dann wechselt er die Position.

Insofern ist ein Repetierer aussreichend und Selbstlader sind nun einmal generell nicht so gut wie Repetierer.

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Halbautomat oder Repetierer, mal von der gesetzlichen Seite abgesehen haben beide Vor- oder auch Nachteile.

Bei der Präzision wird meistens der Repetierer leicht die Nase vorne haben, allerdings nicht immer. Die Zuverlässigkeit kann man auch als höher ansehen und er ist robuster bei häufig noch geringerem Gewicht.

So um und nach dem zweiten Weltkrieg ging auch für Scharfschützen die Entwicklung hin zum Halbautomaten. Gewehre wie das sehr gute M21, das H&K PSG, Dragunov und sonstige Waffen, besonders von H&K waren beliebt, aber auch tückenhaft.

Das M21 und das H&K PSG brachten tatsächlich sehr gute Präzision, waren aber auch recht anspruchvoll. Das erstere litt unter höherem Präzisionsverschleiß, das zweite unter einem extremen Gewicht mit weit fliegenden Hülsen. Der Wartungsaufwand war aber für alle diese Gewehre recht hoch. Die folge: Viele Armeen sind auf Repetierer umgestiegen und haben den Halbautomaten stark verdrängt.

In den letzten Jahren sieht man wieder eine Teilrückbesinnung. Die US Armee hat das SPR in 223 als leichtes Scharfschützengewehr eingeführt. Heute kommen wieder einige M14 mit Optik dazu und einige Verbände führten irgendwelche Versionen des AR10Â’s als Präzisionsgewehr ein. Besonders die AR10 Versionen bringen häufig eine Präzision, die vielen Repetierern nicht oder kaum nachsteht, dabei aber noch relativ leicht und kompakt sind. Leider bleiben auch sie etwas anfälliger und der Wartungsaufwand ist auch höher. Bei Kalibern wie 308 ist der Vorteil eines gut tragbaren Halbautomaten für den Scharfschützeneinsatz nicht so toll, da der Schütze selbst aufgrund des Rückstoßes nicht als zuverlässiger Beobachter in Frage kommt, weder bei einem gewichtmäßig vernünftig tragbaren Halbautomaten noch bei einem entsprechenden Repetierer. Mündungsbremsen werden wegen gewissen Nachteilen ungern eingesetzt. Bei größeren Kalibern wird der Repetierer immer interessanter.

Meine Prognose:

Der Halbautomat wird militärisch in den nächsten Jahren wieder mehr Boden gewinnen, aber wohl den Repetierer auch nicht ganz verdrängen. Der Halbautomat kann da besser Punkten wo neue leichtere und rasantere Kaliber dazu kommen. Ich denke, gewisse Kaliber in 6,5 mm werden hier das Rennen machen. Sie können aus relativ leichten Waffen präzise so verschossen werden, dass sie bis 1200 m im Überschall bleiben und auf 600 bis 900 m auch noch eine akzeptable Durchschlagskraft inne haben. Sie lassen aufgrund ihres geringen Rückstoßes auch präzise schnelle zweite Schüsse zu, da der Schütze nicht auf Trefferinformationen des Beobachters angewiesen ist. Im Rahmen der internationalen polizeiähnlichen Einsätze wird es wohl auch bald wieder ein bis zwei Scharfschützen pro Gruppe geben und die brauchen was bewegliches, leichtes, schnelles und präzises für 400 bis 900 m. Das SPR der Amerikaner ist der Anfang.

Gruß

Makalu

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Das mit dem Kaliber hört sich interessant an. Die Schweizer Armee hat ursprünglich in den 80er Jahren mit einem Gewehrkaliber 6,45 mm für die Entwicklung des Stgw 90 herumexperimentiert. Gibt auch Munition und Testwaffen dazu, bevor man sich dann später im verlaufe der Beschaffung und Entwicklung des Stgw 90 auf das Kaliber 223 Remington festlegte.

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