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#DEGunban: Historie des #EUGunban

Um gegen den #DEGunban aus Berlin vorzugehen, sollte man die Historie des #EUGunban aus Brüssel kennen. Alles Wissenswerte dazu habe und werde ich mit diesen beiden Tags auf der Seite der German Rifle Association publizieren, die sich für ein liberales Waffengesetz und die öffentliche Meinung zum privaten Waffenbesitz einsetzt. Ich hoffe, dass wir den #DEGunban in Berlin ebenso entschärfen können wie wir es in Brüssel geschafft haben und bitte alle, die Informationen zu lesen, zu verbreiten und selber zu handeln. Den Tag #DEGunban verwende ich, weil das Bundesministerium des Inneren (BMI) mehr verbieten will als die EU-Feuerwaffenrichtlinie vorschreibt. Das weiß ich so genau, weil ich 12 Monate – auch während meiner Chemobehandlung – gegen den #EUGunban in Brüssel gekämpft hatte – zusammen mit dem Working Team der Firearms United . Wir hatten viel erreicht, insbesondere für die Sammler und Sportschützen – aber auch für die normalen Bürger. Als die EU-Kommission ihren Entwurf zum #EUGunban vorlegte, sollten alle Waffen, die wie „Kriegswaffen“ aussehen, komplett verboten werden. Museen und Sammler hätten ihre Museumsstücke deaktivieren müssen, der Internethandel wäre komplett verboten worden, Schreckschusswaffen wären wie Repetierbüchsen behandelt worden. Bereits fünf Tage nach Veröffentlichung dieser abtrusen Vorschläge hatte ich über die Hintergründe berichtet und zum Widerstand aufgerufen: Gemeinsam gegen den EU Action Plan. Dies konnte ich tun, weil ich vorbereitet war. Der EU Aktionsplan gegen Feuerwaffen ist bereits seit Oktober 2013 Agenda der Europäischen Kommission. Der Entwurf der Waffenrichtlinie lag m.E. bereits 2014 in der Schublade. Man musste nur noch die große Evaluation 2015 abwarten, sich dort die „Rosinen rauspicken“ und dann eine Studie vom Sommer 2016, die mit falsche Daten und Kausalitäten gespickt war, verbreiten. Von daher hatte ich bereits im Sommer 2016 angefangen, Argumente gegen diese Studie zu sammeln. Das war hilfreich im Kampf gegen den EUGunban. EUGunban-Historie Sieg im Ausschuss LIBE (Mai 2016) Wir konnten den Ausschuss LIBE überzeugen, die meisten unsinnigen Restriktionen abzulehnen: Der Vorschlag eines Verbots von modernen Sportwaffen der Kategorie B7 (auch als „Militärwaffen“ bezeichnet) wurde abgelehnt. Der Vorschlag, deaktivierte Waffen und Replikas stark einzuschränken oder gar ihre Lizensierung und Registrierung anzuordnen, wurde abgelehnt. Sammler wurden aus dem Geltungsbereich der Richtlinie ausgenommen. Der Vorschlag, abnehmbare Magazine in ihrer Kapazität zu beschränken und sie somit auf die Liste „wesentlicher Waffenbestandteile“ zu setzen sowie eine EU-weite Waffenregistrierung zu verordnen, wurde abgelehnt. Das gleiche gilt für Schalldämpfer. Der Vorschlag der Sozialisten, eine zusätzliche Steuer auf Schusswaffen und Munition zu erheben, wurde abgelehnt. Wesentliche Waffenbestandteile müssen gekennzeichnet werden, der Vorschlag einer Kennzeichnungsverordnung für Munition wurde jedoch abgelehnt. Die Mitgliedsstaaten dürfen weiterhin ehemalige Militärbestände an Zivilisten verkaufen und unter bestimmten Bedingungen Lizenzen für Militärwaffen und Leichtwaffen der Kategorie A ausstellen. Der Vorschlag zur Verordnung EU-weiter verbindlicher medizinischer Standards und Tests für die Vergabe und Erneuerung von Lizenzen sowie EU-weiter standardmäßiger Ablaufdaten für alle Waffenlizenzen wurde abgelehnt. Personen unter 18 Jahren dürfen für das Jagd- und Sportschießen weiterhin Schusswaffen besitzen und verwenden, allerdings nur unter Aufsicht eines erwachsenen Vormundes, der ebenfalls im Besitz einer Waffenlizenz ist. Während der LIBE forderte, dass die europäische Richtlinie Bezug auf die „verbindliche sichere Lagerung“ nehmen soll, unterliegen die Bedingungen und Normen für besagte „sichere Lagerung“ den einzelnen Mitgliedsstaaten. EU-Mitgliedsstaaten müssen eine gemeinschaftliche Datenbank der lizensierten Waffenbesitzer erstellen. So sehr das auch nach Big Brother klingen mag, könnte hiermit der Weg für eine Waffenlizenzgegenseitigkeit geebnet werden. So geht Politik, wenn man demokratisch und mit Sachverstand an die Sache herangeht – auch gegen den Willen der Ausschussvorsitzenden, einer Grünen aus Schweden. Kompromisse statt Debatte bei IMCO (Juli 2016) Im Laufe der Verhandlungen mit den sieben Schatten-Berichterstattern wurden viele gute Vorschläge gekippt und zugunsten gemeinsamer Kompromisses verwässert, die dann auch von den Sozialisten und Grünen, die beide Restriktionen lieben, akzeptiert wurden. Anstatt – wie im Mai beim Ausschuss LIBE – über jeweils zwei gegensätzliche Vorschläge (Debatte) abzustimmen, wurden viele “faule” Kompromisse erstellt, die ohne statistische Grundlagen zustande kamen, aber mehrheitsfähig waren. Die Abstimmung von IMCO war eine Farce Weder konnten die normalen Ausschussmitglieder rechtzeitig die Kompromisse und Voting-Liste einsehen, noch hatten sie Zeit, diese mit ihren Parteikollegen abzustimmen. Auch fehlten Übersetzungen dieser wichtigen Gesetzestexte in andere Sprachen. Wir wissen, dass nicht alle MEPs Englisch können und wir wissen auch aus der Vergangenheit, dass die Übersetzer, die keine Ahnung vom Waffenrecht haben, schon heftigste Fehler gemacht haben. Weiterlesen hier: #Brüssel: Was geschah bei IMCO? Bereits bei der Interpretation durch Europa-Parlamentarier der CDU konnte man im August 2016 erkennen, dass Deutschland unbedingt ein Magazinverbot haben will und an Sondergenehmigungen kein Interesse hat. Undemokratische Beeinflussung „hinter dem Vorhang“ Nachdem die EU-Feuerwaffenrichtlinie von November 2015 bis Juli 2016 öffentlich im EU Parlament diskutiert wurde, während der Rat, die Kommission und das meinungsgebende Economic and Social Committee unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagten, ging die Verhandlung in den Trilog über, der wieder geheim seine Beratungen vornimmt. Wir hatten im Vorfeld versucht zu verstehen, wie Gesetze zustande kommen. Entweder haben wir die Regeln nicht verstanden oder es wird völlig anders gearbeitet als vorgesehen. Wir gingen davon aus, dass das Parlament (hier der Ausschuss IMCO) in der ersten Lesung seine Standpunkte darlegt, BEVOR der Rat dazu Stellung nimmt. Stattdessen mussten wir erfahren, dass der Rat bereits vorab (am 10. Juni) seine Stellungnahme abgab, und dessen Vorschläge bei IMCO zur Abstimmung nicht nur vorlagen, sondern sogar mehrheitlich akzeptiert wurden: Wir gingen davon aus, dass das gesamte Parlament – nicht nur die 40 MdEPs im Ausschuss – im November als 2. Lesung über die Vorschläge abstimmen. Stattdessen erfahren wir, dass es gar keine 2. Lesung gibt, sondern wir uns sofort im Vermittlungsausschuss (Trilog) befanden Wozu Regeln, wenn sie nicht eingehalten werden? Zuerst wird gegen die REFIT-Regeln verstoßen, die sich die EU auferlegt hat, um die Bürokratie zu verschlanken, indem vorab nicht die Meinung der Stakeholder eingeholt wurde. Dann wurde gegen das Prinzip der Subsidarität verstoßen. Dann wurden die Terroranschläge in Paris missbraucht, um die notwendige Folgeabschätzung nicht zu leisten. Dann wurde die Evaluation vom Dezember 2014 missbraucht, um Änderungen, die dort nicht vorgeschlagen wurden, durchzusetzen. Und nun wird auch noch die Abfolge des “ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens” verändert. Weiterlesen hier: #EUGunban: Wie geht es weiter? Trilog – EK will mehr Verbote (November 2016) Neuer Versuch der Kommission, explizit das Folgende zu verbieten: ALLE entnehmbaren Magazine über 10 Schuss für alle Feuerwaffen Zivile Feuerwaffen der „AR 15 Familie“, auch Derivate + Klone Zivile Feuerwaffen der „AK 47 Familie“, auch Derivate + Klone Strenge Regulierung von Magazinen und Halbautomaten Strengste Auslegung bei Ausnahmegesuchen Sofortige Umsetzung der Verbotsforderungen (noch binnen 2016) Lobbygruppen aktiv in Brüssel (Dezember 2016) Einigung im Trilog mit einem Teilerfolg für die Waffenlobby Geschichte wiederholt sich Aus den anderen EU-Ländern ist bekannt, dass die Innenministerien fast überall über die EU-Waffenrichtlinie hinaussschießen. Manche Referenten sind bereits vom Gesetzgebungsverfahren ausgeschlossen worden. Nach harten Verhandlungen wurde in einigen EU-Staaten der Spielraum der Waffenrichtlinie voll ausgenutzt und national sogar Erleichterungen eingeführt. In den meisten Ländern ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. In mehreren Staaten gab neben den neuen Restriktionen auch nationale Verbesserungen. So werden in immer mehr Ländern Schalldämpfer nicht mehr als wesentliches Teil betrachtet. Auch fielen einige Mengenbeschränkungen und andere nationale Auflagen, da es ja nun einheitliche Mehr-Auflagen für alle EU- und Schengen-Staaten gibt. Ausnahmen bilden Tschechien und Liechtenstein Tschechien hat gegen die Richtlinie geklagt. Die Regierung wird alle Spielräume der Waffenrichtlinie ausnutzen und hofft auf noch mehr Erleichterungen durch die Klage. Eventuell wird schon im Oktober 2019 geurteilt. Liechtenstein hat die Richtlinie fast 1:1 umgesetzt und nichts darüber hinaus – außer einem Verbot für Vorderschaftrepetier. Das Gesetz ist kurz, verständlich und wird zudem noch sehr anschaulich mit Fotos von verbotenen Gegenständen und sehr guten Erklärungen von der Regierung verbreitet. Es ist kaum möglich, aus Unwissenheit dagegen zu verstoßen. Ganz im Gegenteil zum deutschen Waffengesetz, das bereits vor der 3. Änderung niemand verstehen kann. Widerstand lohnt sich! Ich erwarte von den Verbänden und von Euch, dass Ihr genauso stark wie 2015/2016 für eine vernünftige Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie kämpfen werdet. Auch wenn das Kraft kostet. Schaut euch unbedingt die Stellungnahme des VdB an. Dort stehen viele vernünftige Vorschläge – auch für Erleichterungen. Anscheinend ticken wir Händler ähnlich oder wir haben in der Praxis ähnlich schlechte Erfahrungen gemacht: viele meiner Verbesserungsvorschläge sind in dieser Stellungnahme enthalten, wenn auch mit anderen (juristischen) Worten. Ruft eure Vertreter im Bundestag an und vereinbart einen Gesprächstermin während der Bürgerstunde vor Ort. Erklärt dort in vernünftigen Worten, was sich durch den Entwurf für euch ändern würde. Wenn Ihr euch das selber nicht zutraut, dann besorgt euch in eurem Umkreis Leute, die das können. Wer echte, persönliche Kontakte zu MdBs hat oder auch zu Spitzenpolitikern in den Bundesländern oder Parteien hat, der möge mich bitte anschreiben: katja(at)triebel.de Wenn ich mir was wünschen könnte, dann würde ich die gesamte Truppe, die den Gesetzesentwurf des BMI gestaltet hat, feuern. Warum? Weil diese offensichtlich Lügen verbreiten, sowohl was die Folgekosten angeht, als auch wie die EU-Waffenrichtlinie interpretiert wird. Da Wünsche oft nicht in Erfüllung gehen, wäre ich auch damit zufrieden, dass die Referententruppe eine Niederlage erleidet, so wie die EK in Brüssel, die auch nicht wusste, was sie macht.
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Führerscheintest für Senioren?

Seit einigen Wochen „wirbt“ die Presse für Führerscheintest für Senioren. Aktuell wird eine Forsa-Umfrage verteilt, bei der Nichtbetroffene (unter 60 Jahren) sich mit großer Mehrheit (66%) für einen Zwangstest im Alter aussprechen. Auch bei den Lesern des FOCUS sind 40% für eine solchen Test. Schaue ich mir jedoch die Unfallstatistik 2017 an, so würden wir – wenn überhaupt – ein Fahrverbot für 18-24-Jährige benötigen, um die Zahl der Verkehrstoten nochmals zu verringern. Zu beachten ist auch, dass  die absolute Anzahl der im Verkehr Getöteten bereits auf dem tiefsten Stand ist – trotz höchstem PKW-Bestand. Mit 21% Bevölkerungsanteil sind Senioren (ab 65 Jahren) nur an 13% der Unfälle mit Personenschäden beteiligt, d.h. sie sind stark unterproportional vertreten. Junioren (7% der Bevölkerung) waren bei jedem fünften Unfall mit Personenschaden (19,3%) als Fahrer die Hauptverursacher, d.h. sie sind extrem überproportional vertreten. Es stellt sich zudem die Frage, ob jede zusätzliche Einschränkung eine unzumutbare Belastung für den Einzelnen darstellt, ohne signifikant die Sicherheit der Gesellschaft zu erhöhen. Haben wir bereits das Grenzrisiko erreicht? 1953: 12.631 Verkehrstote bzw. 253 je 100.000 Fahrzeuge 1970: 21.332 Verkehrstote bzw. 120 je 100.000 Fahrzeuge 2017: 3.180 Verkehrstote bzw. 6 je 100.000 Fahrzeuge Unfallstatistik der Senioren Wer die Rechte anderer einschränken will, sollte nicht nur seinen Bauch befragen, sondern sich auch mit den Fakten und den möglichen Auswirkungen auseinandersetzen. Fakt ist, dass Senioren als Fußgänger sehr verletzlich sind Fakt ist, dass Senioren als Fahrzeugführer unterproportional zu ihrem Bevölkerungsanteil an Unfällen beteiligt sind. Fakt ist, dass Senioren als beteiligte Fahrzeugführer meist Hauptverursacher sind. Beim dritten Punkt sollte man sich die Verkehrsdelikte genauer anschauen: Die häufigsten Fehler sind „Vorfahrt nicht beachten“ und Fehler beim „Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren“. Letzteres setzt immer eine geringe Geschwindigkeit voraus. Im Gegensatz zu den Junioren fallen Senioren seltener auf, wenn es um zu hohe Geschwindigkeit, Drängeln oder Fahren unter Alkoholeinfluss geht. Weitere Argumente gegen einen Führerscheintest Senioren müssen relativ häufig Arztbesuche machen, viele wohnen in Gegenden ohne öffentlichen Nahverkehr. Das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel setzt eine „Fußgänger-Tauglichkeit“ voraus. Einige Senioren sind zwar in der Lage, ihren Parkplatz zu erreichen, jedoch nicht in der Lage, Fußwege bis zum Bus zurückzulegen. Fußgänger sind stärker im Straßenverkehr gefährdet als PKW-Fahrer. Es gibt einen „natürlichen Aussiebeprozess“. Senioren, die nur noch eingeschränkt fahrtauglich sind, verursachen immer häufiger kleinere Unfälle, meist nur mit Sachschäden beim Einparken oder Abbiegen. Die Versicherungsgesellschaften reagieren darauf mit immer höheren Beiträgen oder gar Kündigung. Viele Senioren schätzen ihre Fahrtauglichkeit selber richtig ein. Sie fahren nicht im Dunklen, nur bekannte Strecken, außerhalb von Stoßzeiten oder verkaufen freiwillig ihr Fahrzeug. Verkehrstote verhindern I Um Verkehrstote zu verhindern, müsste man nach der Statistik den 18-24 jährigen Junioren das Autofahren generell oder zumindest in Dunkelheit verbieten. Diese Bevölkerungsgruppe fiel insbesondere mit Rasen und Drängeln auf, insbesondere die männlichen. Würde man nur die Statistik betrachten, müsste man ihnen – schon um die jungen Leute vor einem tödlichen Verkehrsunfall zu schützen – das Fahren ab 19 Uhr verbieten. Verkehrstote verhindern II Anscheinend machen wir bereits irgendetwas richtig, ansonsten wäre der Rückgang der Verkehrstoten trotz extremer Zunahme der vielen PKWs nicht so drastisch. Bildquelle: Unfallstatistik 2017 Wo bleibt die Risikokompetenz? Googelt man nach Risiko, so findet man Tausende Artikel in Bezug auf Wirtschafts-Wissenschaften und Arbeitssicherheit, aber kaum etwas zu Grenzrisiken für die Gesellschaft. In der Wirtschaft gibt es viele Berechnungen, mit denen versucht wird, die Auswirkung präventiver Maßnahmen auf das Risiko einzuschätzen. Irgendwann ist dort ein Punkt erreicht, wo die Kosten-Nutzen-Analyse zeigt, dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen so geringe Auswirkungen haben, dass sich der Einsatz nicht lohnt. Ich bin mir sicher, dass ein Führerschein-Test für Senioren eine unnütze Präventionsmaßnahme ist und sogar die Zahl der Todesopfer erhöhen wird. Es ist davon auszugehen, dass viele Senioren den Test nicht bestehen, da ein Zwangstests sinnlos wäre, wenn fast alle es schaffen. Die Durchgefallenen müssten dann ungeschützt als Fußgänger am Verkehr teilnehmen und würden auf wichtige Arztbesuche oder auch Freizeitaktivitäten verzichten, die ihren Gesundheitszustand verbessern, da ihnen ihre Mobilität entzogen wurde. Die Einschränkung der Betroffenen ist um ein Vielfaches größer als der gesellschaftliche Nutzen. Dazu muss man sich nur die Zeitreihen anschauen und die Statistik lesen. Senioren sind unterproportional an Unfällen beteiligt und fallen selten durch zu hohe Geschwindigkeit und Drängeln (Hauptunfallursache für Verkehrstote) auf. Also sollte man sie in Ruhe lassen! Anscheinend gibt es jedoch von der Regierung ein Nudging in Richtung Fahrverbot für Senioren oder viel zu viele junge Journalisten, die mit ihrer „Haltung“ die „Welt verbessern wollen“. Ansonsten würde die Presse davon nicht am laufenden Band ohne Gegenargumente berichten….
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Feinstaubhysterie: Silvesterknaller

Der Vielflieger der „Umwelthilfe“ will den kleinen Leuten den Silvester-Spass verbieten.
Bereits im Januar 2017 beschäftigte sich die Unstatistik mit den Silvesterknallern, da die „Umwelthilfe“ ihre Silvesterknaller-Verbots-Kampagne mit Hilfe der wichtigsten Zeitungen verbreiten konnte. (Mit der „Unstatistik des Monats“ hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas K. Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen.) Schall und Rauch statt akute Gesundheitsgefahr Fazit der Unstatistik im Januar 2017 : Silvester versus Flugmeilen Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der „Deutschen Umwelthilfe (DUH),  bezeichnet das Böllern zu Silvester als „nicht mehr zeitgemäßes Vergiften der Luft“, verbringt aber selber jedes Jahr mehrere 100.000 km in der Luft. Er gehört seit Jahren zum kleinen, erlauchten Kreis der Lufthansa-Vielflieger (HON Circles). Diesen Status erreicht man, wenn man innerhalb von zwei Jahren 600.000 Meilen fliegt. Das entspricht in etwa 28,5 Erdumrundungen. Zeitgemäß und „luftschützend“ wäre es, die Zentrale und den Wohnort nach Berlin zu verlegen, um dieses Pendeln einzustellen. Alternativ könnte man für Kurzstrecken (alle nationalen Strecken) auch die Bahn und öffentlichen Verkehrsmittel benutzen statt Flugzeug und Porsche. Atmen Bewohner rund um den Flughafen jedes Jahr das Zigfache der Silvesterbelastung an Ultrafeinstaub ein? Ja, sagen die Ingenieure Joachim Alt und Wolfgang Schwämmlein von der „Initiative gegen Fluglärm in Mainz„. Sie untersuchen seit Jahren den Ultrafeinstaub durch Flugzeuge und weisen mit Messungen aus Hessen nach, dass am Flughafen täglich Werte produziert werden, die zwei- bis dreifach über der Silvesterbelastung liegen. Mit unterschiedlichem Maß gemessen Während „Umwelthilfe“, Politik, EU und die Medien sich auf Silvester und Autoverkehr stürzen und Dieselverbote, Tempo 30 auf Hauptstraßen und Tempo 120 auf Autobahnen fordern, um den Feinstaub zu reduzieren, wird der Ultrafeinstaub des Flugverkehrs komplett ignoriert. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass diese Kampagnenhelfer häufiger als der bundesdeutsche Durchschnitt fliegen und selten in der Nähe eines Flughafens wohnen. So sind z.B. die Wähler der Grünen die absoluten Vielflieger.. Elite gegen das kleine Volk Als Verkäuferin von Silvesterpyros und Besitzerin eines SUV-Diesels bin ich beim Thema Feinstaub nicht unvoreingenommen. Aber diese Kampagnen gegen Silvesterknaller und Autos ist meines Erachtens ein Kampf der Eliten gegen das kleine Volk. Ich bin das letzte Mal im November 2016 geflogen (Feuerwaffen-Konferenz im Europaparlament in Brüssel). Ich bin das letzte Mal im Juni 2017 weiter als 150 km mit meinem 6-Jahre-alten Auto gefahren und konnte (weil niemand auf der Autobahn war) lange Zeit 160 bis 195 km/h fahren. Wir veranstalten jedes Jahr zu Silvester ein Feuerwerk mit Raketen. Ich bin mir sicher, dass meine persönliche Luftverschmutzung als Vertreterin des „kleinen Volks“ weit geringer ausfällt als die der Eliten. Ich verstehe auch nicht, warum im Zeitalter der Videokonferenzen „Umweltschützer“ Millionen an Flugmeilen verprassen, um weltweit an Konferenzen zum Umweltschutz teilzunehmen. Ich kann mir nur vorstellen, dass die dort geführten Gespräche im Hinterzimmer oder Restaurant schwerer wiegen als die Vorträge in der Öffentlichkeit.
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Rechtswissenschaftler: Suggestive Irreführung der Regierung über den UN-Migrationspakt

FASSADENKRATZER Die Bundesregierung und die sie unterstützenden Altparteien werden nicht müde, mit medialer Unterstützung dem Volk einzuhämmern, der Globale Migrationspakt der UNO sei völkerrechtlich nicht bindend, Deutschland behalte seine Entscheidungsfreiheit. Und sie verweisen dazu auf entsprechende Formulierungen im Text des Paktes. Kritiker werden als Lügner und Verschwörungstheoretiker diffamiert. Dabei werden aber bewusst oder mit der Arroganz der Unwissenheit bindende Implikationen und völkerrechtliche Langzeitwirkungen unterschlagen, die zu Gewohnheitsrecht führen. Rechtsexperten erheben warnend ihre Stimme. Ursprünglichen Post anzeigen 3.240 weitere Wörter
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Linksextremismus ein aufgebauschtes Problem?

Der FOCUS beschreibt, wie Linksextremisten den friedlichen Protest im Hambacher Forst missbrauchen und klärt über Hintergründe der Interventionistischen Linken auf. Was FOCUS hier über die Interventionistische Linke (IL) schreibt, sieht mir gefährlicher aus als alles, was ich bisher über Reichsbürger, Prepper oder Identitäre Bewegung (IB) gelesen habe. Anscheinend gibt es ein breites Netz von 800 linksradikalen Mitgliedern, die einen Systemsturz anstreben: Zudem gibt es 80-100 internationale kampfbereite Demo-Touristen, die wie beim G20 Gipfel oder im Hambacher Forst zur Unterstützung anreisen. Allianz von BUND mit Linksextremisten Ich bin echt gespannt auf die Reaktion des BUND, dem in diesem Artikel unterstellt wird, diese extrem gewaltbereiten Linksextremisten zu unterstützen: Beliebt bei Rechtsextremen: Tierschutz Umwelt-, Natur- und Tierschutz sind auch bei den Rechtsextremisten ein beliebtes Thema: Beide extremen Ränder wenden sich also dem Tier-, Natur- und Umweltschutz zu, um neue Anhänger zu gewinnen. Eventuell ist im Erstarken der extremen Ränder (links wie rechts) der aktuelle Höhenflug der Grünen zu erklären, die diese ja Themen gepachtet haben. Zum Weiterlesen in meinem Blog: Reichsbürger – Oberste Priorität? (Juli 2018) Universelles Leben (August 2014)  
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Regeln für wirksame Propaganda

Sie versuchen, Ihren auf Logik, Beweisen und harten Fakten fundierten Standpunkt zu verteidigen oder durchzusetzen? Sie schaffen es aber nicht? Wenn Sie die Regeln kennen, welche die Denunzianten und Wahrheitsleugner anwenden, können Sie daraus die jeweilige Gegenmaßnahme entwickeln. Die folgenden Regeln stellen eine wirklich harte Probe für den Vorgeführten dar. Doch nicht gleich verzweifeln, ab jetzt kennen Sie ja die Spielregeln. Es gibt Menschen, denen können Sie beliebige Argumente um die Ohren hauen, sie reagieren einfach nicht darauf. Bringt Sie das gelegentlich zur Verzweiflung? Sicher tut es das. Dabei haben Sie doch bei Ihren Fachthemen eindeutig die besseren Argumente. Sie haben Fakten und Zahlen. Ihr Gegenpart übergeht jedoch einfach Ihre Argumentation und stellte Sie konsequent Stück für Stück in aller Öffentlichkeit bloß, ohne auch nur ein echtes Argument zu benötigen. Und die weiteren Zuhörer stimmen ihm zu – Sie stehen völlig alleine da mit Ihrer “seltsamen” Meinung. Sind Sie im falschen Film? Hinterher sprechen Sie dann Ihre Freunde auch noch an und meinen: “Du hast Dich da in was verrannt und festgefahren. Vielleicht solltest Du Deine angeblichen Fakten nochmals nachrecherchieren.” Platzt Ihnen dann innerlich der Kragen? Kann ich verstehen. Jetzt schauen Sie mal, nach welchen Kriterien Ihre Gegner vorgehen könnten. Ob diese dabei systematisch und wissentlich diese Regeln anwenden, sei einmal dahingestellt: Reagiere empört. Beharre darauf, dass dein Gegner eine angesehene Gruppe oder Person angreift. Vermeide die Diskussion der Tatsachen und dränge den Gegner in die Defensive. Dies nennt man auch das “Wie kannst du es wagen-Manöver“. Denunziere den Gegner als Verbreiter von Gerüchten, ganz egal welche Beweise er liefert. Falls der Gegner lnternet-Quellen angibt, verwende diesen Fakt gegen ihn (unseriös, Verschwörung). Beharre darauf, dass die Mainstream-Medien einzig und allein glaubwürdig sind, dessen ungeachtet, dass wenige Superkonzerne den Medien-Markt dominieren. Missinterpretiere den Gegner: Unterstelle ihm eine Position, die sich dann leicht attackieren lässt. Setze den Gegner mit inakzeptablen Gruppen gleich: Spinner, Terroristen, Rechtsradikale, Rassisten, paranoide Verschwörungstheoretiker, religiöse und sonstige Fanatiker usw. Lenke damit von einer Diskussion der Tatsachen ab. Stelle die Motive des Gegners in Frage. Verdrehe oder übertreibe jeden Fakt, um den Gegner aussehen zu lassen, als wäre er von persönlichen Vorteilen motiviert. Stelle dich blöd. Ganz egal welche Beweise und logische Argumente durch den Gegner vorgelegt werden, vermeide grundsätzlich jede Diskussion mit der Begründung, die Argumentation des Gegners ergibt keinen Sinn, enthält keine Beweise und ist fernab der Logik. Erkläre, die Position des Gegners sei ein alter Hut, schon tausendmal durchgekaut und daher nicht der Diskussion wert. Erkläre, das Inredestehende sei zu komplex, um jemals die Wahrheit herausfinden zu können. Selektiere: Suche nur Tatsachen, die deine von Beginn an festgelegte Position unterstützen, und ignoriere alle Tatsachen, die ihr widersprechen. Setze gesellschaftliche Position mit Glaubwürdigkeit gleich: “Wer bist du schon dass du diesem Politiker/Wirtschaftsfachmann/wem auch immer so etwas unterstellen kannst?“ Verlange, dass dein Gegner alles erklärt. Bestehe auf unmöglichen Beweisen. Werte jede offene Frage als argumentative Bankrotterklärung. Provoziere deinen Gegner, bis er emotionale Reaktionen zeigt. Daraufhin wird er abqualifiziert, weil er keine Kritik verträgt. Erkläre pauschal große Verschwörungen als unmöglich durchführbar, da viel zu viele Menschen daran beteiligt sein müssten und die Sache ausplaudern könnten. Ignoriere den Fakt, dass bei einer großen illegalen Operation die einzelnen ausführenden Abteilungen voneinander abgeschottet sind und nur soviel wissen, wie sie für die Ausführung ihres Teils der Operation benötigen. Ignoriere den Fakt, dass eine strenge Hierarchie besteht, jeder nur seinen Befehlen folgt und keine unbequemen Fragen stellen darf. Wenn der Gegner sich nicht durch die genannten Taktiken klein kriegen lässt, fahre einfach solange fort, bis der Gegner ermüdet und sich aus Frustration zurückzieht. Finde rhetorische Fehler und unterstelle dem Gegner, sich mangels Sachkenntnis nicht einmal klar ausdrücken zu können. (… oder Rechtschreibfehler) Quelle: Mikrocontroller.net (Hervorhebungen und Anmerkungen in Klammern von mir) P.S. Ich selber würde die Worte „Denunzianten und Wahrheitsleugner“ nicht benutzen (Einleitung). Ich glaube auch nicht an eine hierarchische Verschwörungstheorie (Punkt 13). Der obige Text ist halt eine 1:1 Kopie. Aber ich sehe eine Gefahr: Die Straße gehört der Opposition Wenn Milliardäre angeblich unpolitische NGOs finanzieren, wenn auf Steuerzahlerkosten Menschen mit Bussen zu Gegendemos gebracht werden, wenn Minister an Gegendemos teilnehmen, während die eigentlichen Demonstranten auf eigene Kosten anreisen und gegebenenfalls auch noch berufliche Nachteile auf sich nehmen, weil sie eben diese Politik kritisieren, dann läuft hier etwas gewaltig schief mit dem Recht auf Demonstrationsfreiheit und außerparlamentarischer Opposition. So ähnlich sieht es auch der Journalist Max Thomas Mehr: Die Straße gehört der Opposition! Minister haben da nichts zu suchen. Seine Forderung an Politiker:
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

#WirSindMehr?

Roger Letsch, dessen Blog unbesorgt.de häufig bei Henrik M. Broders „Achse des Guten“ zitiert wird, kritisiert das mangelnde Demokratieverständnis der „WirSindMehr“ Aktion. Mir ist beim Lesen sofort der Aufklärungsfilm über „Monarchie, Diktatur, Oligarchie, Demokratie, Republik, Anarchie“ eingefallen, den man hier mit deutscher Übersetzung anschauen kann. 10 Minuten, die sich lohnen: Link Aktuell wird mit diesem Slogan die Enteignung weißer Farmer in Südafrika begründet. Mit diesem Slogan könnte man auch allen legalen Waffenbesitzern ihr rechtmäßiges Eigentum wegnehmen oder alle Reichen mit 100% Steuern belasten. „WirSindMehr“: kein Slogan, dem wir folgen sollten! Wer im „Kampf gegen Rechts“ (AfD) mit Linksextremisten (Antifa) Schulter an Schulter geht, der verkennt unsere Rechtsstaatlichkeit und sucht sich die falschen „Mehrheiten“. 2016: Antifa, Grüne und SPD starten Bündnis gegen die AfD (Berlinjournal) 2018: Es kann nicht genug Antifa geben (Spiegel) Insgesamt betrachte ich mit Sorgen, wie in Deutschland und in der EU im Namen von „WirSindMehr“ immer häufiger die Freiheitsrechte der Bürger beschränkt werden. Erschreckend dabei ist die Zustimmung der Mehrheit, wobei es sich eventuell auch „nur“ um die „veröffentlichte Mehrheit“ handeln könnte: Wie die ARD über Chemnitz berichtet, hat mit Journalismus nichts mehr zu tun (FOCUS)
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

EU-Kommission? NEIN DANKE!

Die WELT schreibt über die Kindergeldzahlungen im Ausland einen hervorragenden Artikel. Während die Geberländer eine Indexierung des Kindergelds an die Existenzsicherung im Wohnland der Kinder wünschen, blocken die Nehmerländer natürlich ab. Beides ist verständlich. Jedoch sind die Äußerungen der EU-Kommissarin – wie auch damals beim #EUGunban – mal wieder dumm, dümmer, am dümmsten. Wo ist hier Gerechtigkeit? Es gibt keine gleichen Kindergeldzahlungen in der EU (von 0 bis 795 für drei Kinder, je nach Land), daher kann es auch keine Diskriminierung geben. Das Kindergeld ist ein steuerfreies Existenzminimum, um ein Kind hier aufzuziehen, nicht im Ausland. Wer nun seine Kinder nicht im teuren Deutschland aufzieht, sondern in Bulgarien oder Rumänien, der hat einfach kein Anrecht auf eine Summe (194 €), die in dem Land der Kinder die Hälfte eines Durchschnittlohns (400 €) entspricht. Vergleich Kindergeld mit Rente Sven Schulze drückt es noch nett aus: „unsinnig“. Ich halte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen für genauso dumm (keine Ahnung von der Sache) und manipulativ wie die EU-Kommissarin Elżbieta Bieńkowska, die während der EU-Waffenrechtsdebatte mit Lügen nur so um sich schmiss. EU-Kommission? Nein Danke! (Ich glaube, wir brauchen hierfür ein Meme)
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Reichsbürger – Oberste Priorität?

Der Verfassungsschutzbericht 2017 wurde von der CDU/CSU vorgestellt. Oberste Priorität anhand der Zwischenüberschriften sind demnach die „Reichsbürger“. Auf Facebook gibt es dazu gleich das passende Meme mit Kommentar von mir: Link Warum haben „Reichsbürger“ legale Waffen? Ein Großteil der mutmaßlichen „Reichsbürger“ ist über 70 Jahre alt. Die jetzt 70-jährigen haben auch im Gesamtdurchschnitt (nicht nur in dieser Szene) mehr Waffen als der Durchschnitt, da sie sich vor der Einführung des sehr strikten Waffengesetzes (1972) Waffen gekauft hatten, als das noch viel einfacher war. Der höhere Waffenbesitz ist somit nicht unbedingt ein Kennzeichen für „Reichsbürger“, sondern ein Kennzeichen der älteren Generation. „Reichsbürger“ sind zudem eher konservativ als progressiv. Sie hatten sich in der Vergangenheit, d.h. zum Zeitpunkt der Anschaffung des Waffenbesitzes, nicht verfassungs- oder staatsfeindlich verhalten. Linksextreme hingegen haben meist schon in ihrer Jugend gegen den Staat rebelliert und sind so auffällig geworden, dass sie als unzuverlässig für den legalen Waffenbesitz angesehen werden. Linksextreme sind m.E. nicht weniger waffen-affin als Rechtsextreme. Sie schaffen es halt nur nicht, legal an Waffen zu kommen. Die Union hat somit Recht: „Wer eigene Staaten ausruft, Pässe ausgibt und Kfz-Kennzeichen herstellt, kann nicht als zuverlässig genug gelten, um legal eine Waffe zu besitzen.“ Eine Beschlagnahme der Waffen dieser Menschen ist somit begründet. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob alle mutmaßlichen 18.000 „Reichsbürger/ Selbstverwalter“ bzw. die 1100 unter ihnen, die waffenrechtliche Erlaubnisse besitzen, ihre Personalausweise vernichtet haben, staatlichen Angestellten erpressen bzw. bedrohen und keine GEZ zahlen. Es ist eher anzunehmen, dass jeder, der einen Gelben Schein mit der falschen Begründung beantragt hat, zum „Reichsbürger“ in den letzten Jahren deklariert wurde. Zwei Urteile aus Düsseldorf und Ansberg unterstützten meine Vermutung: Auch der Artikel im Merkur, über den ich bereits vor fast einem Jahr berichtete, unterstützt diese Vermutung. Die Landwirtin Mayer steht unter Reichsbürger-Verdacht, ihre WBK wurde widerrufen, sie wehrt sich dagegen mit einem Anwalt. Gibt es eine Gefahr durch Reichsbürger? Ich habe die Zahlen zu den Gewalttaten und gewaltorientierten Extremisten am Ende dieses Berichts zusammengestellt. Während Teile der Rechtsextremisten, Linksextremisten und religiöse und ausländische Extrem-Ideologen Anschläge verübten oder planten, sind die Gewalttaten der „Reichsbürger“/“Selbstverwalter“ hauptsächlich egoistischer Natur. Die Gewalttaten (Erpressung, Widerstand, Nötigung, Bedrohung) erfolgen als Reaktion auf einen staatlichen Eingriff. Ja, es gibt eine Gefahr durch „Reichsbürger“ für die staatlichen Angestellten, die einen Eingriff bei ihnen vornehmen müssen. Ja, es gibt eine tödliche Gefahr durch einige „Reichsbürger“, wenn der Staat versucht, ihre legalen Waffen zu beschlagnahmen. Diese Gefahr hatte bisher ein (!) Todesopfer zur Folge. Der Täter hatte diese Tat im Vorfeld der Gemeinde bereits angedroht.  Nein, diese Gefahr betrifft nicht normale Bürger und auch nicht die Verfassung. Von den 4000 mutmaßlichen „Reichsbürgern“ in Bayern sind ca. 60 rechtsextrem und ca. 400 Mitglieder solcher staatsfeindlichen Gruppierungen wie den „Bundesstaat Bayern“. Die Kleinstgruppen „Freistaat Preußen“, „Bundestaat Bayern“, „Bundesstaat Württemberg“, „Bundesstaat Baden“ und ähnliche sind eine (nicht signifikante) Bedrohung für den Staat. Es ist richtig, dass sie strafrechtlich verfolgt und beobachtet werden, da sie bewaffnete Bürgerwehren planen und Urkunden fälschen. Deren Mitglieder sind daher waffenrechtlich unzuverlässig und ein Entzug waffenrechtlicher Erlaubnisse rechtlich einwandfrei. Doch stellt sich die Frage, ob die restlichen 3600 Menschen tatsächlich Staatsfeinde sind. Ohne Altersarmut weniger Reichsbürger Der Verfassungsschutzbericht 2016 zeigt, dass erst die aktuelle persönliche Situation (Armut) viele Ältere dazu verführt, sich mit „Reichsbürger-Argumenten“ gegen staatliche Eingriffe (Steuern, Gebühren, Ordnungsstrafen) zu wehren. Statt diese Leute als Staatsfeinde zu deklarieren, sollte man Schuldenberater und Sozialarbeiter zu ihnen schicken, die ihnen helfen, aus dieser ausweglosen Situation herauszukommen. Stattdessen werden jedoch Briefe verschickt, die diese Leute eh nicht mehr öffnen und man lässt das ganze bis zur Zwangsvollstreckung bzw. Beschlagnahmung eskalieren. Was steht wirklich im Verfassungsschutzbericht? Die Union verliert kein Wort darüber, dass die rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten um 35% gesunken, die linksextremistisch motivierter Gewalttaten jedoch um ein Drittel gestiegen sind. Dies steht auf der ersten wichtigen Seite des Berichts. Auch kein Wort über die neuen Phänomenbereiche „religiöse Ideologie“ und „ausländische Ideologie“. Die Gewalttaten im Überblick 3.754 (2016: 4.311) 1.054 (2016: 1.600) Politisch motivierte Kriminalität – rechts 774 (2016: 1.190) fremdenfeindlich 130 durch „Reichsbürger“/Selbstverwalter (Erpressung, Widerstand) 98 (2016: 250) gegen Linksextremisten 4 (2016: 18) Tötungsdelikte 1.648 (2016: 1.201) Politisch motivierte Kriminalität – links 1.135 (2016: 687) gegen Polizei und Sicherheitsbehörden (832 bei G20) 264 (2016: 542) gegen Rechtsextremisten 3 (2016: 6) Tötungsdelikte 60 Politisch motivierte Kriminalität – religiöse Ideologie* 3 Tötungsdelikte 112 Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat 310 Mitgliedschaft beziehungsweise Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung 233 Politisch motivierte Kriminalität – ausländische Ideologie* 71 Mitgliedschaft beziehungsweise Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung * Diese beiden Rubriken sind 2017 neu, deswegen gibt es keine Vergleichszahlen. Gewaltorientierte Extremisten 12.700 (2016: 12.000) Rechtsextremisten 900 „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ 500 Mitglieder der „Identitären Bewegung Deutschlands“ 9.000 (2016: 8.500) Linksextremisten 7.000 (2016: 6800) Autonome 25.810 Personenpotenzial islamistischer Terrorismus/Islamismus 10.800 (2016: 9700) Salafisten 10.000 (2016: 10.000) „Millî Görüş“ 30.550 Mitgliederpotenzial extremistischer Ausländerorganisationen (ohne Islamismus) 18.050 (2016: 17550) Linksextremisten 14.500 (2016: 14000) „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) 11.000 (2016: 11000) Rechtsextremisten Wer anhand des Verfassungsschutzberichts die oberste Priorität auf die 900 gewaltorientierten „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ legt, der hat nichts verstanden oder will die Bürger wissentlich verschaukeln.
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Sexistische Terroranschläge

Tapfer im Nirgendwo Zu der größten Opfergruppe religiöser Extremisten gehören Frauen. Immer wieder werden Frauen Opfer religiöser Extremisten, so wie Ausländer Opfer von Rassisten werden. Es wird Zeit, dass wir Morde an Frauen, die von Menschen begangen werden, die glauben, dadurch einer religiös definierten Ehre zu genügen, als das bezeichnen, was sie sind: Sexistische Terroranschläge! Das lateinische Wort „terror“ bedeutet Schrecken. Terrorismus ist die systematische Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erklärt in seiner Resolution 1566, terroristische Handlunge seien solche, „die mit Tötungs- oder schwerer Körperverletzungsabsicht oder zur Geiselnahme und mit dem Zweck begangen werden, einen Zustand des Schreckens hervorzurufen, eine Bevölkerung einzuschüchtern oder etwa eine Regierung zu nötigen.“ Unter genau diese Terrordefinition fällt sexistische Gewalt. Mit sexistischer Gewalt werden Frauen gefügig gemacht. Sie werden entweder selbst angegriffen oder derart in Angst und Schrecken versetzt, dass sie sich nicht… Ursprünglichen Post anzeigen 1.264 weitere Wörter
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Opferschutz

Seit fast einem Jahrzehnt recherchiere ich zum Waffenrecht und Gewaltkriminalität. In dieser Zeit habe ich mich insbesondere mit den Todesopfern von Gewaltverbrechen beschäftigt, national wie auch international. Mein Fokus liegt hier insbesondere auf denen, die am verwundbarsten sind: Kinder, Frauen und Senioren. Opfer, die sich kaum wehren können. Die Eingangsgrafik stammt von der PKS Zeitreihe zu vollendetem Mord (10000), Totschlag (20000) und fahrlässiger Tötung (30000). Es gibt wesentlich mehr Tötungsversuche, die Männer unter 60 Jahren jedoch häufig vereiteln können. Frauen, Kinder und Senioren eher nicht. Die weiblichen Mordopfer durch Zuwanderer in den letzten Monaten beschäftigen uns aktuell sehr. Die einen beschwichtigen, dass die Straftaten insgesamt zurückgegangen wären und es keinen Anstieg bei Kindern und Jugendlichen gäbe, sowie dass Zuwanderer nicht krimineller als Deutsche seien. Die anderen behaupten, ohne die Flüchtlingswelle würden die jungen Frauen noch leben. Auch wenn mir bewusst ist, dass polizeiliche Statistiken das Dunkelfeld nicht berücksichtigen (Sexualstraftaten in Flüchtlingsheimen, Vergewaltigung in der Ehe, gewalttätige Auseinandersetzungen auf der Straße, Schwarzfahren, verbale Bedrohungen, viele Rauschgiftdelikte etc.) und dass die Statistik nur misst, was angezeigt wird, kann man diese unvollständigen Daten dennoch für eine Gegenüberstellung nutzen. Zuwanderer und Ausländer sind krimineller als Deutsche Das Bundes­lage­bild Krimi­nalität im Kon­text von Zu­wan­de­rung 2017 hat die PKS 2017 mit 2016 verglichen. Da es jedoch keine statistische Daten für die Bevölkerungsanteile von 2017 gibt, habe ich nur die Daten aus 2016 genutzt. Hierzu ist anzumerken, dass es 2017 einen leichten Rückgang (insbesondere bei Diebstahl), jedoch auch Zuwachs (bei Gewaltdelikten gab), sowie höhere Anteile an der Bevölkerung. Quelle: Bundeslagebild 2017, Statista und Destatis 2016 Bevölkerungs-gruppe Tatverdächtige (TV) Anteil TV an der Bevölkerungs-gruppe Deutsche  72.482.920  1.406.184  1,94% Nichtdeutsche  8.436.490  441.792  5,24% Zuwanderer  1.602.590  174.438  10,88% Gesamt  85.522.000 = 100%  2.022.414 = 100% = 100%   Das Bundeslagebild zeigt auch die Anteile Gewaltverbrechen auf, jedoch nicht getrennt nach Deutschen, Nichtdeutschen und Zuwanderern, sondern nur die Gesamtzahl und die Zahlen mit tatverdächtigen Zuwanderern. Auch diese habe ich ins Verhältnis zur Bevölkerung gesetzt. In Klammern ist immer das Verhältnis zu 82.522.000 Einwohner insgesamt bzw. zu 1.602.590 Zuwanderern angegeben. Straftaten gegen das Leben: 3713 (0,004%), davon 532 durch Zuwanderer (0,033%). Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: 39.829 (0,05%) davon 4.852 (0,30%) durch Zuwanderer. Rohheitsdelikte und Straftagen gegen die Freiheit: 614.628 (0,75%) davon 59.716 (3,73%) durch Zuwanderer. Opfer von Straftaten: 1.017.602 (1,23%), davon 43.825 (2,74%) Zuwanderer. Diese Zahlen zeigen, dass es überproportional viele Opfer unter den Zuwanderern gibt, aber die Proportionen bei Gewaltdelikten durch Zuwanderer noch viel größer sind. Drei Opfer-Täter-Konstellationen (Seite 55) In absoluten Zahlen gibt es 10 mal mehr deutsche Opfer durch tatverdächtige Zuwanderer als andersherum. Während es keine deutschen Tatverdächtige gab, die Zuwanderer getötet hatten, haben Zuwanderer Zuwanderer und Deutsche getötet. Und auch bei Strafdelikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gibt es überproportional mehr deutsche Opfer durch Zuwanderer als Opfer unter den Zuwanderern durch Deutsche. Zuwanderer tatverdächtig – Opfer deutsch Zuwanderer tatverdächtig – Opfer Asylbewerber/Flüchtling Deutscher tatverdächtig – Opfer Asylbewerber/Flüchtling Das Bundeslagebild zeigt ebenfalls auf, dass ein Drittel der tatverdächtigen Zuwanderer Mehrfachtatverdächtige waren und zu einem hohen Anteil aus den Maghreb-Staaten und Georgien kamen. Bei den Straftaten gegen das Leben waren über 95% Einmaltäter, bei Sexualdelikten fast 90%.  Bei Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit waren jedoch über 20% Mehrfachtäter. Mein Fazit Zuwanderer sind krimineller als Deutsche, weil wir nicht die Hilfsbedürftigen (Kranke, Alte, Frauen und Kinder) ins Land geholt haben, sondern junge, starke Männer reinließen, die grundsätzlich in jeder Bevölkerung die meisten Gewalttaten verüben diese jungen Männer ein anderes – gewaltbereites – Weltbild haben, Frauen nicht mit Respekt begegnen und Gewalt als Lösungsmittel für Konflikte nutzen einige sich hier illegal aufhalten und mit illegalem Drogenhandel ihren Lebensunterhalt beschaffen einige hier der Organisierten Kriminalität angehören und dieses Land nur aufsuchen, um kriminelle Handlungen zu begehen diejenigen, denen kein Asyl gewährt wurde, keine Bleibeperspektive, aber zu viel Freizeit haben und wütend auf uns sind, was sie durch Gewalt an Deutschen ausleben. Ich sehe es wie Susanne Schröter, Ethnologin und Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam an der Frankfurter Goethe-Universität, dass wir eine Differenzierung brauchen: Seehofers Marschall-Plan kann nur dann funktionieren, wenn wir Leute, die abgeschoben werden sollen, wirklich abschieben statt sie zu dulden und diese danach nicht nochmal ins Land lassen. Dazu gehört auch die Abweisung an der Grenze. Und was soll man den jungen Mädchen hier im Land sagen? Bedeckt euch, redet nicht mit Fremden, geht nicht mehr schwimmen, abends nicht mehr aus dem Haus und freundet euch nicht mit Machos an? Es ist unglaublich, wie sich unser Land in den letzten Jahren geändert hat, dass man überhaupt auf solche Gedanken kommen kann. Ich kann nur jedem empfehlen, diesen kritischen Stimmen Gehör zu schenken und deren Texte zu lesen und zu teilen:
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

GRA im FOCUS: Deutsche Waffenlobby kämpft für amerikanische Verhältnisse

Seit einigen Jahren lasse ich mich zum Waffenrecht interviewen. Fast alle Journalisten kommen mit wenig Ahnung vom Waffenrecht und Gewaltkriminalität und die meisten sind persönlich sehr gegen privaten Waffenbesitz eingestellt. Nach dem Interview hat sich bei den meisten die Einstellung zum privaten Waffenbesitz nicht grundlegend geändert, aber viele verstehen, dass Schusswaffen auch Leben retten können und der private Besitz unter Auflagen nicht dazu führen wird, dass künftig alle auf den Straßen „wild rumballern“ werden. Ich lasse es zu, dass sie das Interview aufzeichnen und segne bei Printmedien Zitate vor Veröffentlichung ab. Was die Journalisten um diese Zitate herumbauen, weiß ich im Vorfeld nicht. Die einen mögen sagen, dass ich da zu naiv herangehe, dass die Gefahr der falschen Interpretation zu groß ist. Denen entgegne ich, dass bei den vielen Interviews in den letzten Jahren nur zwei Medien mich so richtig auflaufen ließen: der WDR mit der Dokumentation „Waffen sind mein Leben“ und vor kurzem der FOCUS mit seinem Printartikel „German Rifle Association“„Waffenrecht ist Menschenrecht“: Deutsche Waffenlobby kämpft für amerikanische Verhältnisse Quelle: FOCUS- Katja Triebel vor dem Regal mit Schreckschusswaffen und Airguns
Direktlink: https://p5.focus.de/img/fotos/origs8987207/1039138367-w630-h418-o-q75-p5/gra-3.jpg Dieser Artikel erschien zunächst am 27. Mai und dann noch einmal mit neuen „schönen Zwischenüberschriften“ am 02. Juni.  – wie man das anhand der bisher über 70 Kommentaren ablesen kann. Interessant ist hier, dass viele Kommentare nicht die Meinung der Autorin Kim Schibilla teilen. Auch auf Facebook wurde gestern die Debatte eröffnet. Und nein, mir sind die meisten Namen, die direkt beim Focus schreiben, nicht bekannt. In der Regel erhalte ich vor Veröffentlichung drei oder fünf Zitate aus den Interviews. Frau Schibilla ließ sich gleich vier DinA4 Seiten (in Schriftgröße 10) von mir bestätigen. Die folgenden Zitate ohne Quellenangabe sind alle von dieser Verschriftlichung des Interviews entnommen worden. Dann schauen wir mal, was sie aus dem Interview gemacht hat: Der Blümchenschal stimmt, das ist übrigens der gleiche, den ich 2014 bei Markus Lanz getragen hatte, doch rot war im März nur meine Brille, nicht mehr meine Haare, wie man oben im Bild sehen kann. Quelle: Caliber Corner (2014)Auch kann Frau Schibilla anscheinend nicht rechnen oder recherchieren. Wir sind die vierte Generation (kursiv Anmerkungen von mir): Man würde doch erwarten, dass eine Autorin sich anschaut, wen sie da interviewt. Dann hätte sie vielleicht auch die Seite Drei des Tagesspiegels lesen können, auf den ich hier im Block in der Kategorie „TV und Presse“ verlinke, sowie bei meinen Profilen auf Facebook und Twitter: Weiter geht es mit dem FOCUS Artikel: Wenn es keine öffentliche Debatte über die GRA gibt, dann frage ich mich, warum es ziemlich viele Reportagen, Interviews und Zeitungsartikel über uns gibt. Mai 2018 bei “Galileo”: Wer steckt hinter der German Rifle Association? Mai 2018 bei “Massengeschmack TV”: Jedem Bürger seine WAFFE? März 2018 in der “heute show” (Satire im ZDF) ab 21:40: Februar 2018 beim “Deutschlandfunk”: Kann man die amerikanische Waffenlobby verteidigen? Januar 2018 beim “Spiegel”: Postergirl der deutschen Waffenlobby Dezember 2017 bei “Alfons & Gäste”: German Rifle Association Oktober 2017 bei “Spiegel TV”: Meine Waffe und ich August 2017 beim “rbb”: Carolins Traum: Waffen tragen Juli 2017 bei “Radio1”: Interview mit Katja Triebel April 2017 bei der “Süddeutschen Zeitung”: Seite Drei: Deutschland bewaffnet sich März 2017 bei “Jetzt Knippertz”: Sicherheit in Deutschland Januar 2017 bei “ef”: Privater Waffenbesitz als Sündenbock Dezember 2016 beim “Tagesspiegel”: Lobbyismus in der EU – Der Streit um schärfere Waffengesetze November 2016 im “Tagesspiegel”: German Rifle Association in Berlin: Wie eine Spandauerin um das Recht auf Waffen kämpft Juli 2016 bei “Report Mainz”: Lieblingswaffe der Amokschützen Mai 2016 bei “CNN”: How Germany approaches guns April 2016 bei “Der Freitag”: Was tötet wen? – Von Waffen und Waffenbesitz April 2016 bei “POLITICO”: Gun lobby stirs to life in Europe Februar 2016 bei “VICE”: Die Waffen der Frauen Februar 2016 bei “VICE”: Die deutsche NRA: Die German Rifle Association kämpft für amerikanische Zustände Obwohl ja Frau Schibilla nicht richtig recherchieren kann, scheint sie jedoch TV zu schauen, wie z.B. die „heute show“, wo der Vergleich mit den Kugelschreibern verulkt wurde. Doch dieser Vergleich stammt ja gar nicht von uns, sondern vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. Ich hatte lediglich auf der Seite der GRA die Hintergründe für diesen Vergleich erläutert und die Gemeinschaft hatte dieses Meme massenhaft geteilt. Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.
Link: https://www.dieversicherer.de/resource/blob/1132/79392c4864a50bc0b4cad91768e9a931/grafik-kugelschreiber-toedlicher-als-schusswaffen-data.jpgUnd weiter geht es mit dem Artikel: Ja, da habe ich Verfassung wohl mit Grundgesetz verwechselt. So ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern. Hier meine Ausführung im Interview, warum ich das für sinnvoll halte: Natürlich hat die Autorin „vergessen“, warum ich Waffenrecht als Menschenrecht deklariere. Wir hatten bereits 2014 lang und detailliert beschrieben, warum wir dieser Ansicht sind: Unfassbar: “German Rifle Association” will Waffenbesitz als “Menschenrecht” Und Ron Siderius hat sogar ein ganzes Buch zu diesem Thema geschrieben: Die letzte Verteidigungslinie: Mehr Waffen, weniger Angst Quelle: Amazon
Link: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41VHm4EYT5L._SX314_BO1,204,203,200_.jpgIch habe das Buch gelesen und kann diese Leserbewertung auf Amazon voll und ganz unterstützen: „Wenn man wissen möchte, wie frei ein Volk ist, dann sollte man als erstes einen Blick in sein Waffenrecht werfen. …Der ursprüngliche Zweck der Waffengesetze war die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Mittlerweile hat die Politik ein ganz anderes Ziel, nämlich die totale Kontrolle. Das staatliche Gewaltmonopol, welches Teil unserer Rechtstradition ist und das kein vernünftiger Bürger in Frage stellt, wird seit Jahrzehnten sukzessive um ein staatliches Waffenbesitzmonopol erweitert. Das ist eine äußerst bedenkliche Entwicklung. Zum einen, weil durch das Fehlen von Waffen in den Händen der Bürger ein wirksames und wichtiges Gegengewicht zur Staatsgewalt wegfällt. Die Schweizer z.B. haben diese Gefahr erkannt. Sie haben mit ihrem liberalen Waffenrecht und ihrem Milizsystem das notwendige Gegengewicht geschaffen. Zum anderen ist ein staatliches Waffenbesitzmonopol für den einzelnen Bürger auch sicherheitspolitisch von großem Nachteil. Wird er zum Opfer einer schweren Straftat, so kann er sich mangels eigener Waffe nicht wehren. Hier setzt das Buch schwerpunktmäßig an. … “ (Mr. Abus am heutigen Tag auf amazon) Weiter geht es mit dem Artikel: Timo Lange von Lobby Control wurde von Galileo interviewt. Man kann das Interview hier ab Minute 8:10 sích anschauen: Wenn Timo Lange von gefährlicher Schieflage spricht, dann meint er damit nicht die GRA, da unser politischer Einfluss – wie er selber sagt – viel zu klein ist. Warum dann diese Zwischenüberschrift in einem Artikel, in dem es um die GRA geht? Ob Frau Schibilla Timo Lange überhaupt interviewt hat oder sich nur das Galileo Interview angeschaut hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich jedenfalls hatte bereits Kontakt mit Timo Lange per Mumble beim „Dicken Engel“ der Piraten am 20.November 2012. Das Mumble-Treffen kann man immer noch online nachhören. Damals wurde mir vom Spiegel „böser Lobbyismus“ vorgeworfen, u.a. wurde mir unterstellt unethisch mit viel Geld die Piraten zu unterwandern und zu missbrauchen. Ab Minute 29:00 ging es damals um die AG Waffenrecht, wo ich als Cathy Marc Schieferdecker kennengelernt hatte. Das Wortprotokoll hierzu hatte ich bei den Piraten veröffentlicht: Ich kann mich nicht erinnern, ob Frau Schibilla mich gefragt hatte, ob die NRA mit ihrer Lobbyarbeit indirekt für die Schulamokläufe verantwortlich sei. In der Verschriftlichung des Interviews steht nur dieses. Mit den 3,5 Millionen US-Dollar von Clooney, Bloomberg und Ophra wurde der „March of Lives“ finanziert, damit wurden die Anreisen in Bussen bezahlt und die Werbung, am March teilzunehmen. Das ist Lobbyismus pur: Einflussnahme durch Bezahlung von einigen wenigen sehr reichen Menschen – aber das sieht FOCUS wohl ganz anders. Es wäre interessant gewesen, wie Timo Lange von LobbyControl dies sieht. Aber diese Frage wurde ihm ja nicht gestellt. Auch hier vergisst die Autorin, einige Details zu erwähnen: Zur EU-Waffenrichtlinie möge man sich bitte die Zeitungsmeldungen der Schweizer anschauen. Dort findet aktuell eine echte öffentliche Debatte statt. Selbst die Schweizer Polizei erkennt (auf Druck der Mitglieder) an, dass sogar die entschärfte Version keinen Beitrag zur öffentlichen Sicherheit leistet oder Terrorismus verhindert. Auch bei uns soll eigentlich im September die EU-Waffenrichtlinie gesetzeswirksam werden. Doch bis heute gibt es nicht einmal einen Entwurf. Auch hier ist mir ein Formulierungsfehler unterlaufen. Ich meinte natürlich Factstorm und nicht Shitstorm. Schaut man sich die Online-Kommentare und Leserbriefe unserer Unterstützer an, dann sieht man dort viele Fakten, doch selten Beleidigungen oder den Wunsch, die „Gegner“ sollen krepieren. Darin unterscheiden sich Waffenbefürworter von Tierrechtlern und Gegnern von Waffenbesitz. Auch hier wieder meine Antworten laut Verschriftlichung: Hätte Frau Schibilla mal die Facebook-Gruppe oder unsere Webseiten besucht, dann hätte sie wissen können, dass bei der Postkarten-Aktion neben der AfD immer auch die FDP und auf europäischer Ebene die LKR gemeint war. Wir sind kein AfD-Wahlwerbungsverein, sondern unterstützen sachkundige Forderungen jeder Partei. Leider hat uns die CDU und CSU in den letzten 15 Jahren oft hängen gelassen. Die SPD hat sich mittlerweile ganz auf Gegnerseite zum privaten Waffenbesitz geschlagen. Die Innenminister der rot-grün und grün-rot regierten Bundesländer fordern seit Jahren im Bundesrat immer strengere Auflagen. Zum letzten Satz in dem Artikel: Frau Schibilla wollte mich unbedingt im Geschäft interviewen. Solche Interviews mache ich grundsätzlich nur, wenn das Geschäft geschlossen ist, also an einem Mittwoch nachmittag. An dem von ihr favorisierten Tag war ich nachmittags ganz alleine im Geschäft, was selten vorkommt. Ich habe tatsächlich daher ihre Kontaktdaten aus Sicherheitsgründen verlangt: damit man weiß, wer mich ausgeraubt haben könnte, falls ich am nächsten Tag nicht mehr ansprechbar gewesen wäre. Im Gegensatz zur Antifa wird diese Adresse weder veröffentlicht, noch wird die Adresse an Rabauken weitergegeben, die Farbbeutel schmeißen oder Autos abfackeln. Aber das kann ja Frau Schibilla nicht wissen, weil sie uns nicht wirklich kennen lernen wollte. Immer wieder werden wir darauf hingewiesen, dass wir in Europa keine “amerikanischen Verhältnisse” wünschen. Auch dazu gibt es ein Statement der GRA: Ist es übrigens bekannt, dass 99% der tödlichen Gewaltdelikte der USA in nur 5% der Straßen verübt werden und dass 2014 in 54% aller Counties der USA überhaupt kein Mord verübt wurde, obwohl es dort viele legale Waffenbesitzer gibt?
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Focus-Interview vom März 2018

Im Mai erhielt ich die Verschriftlichung des über einstündigen Interviews, das ich im März 2018 mit der Journalistin Kim Schibilla vom Focus geführt hatte, zum Redigieren. Ich war anfangs etwas erschrocken, wie ungenau ich formuliere, wo ich mir doch beim Schreiben bei der Wortwahl so viel mehr Mühe gebe. Aber was soll’s. Hier nun die Abschrift: Verschriftlichung des Interviews Wie sind Sie zu dem Beruf gekommen? Ich bin da reingeboren, den Laden gibt es seit über hundert Jahren. Mein Vater hat ihn schon von seinem Vater und der wieder von seinem Schwiegervater übernommen. Ich habe eigentlich eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht. Ich war gar nicht darauf aus, das Geschäft zu übernehmen. Haben Sie einen Waffenschein? Nein. Mit 15 habe ich die Berechtigung für Jagdwaffen erworben. Ich war auch nie jagen. Einmal saß ich mit 16 auf dem Hochsitz und sollte schießen, aber dann habe ich angefangen zu weinen und es gelassen. Wieso dann doch so engagiert? Die Frau des Waffenhändlers, der die Tatwaffe von Winnenden verkauft hat, hat 2009 unter einer richtigen Hetzjagd gelitten. Was damals geredet wurde, war gar nicht mehr aushaltbar. Hier in Berlin hat man nicht so viel davon mitbekommen, aber da unten wurden sämtliche Waffenhändler aus „Händler des Todes“ bezeichnet, wodurch ich ja auch indirekt getroffen wurde. Damals hatte ich den Laden schon gemeinsam mit meinem Bruder übernommen. Vor allem mit der massiven Anti-Waffenlobby hatte da niemand gerechnet, da war ja vorher heile Welt. Die Anti-Waffenlobby schaut immer gezielt, wo in der Welt etwas Schreckliches passiert, und dann machen sie dort Stimmung. Sie tun das unter dem Deckmantel des Opferschutzes, also Waffenkriminalität, aber ihr eigentliches Ziel ist die Entwaffnung von allen. Egal ob von Jägern, Sportschützen oder Sammlern. Und damit verdienen sie gutes Geld: Durch Förderungen, Spenden, Unterstützung der Regierung. Solche Unterstützung haben wir nicht. Ich habe alles, was ich zusammengetragen habe, in ehrenamtlicher Arbeit im Internet zusammengesucht. 2009 haben unsere Verbände noch auf ihre guten Kontakte in den Hinterzimmern zu den Regierenden vertraut. Aber das funktioniert so nicht mehr. Bei uns wird Politik auf der Straße und in den Medien gemacht. Welche Reaktionen der Politik hätten Sie sich nach Winnenden gewünscht? Politiker sollten sich einfach davor hüten, nach medial wirksamen Einzeltaten Gesetze zu verabschieden. Darum geht es mir. Es geht nicht darum, dass notwendige Gesetze nicht eingeführt werden – aber nicht direkt nach so einer Sache. Dann sind sie oft einfach unbedacht. Grundsätzlich fände ich es nach einer solchen Tat gut, wenn man überlegt, wie man so viel Opferschutz wie möglich betreiben könnte. Und nicht, wie man so wenig Waffen wie möglich erlaubt. Also: Wie kann man verhindern, dass eine psychisch kranke Person an eine Waffe kommt, die Rechte der „guten“ Bevölkerung aber nicht einschränkt. Außerdem wissen wir aus einer EU-Studie, dass 75 bis 100 Prozent der Tatwaffen illegal beschafft werden. Das sind oft Schreckschuss- und Salutwaffen aus dem Ausland, die dann in scharfe Waffen umgebaut werden. Was ist das Problem mit der Gesetzeslage? Erstmal sind die Gesetze zu kompliziert. Und dann werden sie oft anlassbedingt verabschiedet und von Leuten besprochen, die keine Ahnung haben. Und dann kommt es zu Kompromissen – Aber der Kompromiss zwischen Champagner und Hundescheiße schmeckt nicht nach Champagner. Wer am lautesten schreit, bekommt in großen Teilen seinen Willen und das bedeutet dann eine Restriktion für andere. Ein paar von unseren Gesetzen sind richtig gut – andere sind einfach dumm. Die sind so kompliziert, dass man sie nicht mehr einhalten kann. Waffenbesitzer werden zu Unrecht bestraft. Wenn alle so bestraft würden wie Waffenbesitzer, dann wären die Straßen halb leer und die Plenarsäle auch. Wenn Sie zwei Mal über eine rote Ampel fahren, ist Ihr gesamter Waffenbesitz weg, weil Sie dann als unzuverlässig gelten. Wir müssen laufend unser Recht einklagen. Waffen zum Selbstschutz Die Gesellschaft ändert sich dadurch nicht, ob wir ein strenges oder ein liberales Waffengesetz haben. Es ändert sich aber etwas für das Individuum. Deshalb setze ich mich beim Opferschutz dafür ein, dass endlich anerkannt werden muss, wenn man Angst hat. Dass man eine Waffe zum Selbstschutz erwerben darf, denn uns Frauen helfen Hand und Fuß nicht, um uns zu verteidigen. Gleichzeitig muss man aufpassen, dass die „bösen Kerle“ nicht an Waffen kommen, weder legal noch illegal. Kann das nicht gefährlich werden? Beispielsweise durch Verwechslungen, wenn man sich Zuhause bedroht fühlt? In Amerika ist es für jemanden, der sauer ist, zu leicht, an eine Waffe zu kommen. Das stimmt. Woher die 10.000 Waffentote in den USA kommen, kann ich Ihnen nicht sagen, weil es nirgendwo steht. Aber ein Großteil davon passiert durch Gangkriminalität, dort kommen auch die meisten Kinder um. Weltweit ist Schusswaffenkriminalität ein Problem von jungen Männern in Großstädten. Sie haben sich auch dafür ausgesprochen, Menschen schon früh an die Waffe zu führen – mit Waldkindergärten, Volkshochschulkursen, … Ja, das passiert auch schon! Der deutsche Jagdverband macht inzwischen sehr gute PR-Arbeit in Berlin. Vor drei Jahren haben wir eine Petition mit 50.000 Unterschriften eingereicht, weil das ZDF eine Anti-Jäger-Kampagne gestartet hatte. Es gibt Schnupperkurse bei Jochen-Schweitzer. Dass die gesellschaftliche Akzeptanz steigt, ist ein Erfolg der Waffenlobby. Denn wir haben Fakten gebracht, Angst genommen – und bestärken unsere Mitglieder auch darin, sich öffentlich zu bekennen und zu zeigen, dass Waffenbesitzer ganz normale Menschen sind. Bei uns kommt es nicht zu Unfällen – nach dem Schach spielen ist das Sportschießen die unfallfreieste Freizeitbeschäftigung. Der Umgang mit Schusswaffen ist in Deutschland, bei den legalen Waffenbesitzern, so gut wie unfallfrei. Bilden sich auch Allianzen zwischen verschiedenen Waffengruppen? Es bilden sich schon Allianzen. Unsere Arbeit ist aber unglaublich schwierig, weil der Großteil der Gesetze in Brüssel verabschiedet wird. Ich arbeite dazu mit „Firearms United“ zusammen, wir haben aber einfach Sprachschwierigkeiten. Auch die Gesetzestexte liegen vor der Abstimmung nur auf Englisch vor und da entstehen schnell Missverständnisse. Haben Sie Einfluss auf die Erarbeitung eines Gesetzesentwurfs? Verbandsvertreter können natürlich an der Erarbeitung eines Gesetzes beteiligt sein – aber die haben keinen Einfluss, anders als die Pharmalobby. Der Einfluss ist minimal, das haben wir ja 2009 nach der Gesetzesänderung gesehen, die nach Winnenden auf den Weg gebracht wurde. Wie groß ist Ihr Einfluss? Wir haben da gar kein Mitspracherecht. Das Einzige, was wir haben, ist unsere Wählerstimme, die Medien für Shitstorms und Emails, Leserbriefe und so weiter, um Shitstorms gegen Sachen loszutreten, die wirklich ganz schlimm waren. Wir haben auch eine Petition mit 365.000 Unterschriften auf EU-Ebene auf den Weg gebracht – da kamen die meisten Unterschriften aus Deutschland. Suchen Sie auch den Kontakt zu Politikern? Kann auf die Art Einfluss ausgeübt werden? Das weiß ich nicht, denn in Deutschland bin ich ja nur ein ganz kleines Licht. Beim DJV und DSB, also bei den großen Dachverbänden der Jäger und Sportschützen, bin ich nicht im Vorstand. Da hört man mir gar nicht zu. Natürlich kritisiere ich die Verbandsvertreter, aber sie nehmen meine Kritik nicht an. Und sie erzählen mir auch nicht, was im Hinterzimmer abgeht – falls da etwas läuft. Bis September 2018 muss ja die neue EU-Waffengesetzrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt werden. Wir bekommen aber keinen öffentlichen Entwurf zu Gesicht. Der wird uns wahrscheinlich sechs Wochen vor der Sommerpause präsentiert und dann wird er angenommen, ohne, dass ein Wort geändert wird. So ist es in den letzten Legislaturperioden gelaufen. Ich selbst gehe nicht auf Politiker zu. Es läuft andersrum: Die kriegen von uns einen öffentlichen Shitstorm, wenn sie dumme Sachen schreiben. Wir machen einfach, was die anderen Vereine nicht machen: PR. Und wir rufen Leute auf, Postkarten oder Emails zu verschicken. Das wirkt bei den Politikern viel stärker. Strukturen der GRA: Marc, den Gründer der GRA, habe ich 2010 kennengelernt. Der hat das 2013 einfach online gegründet, ohne mich zu fragen. Ich bin ein halbes Jahr später eingestiegen. Mitglieder haben wir keine. Wir haben Sympathisanten und Follower. Wir sind zwar jetzt als Verein eingetragen, um die Spendengelder steuerlich geltend zu machen, es gibt aber keine zahlenden Mitglieder. Wir kriegen ab und zu mal ein bisschen Geld von Privatleuten geschenkt, damit können wir zum Beispiel geschäftliche Reisen organisieren. Ziel der GRA Unser Ziel ist es, dass Waffen nicht als das Böse wahrgenommen werden. Die Wahrnehmung passt dabei nicht mit der Realität zusammen. Was waren Erfolge? Wir haben 2012 eine Petition gegen das Halbautomatenverbot der Grünen gestartet. Und das ist auch bei der Politik angekommen. Ich schätze mal, dass 1,5 Millionen Wählerstimmen nach Waffenrecht wählen. Das ist nicht die Dimension der USA, aber trotzdem eine ganze Menge. Aber eine Menge Menschen hat erkannt, dass Waffenrecht ein Freiheits- und Menschenrecht ist. Waffenrecht ist ein Menschenrecht? Ja. Ich halte es für sinnvoll, dass das Waffenrecht in den USA im Grundgesetz festgeschrieben ist. Denn auch dort sind Gewalttäter und Kriminelle vom legalen Zugang zu Waffen ausgeschlossen. Leider funktioniert die Datenerfassung dort einfach nicht richtig. Der junge Mann vom Attentat in Florida hätte in Deutschland keine Waffe kaufen können. Ich unterstütze sinnvolle Gesetze, die diesen Menschen den Zugang zu Waffen verbieten – und dafür möchte ich es für die Nicht-Gewalttäter simpler haben, als jetzt. Konkrete Ziele der GRA? Ein Ziel ist die Vereinfachung des Waffenrechts. Das Zweite ist der Selbstschutz als Bedürfnis: Wenn sich jemand bedroht fühlt, reicht das heute nicht, um in Deutschland eine Waffe bewilligt zu bekommen. Wie bewerten Sie die Arbeit der Waffenlobby in den USA im Vergleich zu Deutschland? Dabei geht es aber weniger um Geld, andere spenden viel mehr an Politiker als die NRA. Im Vergleich dazu: Für den „March of our Lifes“ wurden über 3,5 Millionen gespendet worden. Da wurden die Schüler also im Grunde dafür bezahlt, dass sie mit einem Bus dahin kommen. Für mich ist das keine Demo. Ich teile mit Emma Gonzalez die Vision von einer Welt ohne Amokläufe. Nur beim Weg dahin sind wir uns grundverschieden. Sie möchte alles Mögliche verbieten, was mir gehört, und ich möchte, dass man sich stattdessen auf den Gefährder und die Problemviertel konzentriert. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Schüler zu schützen. Vor allem sollte man beim Mobbing hinsehen und die Schwachen mehr unterstützen, dann baut sich auch kein Hass auf.
Was die NRA in den USA so stark macht, sind die Mitglieder. Die machen genau das gleiche, was wir neuerdings auch versuchen: Das Bürgergespräch fördern und durch Öffentlichkeitarbeit Vorurteile abbauen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Schießdisziplinen und Vereinen? 1997 hat sich das Forum Waffenrecht gegründet, nachdem ein Jahr vorher IANSA, ein internationales Netzwerk gegen Waffen, gegründet wurde. Das Forum ist eine Allianz der Jäger, Sportschützen und Sammler, der Industrie und des Handels. Aber das ist halt ein Altherrenclub, da passiert wenig. Da trifft man sich vielleicht einmal im Jahr. Wenn eine Gesetzesänderung vorliegt, spricht man dort mit einer Stimme – das ist klar. Aber in der restlichen Zeit passiert nichts. Ich würde mir wünschen, dass sie es so machen wie die NRA: Mal etwas fordern. Nicht immer nur reagieren. Sie haben auch die Facebook-Gruppe „Waffenlobby“ gegründet… Ja! Das hab ich mich 2010 getraut, ich fand, es wäre Zeit, an die Öffentlichkeit zu gehen. Das Wort „Waffenlobby“ war vorher ein No-Go. In der Gruppe zensieren wir sehr wenig und wir lassen auch alle in die Gruppe rein. Das kann auch ein Fake-Profil sein. Das ist aber bei den Tier- oder Naturschützern auch so. Da sind auch Idioten unterwegs. In jeder Gesellschaftsgruppe gibt es die. Es gibt bestimmt auch den ein oder anderen Idioten, der eine Waffe besitzt – aber so sind Menschen. Solange sie keine signifikante Gefahr darstellen, haben sie ein Recht auf freie Meinungsäußerung, auch wenn sie mir nicht gefällt. Toleranz heißt ertragen. Wir haben einen schönen Spruch bei der GRA: „Wir kämpfen dafür, dass das homosexuelle Pärchen mit seinen Adoptivkindern mit einer legalen Waffe ihre Hanfplantage gegen Einbrecher beschützen darf.“ Wenn das alles zutrifft, haben wir’s geschafft. Dann sind wir eine libertäre Gesellschaft, in der ich gerne lebe. Gibt es einen Erfolg, auf den Sie besonders stolz sind? Dass die GRA das Waffenverbot der Europäischen Union verhindert hat. Ich habe da zwei Jahre lang für gearbeitet und eine Studie geschrieben, in der rauskam, dass Suizide und Waffenkriminalität gar nichts mit der Waffenbesitzdichte zu tun haben. Ich weiß, dass meine Statistik auch in einigen Innenministerien der EU verteilt wurde. Wir als „Firearms United“ waren die ganze Zeit in den beiden Ausschüssen, die das Gesetz begleitet haben, wir waren eine Arbeitsgruppe aus verschiedenen Ländern und die GRA war ein Teil davon. Ich habe in Brüssel auch mit Bernd Kölmel von der LKR eine Feuerwaffenkonferenz mit 270 Gästen organisiert, mit Politikern der ALDE, EVP und EKR, der die FDP, CDU und CSU/LKR angehören. Am Ende haben einfach unsere Fakten überzeugt. Wer hat mehr Einfluss, Waffenlobby oder Anti-Waffenlobby? Die Anti-Waffenlobby. Denn die haben die Grünen auf ihrer Seite. Die anderen Parteien trauen sich nicht. Es gibt bis auf die LKR (Liberal-Konservative Reformer), diese Lucke-Truppe, die sich von der AfD abgespaltet hat, keine Partei die hinter uns steht.
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Remember the Hero, not the Zero

Seit Winnenden lese ich alle möglichen Studien, Zeitungsberichte und Meinungen bzgl. Amokläufe/Massenmorde. Dabei bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es sich dabei oft um einen „erweiterter Selbstmord“ in Verbindung mit der „Suche nach Ruhm“ handelt, sofern der Attentäter ein jüngerer Mensch ist. Bei älteren Attentätern, die ihre Familie oder Arbeitskollegen töten, ist die Ohnmacht und die Wut über diese Ohnmacht vorherrschend. Wenn jüngere Attentäter sich intensiv mit Amokläufen beschäftigen, Manifeste schreiben und sich zum Ziel setzen, ihren Abgang mit noch mehr Opfern zu „begleiten“ als bisher, dann wollen sie in die Zeitung. Sie wollen ein öffentliches Bekenntnis abgeben und berühmt werden, eventuell auch Nachahmer finden. Dies ist auch – neben dem ausgelösten Terror – das Motiv der meisten Islamisten. Diese werden in den islamistischen Online-Magazinen und Videos gehypt und es wird dort zur Nachahmung aufgefordert. Ältere Attentäter hingegen fühlen sich oft von der Familie, Partner, Arbeitskollegen oder Chef im Stich gelassen, oder vom Staat gebeutelt, wenn der Gerichtsvollzieher kommt. Sie haben mit dem Leben abgeschlossen und wollen die Schuldigen bestrafen oder die Unschuldigen (Kinder) vor der Zukunft bewahren. Manchmal bleibt es beim „Suicide by cop“ (Selbstmord durch provozierte Polizeigewalt), öfters „nehmen sie alle Schuldigen“ in ihrem erweiterten Selbstmord mit. Hier würden Präventionsprogramme und eine andere gesellschaftliche Sichtweise in Bezug auf „Scheitern“ helfen. Seit 2001 gibt es den Verein „Freunde fürs Leben„, der Aufklärung und Kampagnen betreibt, um Selbstmorde zu verhindern. Die Zeitungen haben es sich angewöhnt, nicht mehr über Selbstmorde zu berichten, um den „Werther Effekt“ zu verhindern, der Nachahmungstäter hervorbringt. Ähnliche Beschränkungen sollten wir uns bei Massenmördern auferlegen. Ich halte mich daran. Man wird in meinem Blog keinen Namen der Attentäter finden, auch keine Bilder oder Zitate aus Manifesten. Ab und an schreibe ich über die möglichen Motive (Frauenhaß), versuche aber immer, den Attentäter als Verlierer darzustellen. Genau das sagt auch Mr. Colion Noir: Statt dem Attentäter so viel Raum in den Zeitungen zu geben, sollten wir den Opfern Raum geben. Dann verschiebt sich der Ruhm vom Täter auf die Opfer – das Gegenteil von dem, was diese Täter wünschen. Das ist ein Auszug meines Artikels vom Oktober 2015
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Katja Triebel

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Deutschlandfunk: Kann man die amerikanische Waffenlobby verteidigen?

Deutschlandfunk Moderator Philipp May interviewte Katja Triebel zum Amoklauf in Florida und zum Waffenrecht: Podcast zum Nachhören ab Minute 11:30 http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/02/23/2322018_tafeln_nur_fuer_deutsche_dlf_20180223_1700_89553a13.mp3 Philipp May (PM): „Wir müssen unsere Schulen härter, nicht weicher machen. Eine waffenfreie Zone in Schulen ist für einen Killer wie eine Eisdiele.“ Das ist die Antwort von Trump auf den jüngsten Amoklauf an einer amerikanischen High Shool in Parkland, Florida. Mal wieder Fassungslosigkeit bei den meisten Beobachtern, besonders in Europa, wo man die laschen Waffengesetze und den Einfluss der mächtigen Waffenlobby National Rifle Association nicht nachvollziehen kann. Gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der das zu verteidigen mag. Doch es gibt sie natürlich auch hier, die Waffenfreunde. Angelehnt an die NRA gibt es auch die German Rifle Association. Im Gegensatz zum amerikanischen Vorbild ein kleiner Verein und engagiertes Mitglied ist Katja Triebel, die ich gerade angerufen habe. Einer der Slogans der NRA ist „Ein böser Mann mit einer Schusswaffe wird am besten gestoppt durch einen guten Mann mit einer Schusswaffe.“ Ich nehme an, dass teilen Sie? Katja Triebel (KT): Ja, das teile ich mit der Einschränkung: nicht jeder mit einer Schusswaffe ist ein guter und nicht jeder fühlt sich mit einer Waffe sicherer. PM: Noch besser wäre es doch, keiner von beiden hätte eine Schusswaffe, weder der gute, noch der böse. KT:  Ja, aber das versuchen Sie mal, dass die Bösen keine haben. Das klappt irgendwie nicht. PM: In Deutschland haben wir wesentlich restriktivere Gesetze und es ist ja offensichtlich, dass wir deutlich weniger Schusswaffen und Schusswaffentote haben als in den USA. Ist das, weil wir so scharfe Gesetze haben? KT: Nicht unbedingt. Wenn man sich Amerika mal anschaut, wo die meisten Morde stattfinden, dann sind das alles Großstädte. Die weltweite Forschung sagt, dass Schusswaffenmissbrauch ist eine Problem von jungen Männern in Großstädten. Es gibt in Amerika Landstriche, wo überhaupt keine Morde stattfinden. 54% der Counties in Amerika hatte Null Morde im Jahr 2014 zu verzeichnen. Und dann gibt es andere, wo ganz viel passiert. Und dann dort auch nicht in der ganzen Stadt verteilt, sondern an bestimmten Orten geballt und anderen wieder nicht. PM: Wenn man sich aber die Schießereien und Amokläufe in den USA anschaut – 2017 waren es allein 411, zu welchem anderen Schluss kann man kommen als dass es in den USA ein massives Problem mit Schusswaffen gibt. KT: Generell hat die USA das Problem, dass man zu schnell an eine Schusswaffe herankommt. Insbesondere die Kriminellen kommen zu einfach heran. Die NRA hat selber gesagt, dass der Background-Check verbesserungswürdig ist. Der Ex-Schüler in Florida hatte den Background-Check bestanden, obwohl seit 2010 die Polizei jedes Jahr mehrfach zu ihm nach Hause gerufen wurde und obwohl im Januar und Februar Leute ihn beim FBI angezeigt hatten, dass der was plant. PM: Da sind sich ja wohl alle einig. Die NRA und Trump möchten das ja auch. Ein anderes Problem ist, dass man in den USA schon im jüngsten Alter Schusswaffen kaufen kann – bevor man Alkohol kaufen darf. Sind Sie auch dafür, dass man die Altersgrenze hochsetzt? KT: Das ist ein richtiger Ansatz aus zwei Gründen. Es gibt bei jungen Menschen zwei unterschiedliche Gruppen. Die eine Gruppe schießt, seitdem sie acht, zehn oder zwölf Jahre alt ist, im Verein oder geht mit den Eltern zu Jagd. Die haben ein ganz anderes Verhältnis zu der Waffe. Wenn die jetzt 16 oder 18 werden, dann werden die nicht umgedreht. Für die ist weiterhin eine Waffe ein Werkzeug. So wie ich als Büchsenmachertochter mein ganzes Leben Waffen gesehen habe und die noch nie als Gewaltinstrument betrachtet habe. Die stehen einfach in der Werkstatt, werden zur Jagd genutzt, zum Sportschießen genutzt. Da war noch nie eine Phantasie dabei. Dann gibt es aber junge Leute, die in der Pubertät anfangen, sich dafür zu interessieren. Und wir wissen von den Amokläufern, dass das ein langwieriger Prozess ist, einer mit Narzissmus; manche werden gemobbt, manche haben selber gemobbt, wo man sich nicht wohlfühlt, man eine absolute Wut aufbaut; eventuell auch gestärkt durch Computerspiele und Gewaltfernsehen, wo Empathie abgestumpft wird. Die haben ein anderes Verhältnis zur Waffe. Die denken, dass die Waffe das Lösungsmittel ist. Und jetzt werde ich endlich 18 oder 21 oder 25, dann kann ich mich an der ganzen Welt rächen. PM: Heißt das im Umkehrschluss, man solle den Leuten lieber früher eine Waffe in die Hand geben? KT: Ja, dieser Meinung bin ich. Selbst in Großbritannien gibt es 3000 Minderjährige mit einer Waffenlizenz. Dann dürfen die unter Aufsicht von Erwachsenen trainieren. Wir hatten hier einen jungen Praktikanten, der ist 2009 16 geworden und durfte dann nicht halbautomatische Schrotlflinte besitzen, sondern musste noch zwei Jahre warten. Der schoss, seitdem er zehn Jahre war, beim DSB als Leistungsschütze. PM: Beispiel Australien. Nach dem Amoklauf 1996 hatte die Regierung restriktive Waffengesetze beschlossen und außerdem ein Rückkaufprogramm. Seitdem ist die Tötungsrate deutlich gesunken, um 79%. KT: Generell ist die Tötungsrate in allen westlichen Industrieländern deutlich gesunken seit 1990. In England ist sie bis 2002 gestiegen, in Irland auch ein bisschen, aber ansonsten stark gesunken. Australien mit Waffenverbot kann man vergleichen mit Neuseeland oder Kanada. Das hat eine Forscherin vor 10 gemacht. In Neuseeland gab es nach deren Amoklauf kein Waffenverbot. Dort sind auch nicht die Waffen registriert, sondern die Waffenbesitzer. In Neuseeland ist die Mordrate stärker gesunken als in Australien. Und wir wissen aus Australien, dass momentan genauso viele legale Waffen besessen werden wie vor dem Buyback (Rückkaufprogramm). In Australien gibt es mittlerweile viele Gangs und viele kriminelle, illegale Waffen und der Schusswaffenmissbrauch steigt dort seit ein paar Jahren. PM: Was fordern Sie in Deutschland bzw. was missfällt Ihnen an der Waffengesetzgebung in Deutschland? KT: Die Ungerechtigkeit! Ich habe mich seit 2009 intensiv mit Amokläufen beschäftigt. Ich kann nur jedem empfehlen, die Bücher von Professor Scheithauer zu lesen und seine Forschung. Hinsehen, leaken und helfen! Auch der Attentäter in Florida hatte viele Warnhinweise hinterlassen. Warnhinweise sind Sachen zum Einschreiten. Da könnte man vorher einschreiten und Hilfe anbieten. Die fallen nicht vom Himmel, die entwickeln sich langsam. PM: Und wo ist die Ungerechtigkeit? KT: In der Gesetzgebung. Staatsanwalt Hofius hat das wunderbar erklärt. Es wird von legalen Waffenbesitzern in Deutschland und Europa erwartet, Chorknaben zu sein. Wir hatten vor 2003, was völlig richtig ist, dass jemand nicht zuverlässig ist, wenn er durch Gewaltdelikte auffällt oder gegen das Waffengesetz oder Jagdgesetz verstoßen hat. Mittlerweile ist das Waffengesetz so kompliziert, dass man es kaum schafft, alle Punkte einzuhalten, weil nicht mal die Richter und Rechtsanwälte das Gesetz verstehen. Mittlerweile reicht es auch, wenn Sie zweimal über eine rote Ampel fahren, dass sie unverlässig sind; oder beim steuerlichen Vergehen oder einer Beleidigung. PM: Steuerliches Vergehen reicht, um den Waffenbesitz zu verlieren? KT: Ja, dann sind Sie nicht mehr zuverlässig. Wir sagen immer: Würden Politiker und Autofahrer so hart bestraft werden wie legalen Waffenbesitzer, wären die Straßen halb leer und die Plenarsäle auch. PM: Frau Triebel, das war hochspannend, mit Ihnen darüber zu sprechen. KT: Es ist schön, wenn man mal zu Wort kommen durfte. Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. Irgendwo in der Mitte liegt das richtige Maß. PM: dertag@deutschlandfunk.de – da können Sie hinschreiben: Wir lesen alles: Kritik, Lob, Input – egal. Wer nachlesen will, wie ich zu meinen Einschätzungen komme, kann den folgenden Links folgen. Wie sich Amokläufe verhindern lassen Am besten verhindert man Amokläufe, in dem man die Spirale, die zu Amokläufen führen, unterbricht. Durch Hinsehen, Weitersagen und Helfen. Der beste deutschsprachige Artikel zu diesem Thema erschien vor fünf Jahren in der SZ. Mir wurde berichtet, dass es in der Schule in Winnenden vor 2009 eine ungerechte Bestrafungskultur gab: beliebte Schüler konnten sich Dinge herausnehmen, für die unbeliebte Schüler bestraft wurden. Der Attentäter aus Winnenden gab Warnhinweise, weshalb er von seinen Eltern zu einer Therapie geschickt wurde. Seine Gewaltphantasien unterlagen jedoch der ärztlichen Schweigepflicht. Aus Erfurt wissen wir, dass die Eltern des Attentäters nicht wussten, dass ihr Sohn von der Schule suspendiert wurde und gar keine Chance mehr auf einen Abschluss hatte. Der Attentäter in Florida hinterließ noch viel mehr Warnsignale: Innerhalb von sieben Jahren rückte die Polizei 39 mal bei ihm zuhause an. Er postete gewalttätige Bilder auf Instagram. Das FBI wurde im Januar davon unterrichtet, dass er öffentlich einen Amoklauf ankündigte. Das System hatte hier völlig versagt. Quelle: New York Post vom 24. Februar 2018 Wie man Amokläufe beenden kann Nach Columbine bzw. in Deutschland nach Erfurt hat die Polizei ihre Reaktion auf Amokläufe geändert. Da die meisten dieser Attentate weniger als sechs Minuten andauern, sollen die Polizisten nicht mehr auf die Spezialkommandos (SEK, MEK) warten, sondern sofort ins Gebäude eindringen und den Attentäter (aus der Deckung heraus) konfrontieren. Nachdem das FBI 2013 „active shooter incidents“ ausgewertet hatte, haben sich auch die Empfehlungen für Zivilisten (Schüler, Lehrer) geändert. Aus „Run-Hide-Tell“ (flüchten-verstecken-melden) wurde „Run-Hide-Fight“ (flüchten-verstecken-kämpfen). Selbst in Los Angeles, das für seine negative Einstellungen zu Waffen bekannt ist, hat das dortige County Sheriff’s Department ein Video veröffentlicht, das als letzte Alternative, wenn Flucht und Verstecken nicht möglich ist, zur Gegenwehr auffordert. Wenn die NRA (und Trump) davon sprechen, dass Schulen keine waffenfreien Zonen mehr sein sollen, sondern Lehrer sich bewaffnen sollten, um ihre Schüler zu schützen, dann schütteln wir Europäer den Kopf. Die Fakten zeigen jedoch, dass diejenigen Lehrer (und Studenten), die in Schulen und Universitäten mit Erlaubnis bewaffnet sind, nicht verantwortungslos mit ihren Waffen umgehen. Weder bedrohen die Schüler ihre Lehrer für bessere Noten, noch Lehrer ihre Schüler, um ihre Anordnungen durchzusetzen. Die Schulen und Universitäten sollten daher selber entscheiden können, ob sie das möchten. Die Entfernung zum nächsten Polizeirevier ist sicherlich ein Kriterium, die Einstellung der Lehrer, Eltern und Schüler ein anderes. Eventuell reicht es ja schon, wenn statt improvisierter Waffen (Feuerlöscher wie im Video) auch neben dem Erste-Hilfe-Set ein starkes Pfefferspray zum Notfallrucksack gehört. Quelle: Washington Examiner vom 23. Februar 2018 Ist Schusswaffenbesitz die Ursache von Mord? In den USA sind Schusswaffen häufiger auf dem Land als in den Großstädten zu finden. Laut einer PEW Studie besitzen 39% der Haushalte auf dem Land eine Schusswaffen, aber nur 18% in den Städten. Bei Mord sieht es genau anders herum aus: 54% der Counties mit 11% der Bevölkerung hatten 2014 überhaupt keine Tötungsdelikte, während in 1% der Counties mit 19% der Bevölkerung 37% aller Tötungsdelikte vorkamen. Quelle: Crime Prevention Research Center vom 25. April 2017 Können Waffenverbote Gewalt verhindern? Einer der besten Artikel zu Waffenverboten und Gewalt erschien nach Las Vegas in der Washington Post – eine Zeitung, die nicht als waffenaffin, sondern als progressiv-liberal gilt. Die Autorin Leah Libresco war gegen die NRA und für „Common Sense Gun Control“ (vernünftige Waffenkontrolle), für ein Verbot von „Assault Weapons“ und Schalldämpfern, für eine Reduzierung der Magazinkapazitäten und vielen anderen gesetzlichen Auflagen – bis sie die 33.000 Schusswaffentote in den USA untersuchte und die Waffengesetzgebung in Australien und Großbritannien unter die Lupe nahm. 2/3 der Schusswaffentote sind Selbstmörder. (Anm. Die USA hat übrigens die gleiche Selbstmordrate wie Deutschland. Und obwohl mittlerweile 40% der US-Waffenbesitzer weiblich sind, bringt sich kaum eine Frau mit einer Schusswaffe um). 20% der Schusswaffentoten sind junge Männer zwischen 15 und 34 Jahren, die häufig bei Gangrivalitäten auf offener Straße erschossen werden. 5% Schusswaffentote sind Frauen, die bei „häuslicher Gewalt“ getötet werden. Während ihrer Untersuchung fand sie keine gesetzlichen Maßnahmen, die oben genannte Opfer verhindert könnten, dafür aber viele kleine Maßnahmen, die direkt auf die potientiellen Opfer und Täter abgestimmt sind. Ihrem Schlusssatz stimme ich vollständig zu: Quelle: Washington Post vom 3. Oktober 2017 Bereits 2012 hatte ich zu diesem Thema gebloggt: Können Waffenverbote und Waffenkontrollen Gewalt verhindern? Australien und England Jahrelang wurde uns England als Heilmittel gegen Schusswaffengewalt präsentiert bis sich herausstellte, dass zwar in England weniger Menschen mit Schusswaffen getötet werden (nur 4%), aber sich die Mordrate dort auf einem für die EU hohem Niveau befindet. Mittlerweile ist es sogar in Bezug auf Gewaltdelikte gefährlicher in London als in New York zu leben. Von daher konzentrieren sich seit ein paar Jahren die Waffenkontoll-Aktivisten auf Australien. Hartnäckig hält sich die Behauptung, dass wegen des Waffenverbots, die Gewalt verringert hätte. Doch dem ist nicht so, wie ich anhand von amtlichen Statistiken und Studien hier im Blog erkläre: Waffenrecht in Australien        
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Waffenrecht in Australien

Aktuell lesen wir überall, dass die Regulierung von Halbautomaten (Verbot) und das Buyback-Programm (Rückkauf solcher Waffen) im Jahr 1997 (National Firearms Agreement) einen entscheidenden Einfluss auf den Rückgang von Mord und Selbstmord in Australien hätten. Viele Studien und Quellen haben ergeben, dass das Waffenverbot und Rückkaufprogramm keinen signifikanten Einfluss hatten. Auch wird vergessen zu erwähnen, dass seit 1992 die Tötungsraten in fast allen westlichen Industrieländern dramatisch zurückgegangen sind. Eine Studie sieht zwar einen signifikanten Rückgang bei Selbstmord mit Schusswaffen, jedoch nicht bei Selbstmord generell, sowie nur einen geringen Rückgang bei Mord. Die aktuelle Statistiken über Mord der Regierung Australiens zeigen einen stetigen Rückgang, jedoch keinen signifikanten Einfluss ab dem Jahr 1997. Mittlerweile ist die Mehrheit der Kriminologen der Auffassung, dass legaler Waffenbesitz keinen Einfluss auf die generelle Selbstmordrate und Mordrate hat, auch wenn die Medien diese Einsicht nicht verbreiten. Im Folgenden einige Graphen und Statistiken aus den Studien und von Regierungsseiten, sowie ein YT-Video, das die Statistik zu Australien erklärt. Weniger Morde mit Schusswaffen, aber nicht insgesamt Nach 1996 stieg in Australien kurzfristig die Mordrate ohne Schusswaffen (durchgezogene Linie), während Morde mit Schusswaffen (gestrichelte Linie, wie auch insgesamt (nicht dargestellt) fielen – wie auch die Jahre zuvor. Quelle: „Gun laws and sudden death: Did the Australian firearms legislation of 1996 make a difference?“ (Download vom Oxford Journal) Vergleich mit Neuseeland und Kanada Vergleicht man die Mordraten in Neuseeland, Kanada (ohne Waffenverbot) mit Australien (Halbautomatenverbot 1997), so fällt auf, dass der Rückgang in Australien moderater ausfiel als in Neuseeland. Auch in Neuseeland gab es einen Amoklauf mit Schusswaffen, jedoch weder ein Rückkaufprogramm, noch ein Waffenverbot bestimmter Waffentypen. In Neuseeland werden die Waffenbesitzer registriert, jedoch nicht die Waffen selber; so wie auch die Langwaffen in Kanada nicht registriert sind.
Quelle: „Firearm Homicide in Australia, Canada, and New Zealand: What Can We Learn From LongTerm International Comparisons?“ Legal oder illegal? Beim Status von Schusswaffen, die in Australien für Morde missbraucht wurden, findet man – wie auch in Europa – einen hohen Anteil an bereits verbotenen (illegale) Waffen. Quelle:  IC-Wish.org Selbstmord und Tötungsdelikte mit/ohne Schusswaffen Es gibt zwei Studien, die die Effekt des National Firearms Agreement auf Selbstmord- und Mordraten untersuchten. Die Studie der Universität Melbourne wird von den Medien ignoriert. Sie kam zu folgendem Schluss:
Quelle: http://melbourneinstitute.unimelb.edu.au/downloads/working_paper_series/wp2008n17.pdf Die Studie von Andrew Leigh kam zu einem ähnlichen Schluss, betont jedoch einen Rückgang von 80% bei Schusswaffenselbstmord. Dieser Rückgang taucht in fast allen Medien auf.  Quelle: Do Gun Buybacks Save Lives? Evidence from Panel Data Auf den Regierungsseiten Australiens findet man diese Zahlen: Die Zahl der Mordopfer schwankte von 1993 bis 2007 leicht, während die für Totschlag relativ stabil blieb. Die Zahl der Mordopfer erreichte 1999 ihren Höhepunkt bei 344; die Zahl der Totschlagsopfer erreichte im Jahr 2002 mit 48 Opfern den Höhepunkt. Die im Jahr 2007 verzeichneten 253 Mord- und 29 Todschlagsopfer waren die niedrigste jährliche Zahl, die jemals verzeichnet wurde. Quelle: http://www.aic.gov.au/statistics/homicide.html   Stetiger Rückgang bei Tötungsdelikten seit 1989 Die Zahl zeigt, dass es zwar von Jahr zu Jahr Schwankungen gibt, Mordfälle jedoch seit dem Beginn des NHMP im Jahr 1989 (Anm. acht Jahre vor dem Waffenverbot/Rückkaufprogramm) einen stetigen Rückgang verzeichnet haben. Im Jahr 2006-07 gab es die zweitniedrigste Anzahl von Mordanfällen im Sammelzeitraum.  Interessant ist, dass es wie in England im Jahr 2002 einen Höchststand gab. Quelle: AIC Nationales Homicide Monitoring Programm 1989-90 bis 2006-07  Der Prozentsatz der mit einer Schusswaffe begangenen Tötungsdelikten setzte einen rückläufigen Trend fort, der 1969 begann. Im Jahr 2003 wurden weniger als 16% der Tötungsdelikte mit Schusswaffen ausgeführt. Die Zahl war in den Jahren 2002 und 2001 ähnlich, von einem Höchststand von 44% im Jahr 1968.
Quelle: http://www.aic.gov.au/statistics/homicide.html Vergleich mit Europa Zum Vergleich der Rückgang von Mord und Selbstmord in Europa von 1998-2010. Während dieser Zeit gab es in der EU weder ein erneutes Waffenverbot, noch Buyback-Programme. Mord/Totschlag sank um 55%, Selbstmord ging um mehr als 40% zurück. Leider liegen für diese Jahre keine Anteile mit Schusswaffen vor. Im Durchschnitt werden ca. 17% der Tötungsdelikte mit Schusswaffen ausgeführt. Der Anteil der illegalen Schusswaffen soll zwischen 75 und 98% liegen.
Quelle: https://ec.europa.eu/health//sites/health/files/data_collection/docs/idb_report_2013_en.pdf Zum Vergleich die Schusswaffenkriminalität in England&Wales. 1996 wurden Handfeuerwaffen (rot markiert) verboten und ein Gun Buyback durchgeführt. Quelle: Homicide an Suicide with Firearms in Europe Tötungsdelikte in westlichen Industriestaaten Es ist bekannt, dass in den Vereinigten Staaten das Jahr 1992 einen großen Wendepunkt in Bezug auf die Häufigkeit von Mord darstellt. Im Jahr 1992 erlebten die Vereinigten Staaten eine Höchstrate von etwa 10 Tötungsdelikten pro 100.000, darunter besonders hohe Viktimisierungsraten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Seitdem haben die Vereinigten Staaten einen viel diskutierten Rückgang der Gewaltverbrechen erlebt, einschließlich eines Rückgangs der Tötungsraten um mehr als 40 Prozent und einer aktuellen Rate von etwa 5,6 pro 100.000. Doch während der Verbrechen in den Vereinigten Staaten eine Menge öffentlicher und akademischer Aufmerksamkeit erhalten hat, haben wenige Beobachter bemerkt, dass eine sehr ähnliche Veränderung in Europa aufgetreten ist. In den späten 1980er- oder frühen 1990er-Jahren erreichten die Mordraten ebenfalls einen Höchststand, und das mittlere Jahr des oberen Wendepunktes ist genau das gleiche wie in den USA, nämlich 1992. Seit 1992 fallen die Tötungsraten in den meisten europäischen Ländern dramatisch 62% in Österreich: von 1,49 im Jahr 1992 auf 0,55 im Jahr 2003 46% in Deutschland: von 1,18 im Jahr 1992 auf 0,63 im Jahr 2003 60% in Italien: über 1.600 Todesfälle im Jahr 1991 (2,84 pro 100.000) auf nur noch 550 im Jahr 2001 In Frankreich, der Schweiz, Portugal und den skandinavischen Ländern finden sich auch rückläufige Trends Große Ausnahmen sind Großbritannien, Irland und die Britischen Inseln Quelle: A Historical Perspective on the Latest Increase in Interpersonal Violence (1960–1990) by Manuel Eisner, Institute of Criminology, University of Cambridge, UK
Zitiert von mir: Homicide an Suicide with Firearms in Europe Professor Eisner erforscht seit Jahren Gewaltkriminalität, jedoch nicht mit Schwerpunkt Schusswaffen, sondern Jugendkriminalität. Er kann daher als ziemlich neutral gelten. Er hat sich bisher weder pro, noch kontra zu Waffengesetze geäußert. Sein Streben ist ein Rückgang der weltweiten Gewaltkriminalität um die Hälfte. Da Europa und die Westliche Welt (außer den USA) bereits Erfolg hatten, die Mordrate unter 2/100.000 zu drücken, liegt sein Fokus auf den Ländern, die das bisher nicht erreicht haben. Es gibt auch ein  Video zu den Fakten aus Australien:
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Waffenrecht im Koalitionsvertrag 2018

Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD kommt das Wort „Waffe“ 19 mal vor, sechs mal betrifft es zivile Kleinwaffen, 13 mal Rüstungsgüter wie ABC- und Kriegswaffen. Hier die beiden Absätze, die uns betreffen und die Interpretation dieser Sätze. Quelle: Koaltionsvertrag als PDF auf der CDU-Webseite Deutschland 2009 stand zum Waffenrecht dieser Absatz im Schwarz/Gelben Koalitionsvertrag, der auf Evaluierung setzte, bevor es zu Änderungen kommen sollte, und auch unzumutbare Belastungen vermeiden wollte: 2018 stehen jedoch mehr Auflagen und mehr Kontrollen an; alles der „Sicherheit wegen“! Technische Entwicklung und Sicherheit alle Bürger Die letzte Verschärfung im Sommer 2017 bezog sich insbesondere auf die Aufbewahrungsvorschriften für Waffen. Auch hier wurden die „technische Entwicklung“ und „Sicherheit der Bürger“ als Argumente benutzt. Es gab jedoch zuvor keine richtige Evaluation der Länder in Bezug auf Diebstahl/Aufbruch von Waffenschränken. Es wurden lediglich ein paar Zahlen in den Raum geworfen und behauptet, dass es weniger Diebstahl gäbe, wenn jeder seine Waffen in den teuren (und schweren) Tresoren aufbewahre. Quelle: Unsere Email an die Abgeordneten (2017) Uns wurde zugetragen, dass diese Diebstahl-Zahlen manipuliert waren. Geschichte wiederholt sich. 2003 argumentierte die damalige Regierung mit angeblich 6000 gestohlenen Waffen, die jedoch hauptsächlich Registrierungsverluste waren, für höhere Auflagen in Bezug auf Aufbewahrung und Erbwaffen. Auch die Zahlen über den Anstieg von Jugendkriminalität und das Video über die angeblich tödlich verletzten Türsteher waren manipuliert worden, die 2008 zum Messerführverbot führten. Einigen Politikern ist der Transport von Waffen ein Dorn im Auge. Es werden sich sicherlich noch einige daran erinnern, dass 2009 der „Waffenlobbyist“ Streitberger („unser Mann in Brüssel“), der 2003 das „Lex Armatix“ für Erbwaffen begünstigte, für Armatix-Stöpsel als Transportsicherung warb. Es ist eventuell auch bekannt, dass ich einen Kreuzzug gegen Armatix geführt hatte. Trotz Insolvenz macht diese Firma aber weiter, insbesondere in den USA und bei der VN-Kleinwaffenkonferenz (s.u.). Gleiches ist von Ernst Mauch zu berichten. Dieser ist zwar nicht mehr bei Heckler & Koch oder Armatix, aber weiterhin in Sachen „Smart Guns“ in den USA aktiv (s.u). Es ist daher zu erwarten, dass in den Ministerien Beamte versuchen werden, weitere „technischen Mittel“ gesetzlich verpflichtend einzuführen. Dies wird ihnen mit der Änderung 2009 des §36 erleichtert: „Dabei können die Ausstattung der Schusswaffe mit mechanischen, elektronischen oder biometrischen Sicherungssystemen festgelegt werden.“ Quelle: Donna Quichotta: Armatix ist insolvent …. (2015, Katja Triebel) Die im Oktober 2017 gegründete Vereinigung der Berufswaffenträger berichtete, dass innerhalb von vier Jahren die Anzahl der Waffenscheine um 37% reduziert wurde: Amnestie Amnestien sind mediale Erfolge ohne echten Sicherheitsgewinn (Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft). “Kriminelle liefern ihre Waffen natürlich nicht ab” (Konrad Freiberg, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei). Von den 200.000 abgegebenen Waffen waren 2009 zwischen 5% (Osten und Berlin) und 30% (Westen) illegalen Ursprungs, meist unangemeldeter Altbesitz, der die Sicherheit nicht relevant gefährdet oder verbotene Gegenstände wie z.B. Butterflymesser. Der überwiegende Teil der abgegebenen legalen Waffen bestand aus Erbwaffen (ohne Tresor/Sperre) und frei erwerbbaren Waffen. Die GRA berichtete: Waffen-Amnestie: Ein neuer Flop?! Nationales Waffenregister (NWR) Um die „Sicherheit zu erhöhen“, wird das NWR weiter ausgebaut. 2019 sollen Hersteller und Händler ihre Waffenzugänge und -abgänge elektronisch melden. Es ist sogar vorgesehen, dass jede Reparaturwaffe gemeldet wird. Im Sommer 2017 wurde hierfür als erster Schritt das verpflichtende Reparatur-/Verwahr-/Kommissionsbuch für Händler und Büchsenmacher eingeführt. Ab 2019 soll dann jede Reparaturannahme und -ausgabe elektronisch gemeldet werden. Man kann sich vorstellen, dass in der Zukunft dann auch jede Leihe (auch private für Wettkämpfe) elektronisch gemeldet werden muss. Im Zuge der Umsetzung der EU-Feuerwaffenrichtlinie wird auch der Verkauf von privaten Waffen erschwert werden. Angedacht sind Identifikationsnummern für Käufer, Verkäufer und Waffe, sowie eine Transaktionsnummer, ohne die eine Überlassung nicht mehr möglich sein wird. Würde dies die Sicherheit erhöhen? In den Evaluierungen der EU kam heraus, dass hauptsächlich illegale Waffen die Sicherheit gefährden. Diese illegalen Waffen stammen zu 2/3 aus Schmuggel und zu 1/3 aus unerlaubter Herstellung/Umbau innerhalb der EU. D.h. 75 bis 99% der Waffen, die unsere Sicherheit gefährden, waren nie registriert und werden auch künftig nicht registriert werden. Die GRA berichtete: Nationales Waffenregister Statistiken und Sicherheitsforschung Aussagekräftige Statistiken würden über den legalen Zustand von missbrauchten Waffen berichten, so wie es vor 2000 der Fall war: Eine Unterscheidung zwischen legalem, illegalen und erlaubnisfreien Besitz und deren Bezug auf die Straftat. Ebenso müssten die Motive, die Täter-Opfer-Beziehung und die Herkunft und Vorgeschichte der Täter, wie auch die Umstände der Tat statistisch erfasst werden. Ich hatte bereits auf die von der EU finanzierten ISEC Studie aus Skandinavien hingewiesen, die ein Handbuch für die präzise Datenerfassung bei Tötungsdelikten entwickelt hatte. Eine Auswertung in Bezug auf Schusswaffenmissbrauch findet man in meinem Report über Mord und Selbstmord in der EU auf der Seite 27. Bei meinen Recherchen bin ich auf eine Dissertation aus dem Jahr 2006 gestoßen, die Tötungsdelikte durch Schusswaffen untersucht hatte und dabei die meisten Daten des ISEC Handbuchs erfasste, obwohl sie fünf Jahre früher entstand. Sie lieferte ähnliche Ergebnisse wie die skandinavische Studie: Im Untersuchungszeitraum von 1993 bis 1999 wurden im Regierungsbezirk Münster 19 % der HomizidOpfer mittels einer Schusswaffe getötet. 60 % der Opfer wurden in ihrer eigenen Wohnung getötet, in 16 % der Fälle war dies eine gemeinsame Wohnung mit dem Täter. 60 % der Opfer waren männlich. Die Täter waren ausschließlich männlichen Geschlechts. 53 % der Täter waren nicht deutscher Nationalität. 80 % der Waffen befanden sich illegal im Besitz der Täter. 12% wurden bei Notwehr/Nothilfe durch Staatsbeamte benutzt. 8% waren in legalem, privaten Besitz. Zur Sicherheitsforschung müsste es Studien über Schusswaffenmissbrauch geben, die nicht nur die Zahlen wie oben auswerten, sondern auch untersuchen, ob der legale Besitz von Schusswaffen überhaupt einen Einfluss auf Tötungsdelikte hat. So gibt es z.B. „altruistische“ Tötungen und „erweiterte Selbstmorde“, in denen das Tatmittel ohne Belang ist. Die GroKo setzt auf mehr Kontrolle, mehr Registrierung und mehr Auflagen bei bereits registrierten Waffen, die – im Gegensatz zu illegalen Waffen – die Sicherheit nicht relevant gefährden. International VN-Kleinwaffenaktionsprogramm (PoA) und Waffenhandelsvertrag (ATT) hatten ursprünglich konventionelle Rüstungsgüter im Fokus, die in Deutschland dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen. Dazu gehören Kriegsschiffe, Panzer, Panzerabwehrkanonen und auch die vollautomatischen Feuerwaffen. Kleinwaffen sind hierbei diejenigen, die von einer Person bedient werden können. Leichtwaffen diejenigen, die mindesten zwei Personen erfordern. Mittlerweile konzentrieren sich die Kleinwaffenkonferenzen und der ATT jedoch vorwiegend auf Kleinwaffen, und hier insbesondere auf diejenigen, die zivil besessen werden. Die GRA berichtete: 5. Kleinwaffenkonferenz in New York im Juni 2014 Mein Artikel auf Englisch: UN’s Hypocrisy on Arms (2016) Mein Artikel auf Deutsch: Follow the Money (2013) Einige Politiker und Mitarbeiter in den Ministerien (insbesondere im Auswärtigen Amt) träumen davon, dass nur noch „Smart Guns“ zugelassen werden, die a) per GPS geortet werden können und b) per „Internet-Sperrknopf“ zum Abfeuern gesperrt werden. https://video.vice.com/de/embed/58406647464cde3c016db4b2
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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Ende des Mittelstands

Der STERN titelt: Vermögensschock: Die Deutschen sind die armen Würstchen der EU Diesmal hat der Stern statt sich auf die Kernaussagen des Global Wealth Report des Credit Suisse Research Institute’s zu verlassen, die Daten angeschaut und zwischen Durchschnittswert und Median unterschieden. Danach ist das Vermögen in der Schweiz und sogar im armen Portugal wesentlich gerechter verteilt als in den USA oder bei uns. Hier die Zahlen aus Tabelle 6.1: Durchschnitt, Median und Anteil des Medians am Durchschnittswert, sortiert nach Median. Schweiz: 537,599  – 229,059 -> 42%
Belgien: 278,139 – 161,589 -> 58%
Italien: 223,572 – 124,636 -> 55%
Frankreich: 263,399 – 119,720 -> 45%
Niederlande: 204,045 – 94,373 ->  46%
Dänemark: 281,542 – 87,231 -> 30%
Österreich: 221,456 – 57,534  -> 26%
USA: 388,585 – 55,876 -> 14%
Deutschland:  203,946 – 47,091  -> 23%
Schweden: 260,667 – 45,235 -> 17%
Portugal: 89,437 – 38,242 -> 42%
Tschechische Republik: 51,472 – 23,083 -> 45%
Der Stern liefert auch die Begründung: viele Mieter und immer geringere Renten machen die Deutschen arm. Mieter Renten Der Autor Gernot Kramper verweist auf seinen Artikel, der genau vor einem Jahr erschienen ist: Ende des Mittelstands – den Jungen geht es schlechter als ihren Eltern Er verweist auf die McKinsey-Studie, die die Haushaltseinkommen in 25 Industriestaaten untersucht hatte. Verschärfungen im Arbeitsmarkt Nullzinsen Auf diese wichtige Steuerungspolitik der EU wird leider nicht verwiesen. Wer seine Alterssicherung ausschließlich oder zusätzlich durch Lebensversicherungen und ähnlichem aufgebaut hat, verliert durch die Nullzinspolitik der EZB täglich Geld, auch steigen die Immobilienpreise. ZEIT berichtete im Mai 2017: Die WI-WO berichtete im März 2016: Das IW Köln untersuchte die Nullzinspolitik 2015: Wie arm sind die Deutschen? Ein Vergleich der Einkommen kann jedoch nicht für Armut herangezogen werden. Man kann im Verhältnis zu einem anderen Land viel verdienen und ist dennoch arm. Als depriviert (arm) gilt, wer sich aus finanziellen Gründen mindestens vier von neun Grundbedürfnissen nicht erfüllen kann: die Miete zahlen, die Wohnung heizen, unerwartete Ausgaben finanzieren, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige Mahlzeit essen, eine Woche Urlaub pro Jahr machen sowie ein Auto, einen Farbfernseher, eine Waschmaschine und ein Telefon besitzen. Nach dieser Definition liegt Deutschland knapp über dem EU-Mittelwert: Quelle: IWD: Armut in EuropaDas IWD berichtet weiter: Der Wohlstand in den 28 EU-Mitgliedsstaaten unterscheidet sich erheblich: So ist die Armutsgefährdung in Bulgarien und Rumänien doppelt so hoch wie in Deutschland (Grafik). Obwohl Tschechien nicht zu den reichen EU-Ländern zählt, ist dort die Gefahr, in Armut leben zu müssen, am niedrigsten. Das liegt vor allem daran, dass es relativ wenige Menschen mit – nach Landesmaßstab – sehr niedrigen Einkommen gibt. Quelle: IWD – Armutsgefährdung 2017Armut innerhalb Deutschlands Der Spiegel berichtete im Sommer 2017: Spitzensteuersatz für Normalverdiener Wie der Stern richtig interpretierte, haben die Deutschen trotz geringem Wohneigentum keine finanziellen Reserven. Das liegt u.a. daran, dass die Steuerspirale seit Merkel ständig steigt: Facharbeiter werden heute besteuert wie früher Topmanager: Bereits ab einem Einkommen von 53.666 Euro greift in Deutschland derzeit der Spitzensteuersatz von 42 Prozent. 1960 lag der Spitzensteuersatz zwar bei 53 Prozent, aber dieser griff auch nur bei Leuten, die das 18-Fache verdient hatten. Heute reicht schon das 1,5-Fache. Quelle: INSM Fakten zur Einkommenssteuer 2017 Quelle: INSM Fakten zur Einkommenssteuer 2017Mein Fazit: Gut gemeint – aber schlecht gemacht Der Staat glaubt, dass er die Armut nur durch Migration lösen könne, weil unsere Gesellschaft immer älter wird und uns die Arbeitskräfte aufgrund der wenigen Geburten ausgehen. Deswegen wurde die Zuwanderung so gepriesen. Nur hat unsere Politik die Zuwanderung falsch umgesetzt. Es kommen nicht diejenigen, die den Arbeitsmarkt stützen – wie in Kanada und Australien-, sondern diejenigen, die die Sozialsysteme belasten. Die, die jetzt neu dazu gekommen sind, lassen sich nur schwer in den Arbeitsmarkt integrieren. Sie vergrößern die Armut statt sie zu verringern. Jetzt wird gegengesteuert mit Unsummen an Bildungsmaßnahmen (Deutschkurse, Praktika, Ausbildungsverträgen), die aber häufig abgebrochen werden. Gleichzeitig wurden die Steuern, erhöht, die Renten gedrückt, die Ausgaben für Bildung heruntergefahren, die Ansprüche für höher Gebildete (Zulassung zum Hochschulstudium) gesenkt (beides schlecht für den Arbeitsmarkt), die Zinsen auf fast Null gesenkt (gut für die Staatsverschuldung, schlecht für die Alterssicherung), die Anschaffung von Wohneigentum verschlechtert (Wegfall Förderung, erhöhte Bauauflagen), die Strompreise erhöht und generell die Wirtschaft mit immer neuen EU-Auflagen behindert, die bei Nichtbeachtung zu Abmahnungen oder heftigen Bußgelder führen, wenn nicht gar zur Betriebsschließung. Und die Armut wird weiter wachsen…. Die jungen Leute, die es schaffen, verlassen Deutschland in Richtung Schweiz, USA, Kanada,Neuseeland und Australien. Und die, die bleiben, verarmen mittels Umverteilung immer mehr. Die Eliten werden nach Panama und Paradies andere Schlupflöcher finden oder ebenfalls das Land verlassen. Im Jahr 2016 verließen 4000 Millionäre Deutschland, im Vorjahr waren es 1000, in den vorherigen Jahren lag die Zahl im dreistelligen Bereich.

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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Glyphosat: Follow the money

Jeder wünscht sich gesunde, bezahlbare Lebensmittel und möchte gleichzeitig die Artenvielfalt stärken und die Natur schützen. Doch wo Lebensmittel angebaut werden, gibt es keine Artenvielfalt, da Unkräuter den Ertrag schmälern; wo Lebensmittel produziert werden, greift der Mensch massiv in die Natur ein und bestimmt, was dort wachsen darf; wo preiswerte Herbizide verboten werden, müssen teure andere Herbizide oder teure menschliche Arbeit oder Roboter eingesetzt werden. Die Debatte um Glyphosat stellt beim Bürger eine generelle Kritik an der konventionelle Landwirtschaft dar (mehr Artenvielfalt) und fordert eigentlich ein Verbot sämtlicher Chemie in der Natur und Nahrungsmittelproduktion (weniger Pestizide). Schaut man sich aber die derzeitigen Alternativen von Glyphosat an (Pflügen oder andere Herbizide), so kann man erkennen, dass ein Verbot weder zu mehr Artenreichtum führen wird, noch dazu, dass weniger schädliche Gifte in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Es geht einzig und allein darum, künftig teure EU-Herbizide abzusetzen, die solange unverkäuflich sind, solange es Glyphosat gibt, dessen Patent schon abgelaufen ist. Ein Aktivist des PAN Italia (Pesticide Action Networks) kritisiert auf Twitter, dass dieses Verbot eben nicht zu einem Verbot von Pestiziden führt, sondern nur, um die „Bio-Herbizide“ von Novamont (IT), Jade (FR) und Belchim (BE) zu promoten. Ich beschäftige mich jetzt sein über zwei Jahren mit Glyphosat, insbesondere in der letzten Woche und habe mal viel Wissenswertes aus Verbrauchersicht zusammen gestellt. Achtung der Artikel ist sehr lang, daher vorab die Zwischenüberschriften: Herbizidfreie Landwirtschaft Artienvielfalt Alternative: Pflügen Alternative: andere Herbizide Follow the money: Belouhka (FR/IT/BE) statt Roundup (US/DE) Pelargonsäure Glyphosat Ist Glyphosat krebserregend? Nein! Vergleich Glyphosat mit Pelargonsäure Die Dosis macht das Gift (nicht die Herkunft) Warum der Kreuzzug gegen Glyphosat? Zwei-Klassen-Chemie Weitere Infos Mein Fazit Herbizidfreie Landwirtschaft Daher ist das einzig Gute an der Debatte um Glyphosat, dass tatsächlich an einer herbizidfreien Landwirtschaft geforscht wird. Diese ist laut Experten realisierbar, aber auch kostenintensiver bei der Herstellung von Lebens- und Futtermittel. Um Unkräuter zu unterdrücken, forscht man an vielgliedrigen Fruchtfolgen, an der Untersaat von Bodendeckern wie Klee und Gras bei Mais und Getreide und auch an intelligenten Geräten oder gar selbständig durchs Feld fahrenden Agrarrobotern, die Unkräuter erkennen und nur diese gezielt entfernen. Zur Zeit gibt es jedoch noch keine massentaugliche Methode, die funktioniert oder bezahlbar wäre. Die Mehrheit der Konsumenten ist (noch) nicht bereit, deutlich mehr für Nahrung zu zahlen. Artenvielfalt „Natürlich reduziert Glyphosat den Pflanzenaufwuchs auf einer Fläche– das macht die mechanische Bodenbearbeitung mit dem Pflug aber auch.“ Alternative: Pflügen Mehr Kosten (500 Millionen Euro), mehr CO²-Ausstoß (500.000 Tonnen), mehr Bodenerosion, weniger Regenwürmer, weniger Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens, weniger Artenvielfalt. Alternative: andere Herbizide Andere Herbizide sind häufig deutlich schädlicher und weniger effizient. Follow the money: Belouhka (FR/IT/BE) statt Roundup (US/DE) Auch wenn Glyphosat von der EU noch weitere Jahre zugelassen wird, erlaubt das EU-Recht jedem Land, den Einsatz glyphosathaltiger Unkrautgifte auf dem eigenen Gebiet schlicht zu verbieten. Italien, Frankreich, Luxemburg und Belgien haben genau dies jetzt vor. Die folgenden Informationen stammen aus dem Artikel von Politico: Europas Alternative zu Glyphosat basiert auf Pelargonsäure Seit 2015 gibt es eine belgisch-französisch-italienische Zusammenarbeit in den chemischen Werken, die an einem Verbot von Glyphosat arbeiten, um die eigenen chemischen Unkrautvernichtungsmittel zu promoten, die bis zu 70% auf Pelargonsäure basieren. Diese Chemieunternehmen feuerten auch die langwierige Debatte hinter den Kulissen an, ob Glyphosat für Mensch und Umwelt schädlich sei. Zustimmung der Agrarlobby Bevor Frankreich und Italien national Glyphosat verbieten konnten, benötigten sie die Zustimmung der landwirtschaftlichen Organisationen. Die große französische Bauerngewerkschaft hat vor kurzem mit 40 anderen landwirtschaftlichen Organisationen ein Abkommen unterzeichnet, um die Verwendung von Glyphosat zu reduzieren und „Alternativen zum Schutz der Kulturpflanzen und zur Reaktion auf die Erwartungen der Gesellschaft“ anzunehmen. In Italien hatte 2015 die international agierende Biochemiefirma Novamont mit der Dachorganisation für Bauerngenossenschaften, eine Vereinbarung getroffen, das Bio-Herbizid „Beloukha“ im ganzen Land zu verkaufen. Novamont, das Pelargonsäure produziert, hat eine exklusive Vertriebsvereinbarung für das Bio-Herbizid. Italiens führende Bauerngewerkschaft Coldiretti war einer der führenden Gegner von Glyphosat. Pelargonsäure Pelargonsäure ist eine natürlich vorkommenden Chemikalie, die in einer Vielzahl von Pflanzen vorkommt, insbesondere Disteln. Der Haupthersteller ist ein Unternehmen namens Jade mit Sitz in den Außenbezirken von Bordeaux, das eine exklusive Vertriebsvereinbarung mit Novamont (siehe vorherigen Absatz), einem italienischen Chemieunternehmen, abgeschlossen hat. Pelargonsäure wird seit Jahren in Unkrautvernichtungsmittel verwendet, jedoch in sehr niedrigen Prozentsätzen. Monsantos Roundup besteht aus 2 Prozent der Substanz. Die neue Generation von Bio-Herbiziden in Italien und Frankreich enthält rund 70 Prozent. Eine Handvoll anderer europäischer Unternehmen produziert ebenfalls ähnliche Herbizide unter Verwendung von Pelargonsäure, jedoch mit geringeren Mengen. Das italienischen Landwirtschaftsministerium für Pflanzenschutz sieht in Perlagonsäure ein wirksames Herbizid und Alternative zu Glyphosat. Es räumt zwar höhere Produktkosten als für Glyphosat ein, betont jedoch, dass die Einführung des Produkts im Einklang mit Italiens Versuch sein würde, „auf eine nachhaltige Landwirtschaft mit einem völlig anderen Ansatz hinzuarbeiten“. (Wieso anderer Ansatz? Herbizid bleibt Herbizid) Europas Lebensmittel- und Chemikalienbehörden haben Pelargonsäure für den kommerziellen Gebrauch in der EU zugelassen, aber sie sollten mit einer Warnung versehen werden, dass sie ernsthafte Augenreizungen verursachen, das Leben im Wasser schädigen und Hautbeschwerden hervorrufen kann. (Ähnliche Gefährdungen wie bei Glyphosat) Pestizid-Experten erkennen an, dass zwar Unkrautvernichter auf der Basis von Pelargonsäure nicht so wirksam wie Glyphosat sind – sie zerstören nicht die Wurzeln – die Herbizide jedoch als „natürliche“ Alternative angesehen werden. Ein Lobbyist, der an Chemikalien arbeitet, sagte, das Risiko bestehe darin, dass Unkräuter im Folgejahr nach der Behandlung zurückkehren würden, und witzelte, dass es nur für „Hobbygärtner“ geeignet sei. Glyphosat Der Wirkmechanismus von Glyphosat ist bekannt: Es blockiert ein bestimmtes Enzym, das die Pflanzen zum Überleben brauchen. Wir Menschen haben dieses Enzym aber gar nicht – daher bringt Glyphosat das Unkraut um, lässt uns aber weitgehend in Ruhe. Ist Glyphosat krebserregend? Nein! Der Unkrautvernichter Glyphopsat ist nicht krebserregend, sagt Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) Die Wissenschaft sei sich da einig. Aber bestimmten politische Kreisen passe das nicht. Vergleich Glyphosat mit Pelargonsäure Will man Glyhphosat mit Pelargonsäure oder „Roundup“ mit dem italienisch-französischem „Beloukha“ vergleichen, so lohnt ein Blick in die Datensicherheitsblätter: Datensicherheitsblatt für Roundup® REKORD von Monsanto Datensicherheitsblatt für Roundup® PowerFlex von Monsanto Datensicherheitsblatt für Beloukha von Novamento/Jade/Belchim GHS052. MÖGLICHE GEFAHREN Während die beiden Roundups nicht als gefährlich eingestuft werden, muss das Beloukha mit dem Gefahrsymbol GHS05 gekennzeichnet werden und den Gefahrhinweisen nach CLP:
H315 – Verursacht Hautreizungen
H318 – Verursacht schwere Augenschäden 11. ANGABEN ZUR TOXIKOLOGIE Um auszudrücken, wie giftig eine Substanz ist, gibt man oft die letale Dosis LD50 an. Das ist jene Menge der Substanz, die man Tieren oder Menschen pro Kilogramm ihres Körpergewichts zuführen muss, sodass die Hälfte von ihnen stirbt. In Versuchen mit Ratten braucht man dafür ca 5 Gramm Glyphosat pro Kilogramm Rattengewicht – das ist ziemlich viel. Glyphosat ist also nicht besonders giftig, die akute Toxizität von Kochsalz ist höher als die von Glyphosat. Die Werte für „LD50 oral-Ratte“ laut Datensicherheitsblätter: Beloukha  > 2000 mg/kg
Pelargonsäure  > 5000 mg/kg
Roundup® PowerFlex  > 2000 mg/kg
Roundup® REKORD > 5000 mg/kg Die Dosis macht das Gift (nicht die Herkunft) Egal ob natürlichen Ursprungs (Kochsalz, Alkohol, Chrysathemen und Disteln) oder aus dem Chemie-Labor: auch wenn Bio drauf steht, können Organismen am Einsatz sterben. Daher ist es so wichtig, das ungefährlichste Mittel zu wählen – egal, wo es herstammt – und den Einsatz auf das Notwendigste zu reduzieren. Das natürliche THC, der psychoaktive Wirkstoff von Cannabis, für dessen Entkriminalisierung die Grünen kämpfen, ist. 80 mal schädlicher als Glyphosat. Auch das chemisch hergestellte Kupfersulfat, für dessen Zulassung die Grünen ebenfalls kämpfen, ist 90 mal toxischer als Glyphosat. Gleiches gilt für das chemisch hergestellte Kaliumphosponat, für das die Grünen eine Zulassung als Fungizid im Ökolandbau fordern. Angaben zur Toxikologie aus den Datensicherheitsblättern Pyrethrine (Bio aus Chrysathemen): 570 – 1500 mg/kg
Kupfersulfat (Bio-Chemie): 960 mg/kg
Kaliumphosphonat (Chemie): 5000 mg/kg Warum der Kreuzzug gegen Glyphosat?     Der Hass auf Gentechnik und Monsanto führt dazu,
dass die Gegner völlig übertreiben. Das Handelsblatt hat sich das Anti-Glyphosat-Video der Grünen genauer angeschaut, das zu 100% mit Fake-News arbeitet: Zwei-Klassen-Chemie       Weitere Infos: Tagesschau-Kommentar:  Deutsches Ja zu GlyphosatÜberraschend, vernünftig, überfällig Spiegel: Was spricht für Glyphosat, was dagegen? Reuters: Merkel – Union wird in EU für weitere Glyphosat-Nutzung kämpfen Welt: GLYPHOSAT-STREIT: Auch Barbara Hendricks griff in die Trickkiste Agrar-Heute: Glyphosat im Getreide: Das sind die Regeln Mein Fazit Auch ich wünsche mir eine pestizidfreie, artenvielfalt-fördernde Landwirtschaft. Ich habe selber einen Garten und wir (mein Ehemann und ich) benutzen kein Roundup und auch sehr selten Fungizide. Doch wir leben nicht vom Ertrag des Gartens – der ist reines Hobby. Bei uns verschwinden einfach die Pflanzen, die viele Schädlinge anlocken. Bei uns sprießt auch das Unkraut in den Fugen der Terrasse und des Gehwegs. Wir können sehr gut mit einem Verbot von Glyphosat für Privatanwender leben, weil wir eh seit über 10 Jahren Unkraut jäten statt es chemisch zu bekämpfen. Aber wir sind „Hobby-Gärtner“, keine Landwirte. Ein Landwirt hingegen muss von seiner Ernte leben. Vor 100 Jahren mussten die Bauernkinder (und andere) Frondienste auf den Feldern leisten: Unkraut jäten, Kartoffelkäfer entfernen etc. Vor 100 Jahren galt Deutschland noch als Agrarstaat. In der Landwirtschaft arbeiteten rund 38 Prozent aller Erwerbstätigen und erwirtschafteten so einen Anteil von knapp 30 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung des Staates. Ein Landwirt erzeugte um 1900 mit seiner Arbeit aber nur Nahrungsmittel für etwa vier Menschen. 1950 konnte ein Bauer bereits zehn und nur weitere zehn Jahre später bereits 17 Menschen mit seiner Arbeit „satt machen“. In den darauffolgenden Jahren nahm die Produktivität in der Landwirtschaft immer weiter zu. 1980 konnte ein Landwirt bereits so viele Nahrungsmittel produzieren, dass er 47 Personen ernähren konnte. Bis zum Jahr 2000 stieg diese Zahl auf 127. Heute kann ein Landwirt rein rechnerisch sogar 155 Personen ernähren. Wenn ich bezahlbare Lebensmittel wünsche und dagegen bin, dass Hartz-IV Bezieher und andere Menschen, die Transfergelder beziehen, aus Feldern wie Sklaven Unkraut jäten oder Schädlinge einsammeln müssen, dann kann ich nicht gegen den Einsatz aller Pestizide, zu denen Herbizide wie Glyphosat, aber auch Fungizide wie Kupfersulfat zählen, sein. Dann kann ich höchstens verlangen, dass nach anderen Methoden geforscht wird und die Einsätze auf das aktuell Mindest-Notwendige beschränkt werden. Erfreulicherweise werden beide Forderungen umgesetzt. Es passiert sowohl viel in der Forschung als auch in der Kontrolle beim Pestizid-Einsatz in Deutschland (und hoffentlich auch in der EU, wenn auch weniger bei Importen). Sehr interessant finde ich persönlich auch die Aquaponik, von der mir mein Sohn berichtet hat. Aber solche Projekte funktionieren nur lokal per „Try&Error“, nicht mit Zentralplänen der EU, weil diese bewunderungswürdigenen Start-Up Unternehmen im Gegensatz zu Monsanto, Jade, Novamento und Belchim keine Wirtschaftslobby in nationalen Parlamenten oder Brüssel haben: Ich bin seit einigen Jahren mit diversen Bauern auf Facebook verknüpft, von Bauer Willi über Katrin Seeger, von Markus Höltkötter bis Brigitta Blume. Viele von ihnen sind aktiv bei „Wir machen uns satt“ und auch bei „Initiative Tierwohl“. Auch wenn – wie immer – einige manche Aktivitäten der anderen kritisieren, merke ich beim Thema Glyphosat eine ziemlich einstimmige Übereinstimmung: es ist einfach in der Anwendung, preiswert bei der Ausbringung und effektiv. Auch erlauben die Agrar-Subventionen der EU wenig Spielraum, was Artenvielfalt fördern würde oder veränderte Fruchtfolgen. Wenn wir einen Buhmann suchen wollen, ist das definitiv nicht der von Agrar-Bestimmungen abhängige Landwirt oder deren Verbände (wobei ich Argwohn habe, ob die französischen und italienischen Verbandsvorstände aktuell nicht doch „erkauft“ wurden). Wie immer finde ich anhand der Intrigen von Jade/Novamento/Belchim das alte Sprichwort „Follow the money“. Auch wenn aktuell des öfteren die NGOs (Avaaz, Campact, Greenpeace & Co) das Sagen haben, sind doch häufig über verschlungen Kreise die internationalen Machtspieler am Drücker. Die „Guten“ merken es nur nicht, dass sie missbraucht werden. Von daher bin ich dieses Mal mit dem PAN Aktivisten auf einer Linie: das Glyphosat-Verbot ist kein Verbot von Pestziden, sondern nur ein Verbot von Pestiziden, die aus US/DE-Herstellung (-Besitz) stammen, sofern der Deal zwischen Bayer und Monsanto Realität wird.

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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Bombendrohung auf Weihnachtsmarkt

Am frühen Freitagnachmittag war in einer Apotheke in der Innenstadt von Potsdam ein verdächtiges Paket abgegeben worden. Die Polizei löste daraufhin Bombenalarm aus und sperrte Teile der Innenstadt, darunter auch einen großen Bereich des Weihnachtsmarktes. Die Deutsche Welle berichtete Obiges mit dieser Schlagzeile: Diese Nachricht verbreitete sich weltweit sehr schnell, weil das Triggerwort „Weihnachtsmarkt“ Leser anzieht wie vor viele Jahren das Wort „Schule“ nach dem Amoklauf in Winnenden. Weltweite Verbreitung dieses Fake-Bombenalarms CNN, Wallstreet Journal, Washington Post, BBC, Pakistan Today, Indian Express, Politico, EU-Observer, Daily Mail und viele andere Medien greifen den Alarm auf. Screenshot – Google News Suche „Potsdam bomb“Amok-Drohungen Die anderen Drohungen, die in den letzten zwei Wochen in Deutschland erfolgten, wurden nicht weltweit verbreitet 22.11.17 – Falscher Amok-Alarm in Duisburg Ein Großaufgebot der Polizei hat wegen eines Amok-Alarms eine Schule in Duisburg geräumt und nach einem mit Pistolen bewaffneten Mann gesucht. Nach gut dreieinhalb Stunden konnte die Polizei Entwarnung geben. Eine Schülerin hatte den Großeinsatz am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg ausgelöst, weil sie einen Mann mit Pistolen auf dem Schulgelände gesehen haben wollte. 24.11.2017 – Amok-Alarm an der Universität Trier!
Donnerstagabend um 22.19 Uhr versendete ein Unbekannter über das Portal „Jodel“ eine Drohung: Er wolle Freitag eine Vorlesung stürmen und töten. Der Tatverdächtige sei am Morgen von Spezialeinsatzkräften in seiner Wohnung in Trier gestellt worden. Bei der Wohnungsdurchsuchung stellten Spezialeinsatzkräfte zwar umfangreiches Beweismaterial sicher, eine Waffe fanden sie jedoch nicht. Um jedes Restrisiko auszuschließen, sperrte die Polizei das Audimax-Gebäude und die Mensa vorsorglich. Am Nachmittag dann konnten die Ermittler Entwarnung geben. 28.11.17 – Amok-Warnungen in Baden-Württemberg
Zwei Mails lösen am Dienstag ziemlich zeitgleich gegen 8 Uhr in Offenburg (Ortenaukreis) und Schramberg (Kreis Rottweil) einen Amokalarm an Schulen aus. Eine weitere Droh-Mail ist gegen 7.30 Uhr an der Nachtpforte des Zentrums für Psychiatrie in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) eingegangen. Eine vierte Droh-Mail geht am Morgen zudem an einer Schule im hessischen Bad Neuheim ein und löst ebenfalls einen Polizeieinsatz aus. Auch dort gibt es keine ernsthafte Bedrohung. Unterschiedliche Reaktionen der Polizei und Schulen Offenburg: Mit »einigen Streifenkräften mit entsprechender Ausrüstung« sei die Schule durchsucht worden. Bereits um 10.44 Uhr gibt die Polizei nach einer Überprüfung des Mail-Inhalts und Ermittlungen der Kriminalpolizei wieder Entwarnung. Schramberg: Dort stehen gegen 8.30 Uhr knapp 30 ausgerüstete Beamte bereit, um die Schule nach einem möglichen Täter oder abgelegten Gegenständen durchsuchen zu können. Die Einsatzführung im Präsidium Tuttlingen entscheidet sich indes dafür, ein Sondereinsatzkommando (SEK) einfliegen zu lassen. Für die eingeschlossenen Schüler zehrt die Wartezeit auf das SEK (Anm. zwei Stunden) an den Nerven. Gerüchte machen sich breit, es könnte eine Bombe geben.  Die Kinder werden gegen 12:00 mit Bussen evakuiert und können erst gegen 13:00 (nach fast fünf Stunden) von den besorgten Eltern in Empfang genommen werden. Allein in Schramberg waren mehr als 100 Polizisten, darunter viele mit schwerer Ausrüstung, im Einsatz. Winnenden: Mehrere Streifenwagen rückten gegen 7.30 Uhr zu dem psychiatrischen Krankenhaus aus und suchten die Gebäude nach verdächtigen Gegenständen ab. Gegen 11.30 Uhr hat die Polizei ihre Durchsuchung abgeschlossen. „Es wurde kein verdächtiger Gegenstand gefunden“, so ein Sprecher. (Anm. anscheinend ohne Evakuierung) Bad Nauheim: An der Schule (Anm. Offenbach) konnte der Unterricht aber ebenso stattfinden wie im hessischen Bad Nauheim. In beiden Städten überwachten aber zivile und uniformierte Polizisten bis zum späten Vormittag vor Ort die Lage. Schramberg: Kritik an Evakuierung Zu Recht wird das Vorgehen in Schramberg kritisiert: Merkwürdige Begründung Das Vorgehen in Scharmberg, das für Eltern und Schüler traumatisch war, wurde vom Polizeipräsidenten Gerhard Regele wie folgt begründet: Hätte es eine echte Amoklage gegeben, dann wären die 30 Beamten vor Ort sofort in die Schule gegangen. Verstehe ich das richtig? Weil keine ernst zu nehmende Gefahr bestand, wurden 100 statt 30 Beamte eingesetzt, gab es eine Nachrichtensperre und eine Evakuierung? Reaktion der Polizei führt zu „Fake-News“ Wie die Reaktion der Polizei die Medien beeinflusst, sieht man an dieser Meldung. Obwohl der Polizeidirektor betonte, dass es keine echte Amoklage gab, führt der Einsatz von SEK und Hubschrauber und die Evakuierung der Schüler dazu, dass die Medien davon ausgehen, dass diese Bedrohung die dramatischste war. Gut gemeint – aber schlecht gemacht! Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten vier Wochen zu weiteren Bedrohungslagen auf Weihnachtsmärkten kommen wird – und die meisten, wenn nicht gar alle, davon sich als „Fake“ erweisen. Ich gehe auch davon aus, dass seltener Evakuierungen angeordnet werden und die Nachrichten kein Welt-Nachricht-Niveau erreichen werden. Es ist richtig, dass in Potsdam das Paket von Spezialkräften entschärft wurde. Die darauf folgende stundenlange Sperrung für Anwohner und Markstandsbetreiber sollte jedoch noch einmal überprüft werden. Anhand von Offenburg:Schramberg sieht man sehr gut, wie die Reaktion der Polizei zur Entwarnung oder zum Angstmachen beiträgt. Auch in Potsdam wurde Angst verbreitet.

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Katja Triebel

Katja Triebel

 

Unstatistik: Volk von Zahlenblinden

Ich bin ein Fan von der „Unstatistik des Monats“ und hinterfrage bei jeder statistischen Zahl die Grundmenge. Sehr oft werden Zahlen und Wahrscheinlichkeiten falsch interpretiert, um Ängste zu verbreiten – weil sich Angst als Nachricht gut verkaufen lässt bei uns in Deutschland. Auch sollte man bei Umfragen nicht nur auf das Ergebnis, sondern auf die Fragestellung achten! Ein schönes Beispiel ist hierfür die WWF Umfrage zum Klimaschutz: Der WWF fragte: „Die Stromproduktion aus Kohle allein ist die größte Einzelquelle für die deutschen Treibhausgasemissionen. Was sollte Ihrer Meinung nach mit den Kohlekraftwerken passieren?“ Ich hätte wie folgt gefragt: „Über 330.000 Haushalten wurde 2016 der Strom gesperrt, weil sie die Rechnungen nicht zahlen konnten. Mehr als 6,2 Millionen mal wurden Stromsperrungen angedroht. Um ein Blackout zu verhindern, wurde 2015 1 Milliarde Euro ausgegeben – das Dreifache vom Vorjahr. Sind Sie für einen schnellen Ausstieg aus der Kohlekraft – auch wenn die Stromkosten dadurch noch stärker steigen als bisher?“ Hätte ebenfalls 67% der Bürger dem Ausstieg bei meiner Einleitung zugestimmt? Ich bezweifle das stark. Auf Professor Gigerenzer, dem Leiter des Berliner Harding Zentrums für Risikokompetenz, war ich bereits 2011 aufmerksam geworden. Er wurde 2010 wie folgt zitiert: Ähnlich sieht es auch Reiner Wittkowski, Vizepräsident des Bundesinstituts für Risikobewertung: Mein allererster Blogartikel (2012) behandelt die Risikokompetenz: Meine Erlebnisse in Brüssel und Berlin in Bezug auf die EU Feuerwaffenrichtlinie und das deutsche Waffengesetz haben gezeigt, dass Politiker entweder nicht in der Lage sind, Risiken kompetent zu bewerten oder einfach kein Interesse daran haben, weil eine vernünftige Vorsorge als zynisch empfunden wird. Sie fürchten den Aufschrei der Medien mehr als leere Staatskassen und Neuverschuldungen. Auch geben sie die Rechte von Minderheiten schnell auf, wenn diese Einschränkung bei den Medien als Problemlösung positiv beurteilt wird. Zu diesen Minderheiten, deren Rechte nicht mehr geschützt und verteidigt werden, zählen mittlerweile immer mehr Bürger und Bürgerinnen: Jäger, Sportschützen, Landwirte, Selbstständige, Waldbesitzer, Imker, Zirkusse, Angler u.a.. Das ist aber kein Wunder, da immer weniger Politiker zu diesen Minderheiten gehören und mit Avaaz, Campact & Co. immer häufiger die Rechte dieser Minderheiten als schädlich für die Gemeinschaft bewertet werden.

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Fake News: Waffentragen erhöht Mordrate

Der Spiegel schrieb gestern: Woher „Standard“ und Spiegel jetzt ihre Weisheit herhaben, erschließt sich in dem Artikel nicht. Es werden einfach zwei Grafiken mit Todesfällen und der legale Besitz von Schusswaffen gezeigt. Das war’s! Lizenz zum Waffentragen Keine Beachtung wird der Tatsache geschenkt, dass US-Bürger mit einer Lizenz zum Waffentragen (Waffenschein) rechtstreuer sind als Polizisten und auch als der Bevölkerungsdurchschnitt. Auch werden Schusswaffen von Leuten mit Waffenschein fast nie missbraucht und es kam auch kein Lizenzinhaber wegen Mord/Totschlag mit der Waffe bisher ins Gefängnis. Auch in den USA werden Tragelizenzen widerrufen, wenn sich jemand gewalttätig verhält. Die Angst, die hier vom Spiegel geschürt wurde, ist somit unbegründet. Es kommt in den USA jedoch laufend zu „Papercrime“, wenn Menschen mit Tragelizenz zufällig die Staatsgrenze passieren und dann „illegal“ ihre Waffe dort führen. Solch Grenzüberschreitungen kommen häufig vor, da etliche Straßen einfach zwischen zwei Staaten hin- und herpendeln.  Aus diesem Grund möchte die NRA, dass Tragelizenzen – analog zum Führerschein – in allen Staaten anerkannt werden sollen. Verhältnis Waffenbesitz zu Gewaltdelikten Dr. Christian Westphal hatte die Daten aus den USA auf Landkreisebene untersucht. Dabei konnte er keinen Zusammenhang zwischen „Waffenbesitz pro Kopf“ und „Gewaltdelikte pro Kopf“ finden.  Damit war die – von Medien und Waffenkontrollaktivisten oft zitierte – Studie „The social costs of gun ownership“ von Philip Cook (Duke University) und Jens Ludwig (University of Chicago) widerlegt. Die Autoren – wie auch die meisten Journalisten – sind in die Falle der „Scheinkorrelation“ getappt. Im Interview mit dem DJV erklärte Westphal dieses Phänomen: Wer das nicht glauben will, der möge sich diese Grafik mal anschauen, die in den USA Waffenbesitz und Mordrate vergleicht: Verhältnis Mordrate zu restriktiven Waffengesetzen Die Brady Kampagne listet seit Jahren die verschiedenen US-Staaten in Bezug auf ihr Waffenrecht. Der sogenannte „Brady Score“ ist umso höher, je restriktiver ein US-Staat sein Gesetz verfasst hat. Hätten Spiegel, Standard & Co. mit ihrer Annahme Recht, dann gäbe es in US-Staaten mit hohem Brady Score (rechts) die wenigsten Schusswaffentoten und in US-Staaten mit niedrigem Brady Score (links) die meisten. Wie man sieht, gibt es keine Korrelation. Die Seite zeigt auch noch die Verhältnisse für Selbstmorde und Massenschießereien auf. Priorities for Research to Reduce the Threat of Firearm-Related Violence. Washington, DC: The National Academies PressWer es noch amtlicher haben möchte, der möge sich den Meta-Studienbericht von 2013 durchlesen, den Obama nach Sandy Hook in Auftrag gab. Eine Zusammenfassung davon gibt es hier: Obama Study Concluded Firearms Used for Self-Defense ‘Important Crime Deterrent’. Ganz kurz ist es wie folgt zusammengefasst: Der Einsatz von Schusswaffen ist die sicherste unter den untersuchten „Selbstschutzstrategien“ Die meisten Todesfälle mit Schusswaffen sind Selbstmorde Verbrecher besitzen selten gestohlene (vormals legale) Schusswaffen. Es gibt keinen Beweis dafür, dass Waffenbeschränkungen Waffengewalt reduzieren. Fazit Leider ist es so, dass einfache „Lösungen“ verlangt werden, die wenig Widerstand erwarten. Dabei ist es völlig egal, ob diese „Lösungen“ den gewünschten Effekt bringen oder nicht. Hauptsache, es lässt sich gut verkaufen. Waffenverbote sind relativ einfach umsetzbar und betreffen nicht die Mehrheit der Bürger. Selbst in den USA besitzen „nur“ 30% der Haushalte Waffen. In Europa sind es sicherlich nur 5 bis 10%. Die Menge der Artikel in den Medien, die eine Scheinkorrelation zwischen Waffenbesitz und Gewalt suggerieren, läßt mich ahnen, wie die Politik die EU-Waffenrichtlinie demnächst umsetzen will: äußerst restriktiv.

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Silber Medaille und 2 x Weltmeister

Bei der 18. Weltmeisterschaft IPSC World Shoot XVIII kam das Team „Revolver Overall Germany“ mit Sascha Back auf den zweiten Platz. Bei der Weltmeisterschaft PPC 1500 holte sich unsere Schießleistungsgruppe SLG T’n T Berlin gleich zwei Weltmeistertitel. Wir gratulieren unseren gesponserten Teams ganz herzlich zu den erstklassigen Erfolgen und bedanken uns bei Sascha und dem BDS für die Danksagung. BDS Präsident Friedrich Gepperth schrieb:  Der Brief und das Andenken haben mir tatsächlich sehr viel Freude gemacht und wir haben beides gleich im Laden aufgehängt. Hurra, wir sind zweimal Weltmeister! Wir gratulieren den Siegern und freuen uns so richtig doll, das unsere SLG so erfolgreich war. Beide Siege waren denkbar knapp, daher geht ein ganz besonderer Dank an Ralf, der zusammen mit Roman Hauber auch beide World Team Matches für Deutschland gewann und zweimal in der Einzelwertung auf dem ersten Platz landete. Ralf, du bist der BESTE – und hast ein tolles Team hier in Berlin. SLG T’n T Berlin 1 mit Andreas Geikowski und Ralf Vanicek
ist Weltmeister im Team Revolver 1500 SLG T’n T Berlin 1 mit Frank Kemm und Ralf Vanicek
ist Weltmeister im Team Pistole 1500 PPC 1500 World Championship 2017: Resultate findet man hier Für alle Unwissenden: T’n T bedeutet „Triebel ’n Tuning“ und wurde von Kristian Triebel in den 90er Jahren ins Leben gerufen. Eure Katja Triebel  

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Sicherheitshinweis für Ruger Precision Rifle II

Wie bereits all4shooters hier berichtet hat,  gibt es einen Sicherheitshinweis für das Präzisionsgewehr Precision Rifle II mit Schlossabdeckung in Aluminium. Die Generation I mit einer Schlossabdeckung aus Kunststoff ist nicht betroffen. Es handelt sich nicht um einen Rückruf. RUGER geht davon aus, dass dieser Effekt nur bei wenigen Waffen auftritt. Wenn Sie mit Ihrer Waffe bereits problemlos 100 Schuss gemacht haben, ist davon auszugehen, dass dieses Problem nicht vorhanden ist. RUGER bietet trotzdem an, kostenlos eine neue Schlossabdeckung nachzuliefern. Unsere Kunden sollten daher wie folgt verfahren: Bei der Schlossabdeckung aus Aluminium kann es in einzelnen, wenigen Fällen vorkommen, dass sich beim Betätigen des Abzuges kein Schuss auslöst. In diesen extrem seltenen Fällen blockieren sich das Spannstück am Verschluss und die hintere Schlossabdeckung. Dadurch erfolgt keine Schussabgabe. Bei diesen Versagern kann es dann auch passieren, dass sich beim Öffnen der Waffe die Verklemmung auflöst, der Schlagbolzen freigegeben und ein Schuss ausgelöst wird. Bitte rufen Sie den folgenden Link auf der RUGER Seite auf: www.ruger.com/dataProcess/rprSafety/ Hier müssen Sie zuerst Ihre Waffennummer eingeben. Das System überprüft, ob Ihre Waffe überhaupt von dem möglichen Problem betroffen ist. Wenn ja, werden Sie aufgefordert, Ihren Namen und Ihre Adresse einzugeben. Wir erhalten dann über unseren Importeur AKAH im Namen von RUGER kostenlos die neue Abdeckung. Es empfiehlt sich, uns per Email zu informieren, dass Sie auf die neue Abdeckung warten. Wir können im Augenblick noch nicht mit Sicherheit sagen, wann dies erfolgt. Vermutlich wird dies erst im Oktober oder November möglich sein.

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