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Der folgende Artikel von John Lott jun. ist an einigen Stellen frei übersetzt, wer am Original in englischer Sprache interessiert ist, findet es auf den Seiten von "The Australian" oder auf den Seiten des AEI.

John Lott forscht am "American Enterprise Institute for Public Policy Research (AEI)" in Washington DC und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem privaten Waffenbesitz. Bislang veröffentlichte er die Bücher "More Guns - Less Crime" und "The Bias against Guns"

Die Australier sind eine gefährliche Art. Waffen, die einem kaum einen zweiten Gedanken wert wären, wenn sie sich in der Hand irgend eines anderen Staatsbürgers befänden, geben Anlass zur Sorge, wenn sie ein Australier besitzt.

Glücklicherweise haben nun die Regierungen einiger australischer Bundesstaaten die Gefahr erkannt, die darin liegt, einem gewöhnlichen Australier Zugang zu Waffen wie beispielsweise Laserpointer, einem beliebten Mittel zur Unterstützung bei Geschäfts- und Lehrvorträgen, zu gewähren.

Amerikaner mögen sich vielleicht sicher fühlen, wenn ein Professor einen Vortrag hält und dabei einen Laserpointer benutzt. Aber in den Händen eines Australiers verursacht dieses Gerät die verständliche Angst dass es unsäglichen Schaden anrichten könnte. Ein Australischer Professor mit einem Laserpointer würde ziemlich Panik verursachen.

Mittlerweile hat die Regierung des Bundesstaates Viktoria internationale Anerkennung eingeheimst, weil sie ihre Bevölkerung vor einer Gefahr schützt, die bereits viel zu lange lauerte: die Schwerter. Vom 1. Juli 2004 an werden Schwerter aus der Gesellschaft verbannt werden und wer sich nicht an dieses Verbot hält, dem drohen Strafen, wie sie bislang nur für den Besitz von Laserpointern angedroht waren - sechs Monate Freiheitsentzug und 12.000 Australische Dollar Strafe.

Schwerter werden im Allgemeinen als Schneide- oder Stichwaffen mit einer langen klinge und einem Griff definiert. Außerdem müssen sie eine oder zwei scharf geschliffenen Klingenseiten haben. Dummerweise erfasst diese Definition Blankwaffen nicht, die entweder gar keine scharf geschliffene Klinge haben oder drei und mehr, oder die keinen Griff haben. Dass keine maximale Klingenlänge in die Regelung aufgenommen worden ist, soll sicherstellen, dass möglichst viele Messer verboten werden.

Einige wenige werden eine Ausnahmegenehmigung für 135 Australische Dollar erhalten; sie müssen Ihre Waffen dann in widerstandsfähigen Waffenschränken verwahren und ihr Haus mit einer Alarmanlage ausstatten. Wenn das Gesetz sorgfältig umgesetzt wird, dann kann es noch andere Vorteile mit sich bringen. Es wird Sorge tragen, dass sofort nach dem Essen der Abwasch gemacht wird, damit die "bösen" Steakmesser wieder zurück ins Safe gelegt werden können. Auf der anderen Seite hat man aber während des Essens noch Zugriff auf die Messer, gerade in einer Phase, in der häufig Familienstreitigkeiten außer Kontrolle geraten könnten. Auch ist noch unklar, ob die Familie die Messer benutzen darf, wenn der Inhaber der Ausnahmegenehmigung gerade mal nicht zu Hause ist.

Und wenn Australiern schon keine Laserpointer oder Schwerter anvertraut werden können, kann man ihnen natürlich erst keine Schusswaffen anvertrauen. Bürger anderer Staaten scheinen offensichtlich wesentlich vertrauenswürdiger zu sein. Amerikaner können beispielsweise all die angesprochenen Gegenstände ihr Eigen nennen. 46 Bundesstaaten der USA vertrauen Ihren Millionen von gesetzestreuen Bürgern sogar soweit, dass sie Schusswaffen verdeckt tragen dürfen, wenn sie auf der Straße unterwegs sind oder in einem Restaurant speisen.

Und jawohl, in den meisten US-Staaten kann ein Redner seinen Vortrag oder seinen Unterricht halten und dabei sogar neben dem Laserpointer auch eine Schusswaffe führen. In den vergangenen Jahrzehnten haben Waffenträger in den Vereinigten Staaten unter Beweis gestellt, dass sie allesamt äußerst gesetzestreu sind, nur bei einem kaum zu beziffernden Bruchteil eines Prozentpunktes liegt die Quote der Fälle, in denen der Waffenschein aufgrund von Gesetzesübertretungen widerrufen werden musste.

Würde der Waffenbesitz Bürger in anderen Staaten gefährlich machen, so würde keiner mehr in die Schweiz fahren. Dort dürfen alle wehrfähigen Männer im Alter zwischen 20 und 42 Jahren als Teil des Militärdienstes eine vollautomatische Langwaffe zu hause haben. (Und diese sind nicht vergleichbar mit den kümmerlichen halbautomatischen Gewehren, bei denen jeder Angst hat, sie den Australiern anvertrauen zu können.) Dennoch ist das Vertrauen in die Schweizer gut angelegt. Die Schweiz hat eine der niedrigsten Mordraten Europas.

Dadurch, dass man gesetzestreuen Bürgern in den USA und der Schweiz erlaubt, Schusswaffen zu besitzen, wird die Kriminalitätsrate gering gehalten. Mögliche Opfer sind in der Lage, Kriminelle entweder schon im Voraus abschrecken zu können oder, wenn sie mit einem Verbrecher konfrontiert sind, sich zu wehren. Die Australier sind hier eindeutig anders. Sie glauben die Risiken erkannt zu haben, die drohen, wenn man dem eigenen Volk erlaubt, Waffen zu besitzen. Eine internationale Studie die sich mit Opfern von Gewaltverbrechen beschäftigt (International Crime Victimisation Survey), zeigt, dass die Rate der Gewaltverbrechen in Australien bereits jetzt schon doppelt so hoch ist wie in den USA oder in der Schweiz. Die Gewaltverbrechensquote in Australien ist schon fast so hoch wie in Großbritannien, einem Land, das Faustfeuerwaffen verboten hat.

Man würde es sich zu einfach machen, wenn man für die hohe Kriminalitätsrate Australiens einfach das britische Erbe des Landes verantwortlich machen würde oder seine Geschichte als "Strafgefangenenkolonie", denn durch viele Jahre hinweg hatte Australien im vergangen Jahrhundert eine weitaus geringere Kriminalitätsrate als Großbritannien oder die USA. Die Gewaltverbrechensrate ist in Australien nach dem Waffenverbot, das auf die Vorfälle von Port Arthur 1996 folgte, sprunghaft angestiegen. Sie liegt nach den ersten sechs Jahren nach Inkrafttreten der Waffenverbote (1997 - 2002) durchschnittlich um 20% höher als 1996, und 32% höher als noch 1995. Den selben Vergleich kann man bei den Zahlen von bewaffneten Überfällen ziehen: hier stiegen die Zahlen um 67% bzw. um 74%; bei schwerer Körperverletzung um 20% und 32%; bei Vergewaltigung um 11% und 12%; die Zahlen für Mord, versuchten Mord und Totschlag stiegen in beiden Vergleichszeiträumen um 5%.

Vielleicht sind sechs Jahre Datenerhebung auch noch nicht lange genug, um dieses Experiment beurteilen zu können. Dennoch scheint die australische Regierung der Überzeugung zu sein, dass soweit Verschärfungen des Waffenrechts nicht gleich wirken, weitere Einschränkungen (wie die Verbannung von Schwertern) die Lösung seien müssten. Man denke stets daran, dass man niemals Gesetzesideen von Regierungen vorhersagen sollte.

Da das Verbot von Schwertern waffenrechtlichen Verboten nachgebildet ist, scheint die Regierung von Viktoria zu hoffen, dass ihre neuen Maßnahmen bei der Eindämmung der Kriminalität mehr Erfolg bringen werden. Die australischen Gesetze verlangen von den Waffenbesitzern auch die Aufbewahrung in Waffenschränken und verbieten verschiedene Waffenmodelle. Aber eine alarmgesicherte Aufbewahrung für Schwerter zu verlangen, ist eine nette Idee und wird sicherlich die entscheidende Wende herbeiführen.

Metallschwerter finden sich seit dem Bronzezeitalter unter uns, das war vor 4.600 Jahren. Trotzdem waren die Bürger weniger Staaten eine solche Gefahr für sich selbst und Viktoria kann sich glücklich schätzen, dass seine Regierung dies erkannt hat.

Möglicherweise bingt dies nun die Wende für Australien und das Land kann endlich wirklich wichtige Probleme lösen. Ein Vorschlag: Elektrische Leitungen mit 240 Volt Spannung können tödlich sein. Ist es wirklich wahr, dass Australier diesen nicht zu bremsenden Drang verspüren, versuchen zu müssen, ein Stück Metall in eine Steckdose zu stecken?

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