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Frontal21: Illegale Waffen, kein Problem

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Von den geschätzten 30 Millionen Schusswaffen in Deutschland sind nur rund zehn Millionen legal in Waffenbesitz-karten eingetragen. Der große Rest, gut 20 Millionen Schusswaffen, sind illegal - und nur schwer zu finden.

Frontal21 ist mit einem Waffendealer verabredet. Er will uns eine großkalibrige Pistole verkaufen. Kurz vor Mitternacht steigt der Mann in unseren Wagen. Wir drehen mit versteckter Kamera. Die Anweisungen des Händlers sind kurz und präzise, kein Wort zuviel. Er führt uns auf einen entlegenden Parkplatz. Und dann zeigt er uns eine Pistole, führt vor, wie sie funktioniert. Im Gespräch benutzt der Händler ein erschreckendes Verkaufsargument: "Gute Waffe - Glock, Österreich, gleiches Modell wie in Erfurt."

Pistole? Kein Problem

Wir wollen wissen, wie die illegalen Waffen nach Deutschland kommen. An der deutsch-polnischen Grenze präparieren wir erneut unsere verdeckten Kameras. Auch in Polen, so haben uns Experten erzählt, könnten wir auf dem Schwarzmarkt problemlos eine Pistole kaufen. Wir fragen einen Händler, ob er uns Waffen verkaufen kann. Er weiß es nicht und holt seinen Kumpel, der deutsch spricht. Dieser schickt uns dann in ein anderes Viertel. Und dort kann man uns weiterhelfen: "Eine Pistole? Kein Problem." 500 Euro will der Mann dafür haben. Am nächsten Tag gegen zwölf Uhr könnten wir die Waffe abholen.

Illegaler Waffenverkauf ist offensichtlich kein Problem. Wir kehren nach Deutschland zurück. Ob mit oder ohne Waffe, die Zöllner an der Grenze können das nicht feststellen. Wenn sie eine Waffe finden, dann eher aus Zufall.

Fahndungserfolge sind Zufall

Was in Polen geht, geht auch woanders, zum Beispiel 700 Kilometer südwestlich in Freiburg. Die Zollfahndung Freiburg zeigt uns Waffen, die aus einem Schweizer Waffengeschäft gleich hinter der Grenze kommen. Allein aus einem einzigen Laden sollen rund 10.000 Waffen illegal nach Deutschland verkauft worden sein. Hunderte Deutsche sind seitdem im Visier der Fahnder.

Ein solcher Erfolg ist aber die Ausnahme, räumen die Fahnder ein. Georg Fischer, Zollfahndung Freiburg: "Im Waffenbereich stellt es sich so da, dass wir deshalb vor Problemen stehen, weil wir nicht wissen können, wer Waffen besitzt oder wer illegal mit Waffen handelt oder sie gar einschmuggelt. Das geht nur über Informationen, die wir aus entsprechenden Kreisen bekommen oder zugespielt bekommen von befreundeten Dienstellen, dass wir in solchen Fällen Ermittlungsverfahren einleiten, Untersuchungsmaßnahmen durchführen und dann auch letztendlich an die illegalen Waffen herankommen. Der Zufall spielt eine wesentliche Rolle. Bei Grenzaufgriffen zum Beispiel ist es äußerst schwierig oder fast gar nicht möglich einen Waffentäter zu erkennen, ausfindig zu machen und da spielt natürlich der Zufall eine ganz, ganz große Rolle."

Unterschiedliche europäische Gesetze

So wie in der Schweiz läuft es auch in Frankreich: Wir fahren über die Grenze und wollen testen, ob wir hier tatsächlich Waffen kaufen können, die in Deutschland verboten sind. In einem Waffengeschäft bietet uns der Verkäufer eine Waffe an, die eine Art Schrot-Munition verschießt - Gummikugeln mit Stahlkern. Ausdrücklich erklärt er uns, dass die Waffe in Deutschland verboten sei. Für 252 Euro könnten wir sie aber einschließlich Munition mitnehmen.

Wolfgang Speck von der Deutschen Polizeigewerkschaft erklärt das Problem: "Das ist darauf zurückzuführen, dass Frankreich andere Voraussetzungen für den Erwerb von Waffen als Deutschland hat. Und da seit Schengen die Grenzen wegfallen, kann man auch unkontrolliert von Frankreich nach Deutschland die Waffen bringen. Wie gesagt, man muss sich an einen Tisch setzen, man muss sich EU-weit einigen und muss die Gesetze angleichen, ansonsten werden wir bei den illegalen Waffen keine Fortschritte machen können."

Ähnliche Täterprofile

Zurück zur Zollfahndung Freiburg. Immer wieder stoßen die Ermittler bei den Tätern auf dasselbe Profil: Mitglied im Sportverein, Waffenbesitz für Sportwaffen erlaubt und dann illegal härtere Waffen dazugekauft: Maschinenpistolen oder Karabiner.

Georg Fischer, von der Zollfahndung Freiburg zeigt uns Fotos von einem Ermittlungsverfahren, das er und seine Beamten im Laufe des letzten Jahres durchgeführt hatten: "Das war auch ein Mischverfahren, das heißt, der Täter hatte legale Waffen, aber auch - wie sich später aufgrund der Untersuchungsmaßnahmen herausstellte - illegale Waffen. Das waren weitere Faustfeuerwaffen, sehr große Munitionsmengen, bis hin zu Kriegswaffenmunition, die sicher gestellt werden konnte.Auch Sprengstoffe werden durchaus häufig bei den Tätern gefunden, auch möglicherweise zur Herstellung von Sprengmitteln, all das ist Alltag des Waffenfahnders hier bei der Zollfahndung in Freiburg."

Verbot als Verkaufsargument

Im Klartext: Wer illegale Waffen sucht, muss bei den legalen Waffenbesitzern anfangen. Die geplante Verschärfung des deutschen Waffenrechts wird so nicht viel bringen. Fachleute fordern mehr: Wer Waffen will, muss nachweisen, dass er dafür geeignet ist.

Wolfgang Speck von der Deutschen Polizeigewerkschaft: "Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass man nur mit einem polizeilichen Führungszeugnis, das natürlich sauber sein muss, oder auch weil man die Anforderung des Schützenvereins hat, dass man damit schon als zuverlässig gilt. Ich meine, eine Waffe ist so ein gefährliches Werkzeug, dass man endlich auch darüber nachdenken muss, ob man nicht medizinisch-psychologische Gutachten anfordert, um den Menschen, der später die Waffe hat, einzuschätzen."

Wehrlose Fahnder, skrupellose Dealer, gierige Waffennarren. Bei unseren Recherchen werden uns zahlreiche Waffen angeboten. Dass die in Deutschland verboten sind, galt sogar als Verkaufsargument.

Quelle = zdf.de

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Ähnliche Täterprofile

Zurück zur Zollfahndung Freiburg. Immer wieder stoßen die Ermittler bei den Tätern auf dasselbe Profil: Mitglied im Sportverein, Waffenbesitz für Sportwaffen erlaubt und dann illegal härtere Waffen dazugekauft: Maschinenpistolen oder Karabiner.

Halte ich wieder einmal für Stimmungsmache gegen legalwaffenbesitzer. PDT_Armataz_01_19

Aber der Artikel hat auch schon einige Monate auf dem Buckel

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Also ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll....

1.) FRONTAL 21 .....ist normalerweise eine der Sendungen die ich umschalte sobald ich sie eingeschaltet habe. Reißerischer Müll auf dem Nivau "Sensation um jeden Preis" und wenn er noch so billig ist.

2.) Wenn "Frontal" schon über legale Waffenkäufe im Ausland berichtet, sollen sie gefälligst auch erwähnen, dass die Personalien im Ausland aufgenommen und nach Deutschland weitergereicht werden. Zumindest wenn´s nach Vorschrift läuft...

Nicht umsonst sprechen sie von 10000 Ermittlungsverfahren. Journalistische Halbwahrheiten..............

3.) Jeder der jetzt nach solchen Berichten schreit wie leicht es doch wäre eine illegale Waffe zu besorgen, soll es doch bitte mal selbst probieren!

Viel geschreie, aber die wenigsten deutschen Normalbürger hätten dafür die Kontakte, sind wir doch mal ehrlich.

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..Journalistische Halbwahrheiten......

auch durch weglassen von infos kann man ein bericht

in anderem licht erscheinen lassen... war übrigens auch

die gleiche masche wie beim michael moore...

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