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Checkliste für Schießsporteinsteiger


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:shoot: Einführung:

Gerade für den Schießsporteinsteiger stellen sich in der ersten Zeit

zahlreiche Fragen, die wir mit den folgenden Abschnitten versuchen

wollen zu beantworten.

Hierzu zählt in erster Linie die Auswahl des richtigen Vereins, die

Anschaffung sinnvollen Zubehörs, sowie die Auswahl der richtigen

Sportwaffe.

Als Schießsporteinsteiger werden Sie mit vielen Informationen in der

Anfangszeit überhäuft. Neben den Vereinsregeln, den Regeln im Umgang

mit Sportwaffen und den Verhaltensregeln während des Schießbetriebes

werden Sie immer wieder auf das Waffengesetz stoßen.

Im Vorfeld sollten Sie sich darüber im klaren sein, dass der Schießsport

ein nicht gerade preiswerter Sport ist. Abgesehen von einigen Ausnahmen

kann dieses Hobby in den ersten Monaten ohne weiteres 500-1000 € kosten.

:shoot: Auswahl eines Vereins:

Jeder Verein hat seine Besonderheiten, Eigenheiten und seine Angebote

gegenüber den Mitgliedern. Oftmals erfahren Schießsporteinssteiger von

Bekannten oder Freunden über existierende Schützenvereine.

Berichte in Tageszeitungen und Fachzeitungen bieten ebenfalls die

Möglichkeit Kontakt zu den jeweiligen Vereinen aufzunehmen.

Legen Sie Ihre persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen an den Verein

fest und erkundigen Sie sich, welche Vereine in der Nähe Ihres Wohnortes

liegen.

Grundlegend lassen sich Schützenvereine unterscheiden:

a.)

Traditionelle Schützenvereine, bei denen Brauchtum, Tradition,

Geselligkeit einen sehr hohen Stellenwert haben.

b.)

Sportschützenvereine, bei denen die sportlichen Leistungen im

Vordergrund stehen.

c.)

Vereine, die die traditionellen und die sportlichen Aspekte unter

einem Dach vereinen.

Sobald Sie hier eine erste Vorauswahl getroffen haben, geht es an die

Kontaktaufnahme.

Ob Sie die Vereine anschreiben, anrufen oder einfach ein Fax oder ggf.

eine E-Mail senden bleibt Ihrem persönlichen Geschmack überlassen.

Vorab sollten Sie folgende Fragen versuchen zu klären:

a.)

Nimmt der Verein überhaupt noch Mitglieder auf?

Nicht jeder Verein möchte weitere Mitglieder aufnehmen.

b.)

Um welche Rechtsform handelt es sich bei dem Verein?

Ist der Verein ein eingetragener Verein (e.V.) oder handelt es sich

um einen Zusammenschluss mehrerer Schützen (ohne e.V.) Nur ein

eingetragener Verein bietet eine gewisse Rechtssicherheit aufgrund

der Vereinssatzung und des Vereinsrechtes.

c.)

Ist der Verein zu den angebotenen Trainingszeiten für Sie leicht zu

erreichen? Hat der Verein feste Trainingszeiten in seinem Angebot

oder können sich diese durchaus innerhalb eines Jahres ändern

(Zeiten / Tage)?

Bedenken Sie, dass bei eventuellen Änderungen der Trainingszeiten,

eine Teilnahme für Sie aus zeitlichen Gründen nicht mehr in Frage

kommen kann.

d.)

Welche Trainingsmöglichkeiten werden angeboten z.B. Waffenarten,

Distanzen, Disziplinen?

Je vielfältiger das Angebot ausfällt, desto mehr Entfaltungsmöglichkeiten

haben Sie auch zukünftig in diesem Verein. Haben Sie bisher Interesse

an einer Waffenart, so kann sich dies im laufe der Zeit ändern.

e.)

Kann der Verein Ihnen in den ersten Monaten Waffen für das Training zur

Verfügung stellen? Nicht alle Sportwaffen können Sie sofort bei Eintritt

in einen Verein erwerben.

Aber auch Sportwaffen, die Sie sofort erwerben können, sollten Sie zunächst

testen und feststellen, ob diese Ihren Bedürfnissen entspricht. Je mehr

Möglichkeiten Ihnen ein Verein in dieser Hinsicht bieten kann, desto

sicherer sind Sie später beim Kauf Ihrer ersten Sportwaffe.

f.)

Können Sie zunächst den Verein als Gast besuchen?

Nur als Gast bzw. Gastschütze können Sie den Verein und deren Mitglieder

kennen lernen, ohne einen langfristigen Mitgliedsvertrag zu unterschreiben.

Bitte bedenken Sie, dass auch eine Vereinsgemeinschaft Sie selbst etwas

näher kennen lernen möchte, bevor Sie in den Verein aufgenommen werden.

Lassen Sie sich nicht zu einer schnellen Aufnahme in einen Verein hinreißen.

Aussagen wie: "Es sind nur noch ein oder zwei Plätze frei und wir haben

mehrere Bewerber" sind kritisch zu beurteilen.

g.)

Wie gestaltet sich der Vereinsbeitrag?

In der Regel wird eine einmalige Aufnahmegebühr sowie ein fester

Jahresbeitrag verlangt. Die Höhe dieser Beiträge sollte festgeschrieben sein.

Je nach Angebot eines Vereins können Jahresbeiträge zwischen 100,-- und

500,-- € anfallen. Höhere Jahresbeiträge sollten Sie sehr kritisch prüfen.

Auch eine Aufnahmegebühr zur Stärkung der Vereinskasse kann akzeptiert

werden.

Auch hier gilt, überhöhte Forderungen sollten Sie stets sehr genau prüfen.

h.)

Welche Leistungen seitens des Vereins ist in den Beiträgen enthalten?

- Beiträge für Verbände

- Versicherungsbeiträge

- Nutzung der Sportwaffen, die dem Verein zur Verfügung stehen

- Sonstige Angebote (z.B. kostenlose Vereinszeitung)

i.)

Werden Tätigkeiten für den Verein von Ihnen verlangt?

Es ist üblich, dass allgemeine Arbeiten, wie z.B. Reinigung der Standanlage

oder Reparaturarbeiten von den Mitgliedern eines Vereins durchgeführt werden.

Zahlreiche Vereine verlangen eine gewisse Anzahl von Arbeitsstunden, die

jährlich von jedem Mitglied abzuleisten sind.

j.)

Welche Kündigungszeiten müssen Sie einhalten?

4-12 Wochen zum Jahresende sind durchaus üblich.

k.)

Werden Sie in dem Verein von einem Trainer in der ersten Zeit betreut?

Gerade in den ersten Tagen und Wochen kann ein Schießsporteinsteiger sich

zahlreiche Fehler aneignen, die später nur schwer abgelegt werden können.

Die Betreuung durch einen Trainer ist daher äußerst sinnvoll. In vielen

Vereinen wird diese Aufgabe auch von erfahrenen Schützen übernommen.

l.)

Welche Regelung besteht in dem Verein hinsichtlich erlaubnispflichtiger

Sportwaffen? Neben den Auflagen durch das Waffengesetz, existieren in

Vereinen zahlreiche Regelungen, die über diese Auflagen darüber hinaus

gehen. Informieren Sie sich gegebenenfalls genau über diese Auflagen.

m.)

Besteht die Möglichkeit über den Verein eine Befürwortung für eine

erlaubnispflichtige Sportwaffe zu bekommen? Nicht jeder Verein hat die

Möglichkeit Befürwortungen auszustellen. Verfügt der Verein nicht über

eine entsprechende Standmöglichkeit, so müssen Sie sich ggf. selbst um

diese Trainingsmöglichkeit kümmern (Kostenfaktor)

n.)

Welche Ausbildungsmöglichkeiten werden angeboten?

Eine Ausbildung in Waffensachkunde sollte auf jeden Fall dazugehören.

Weitere Ausbildungen werden meist über externe Veranstalter vermittelt.

:shoot: Kosten:

Neben den Kosten für den Vereinsbeitrag und ggf. für die Ausbildung

kommen auf den Schießsporteinsteiger einige Kosten hinsichtlich des

Zubehörs zu.

Wie in jedem Hobby und bei jeder Sportart wird auf dem Markt eine

überwältigende Vielfalt von Produkten angeboten. Je nach Sportwaffenart,

für die Sie sich entschieden haben,wird spezielle Ausrüstung im Fachhandel

angeboten. Daher hier nur ein Beispiel für einen Sportschützen, der sich

für den Bereich Kurzwaffe im Kaliber .45 ACP eine Ausrüstung anschafft.

Die Angegebenen Werte sind Durchschnittswerte und sollen nur einen ersten

Überblick geben.

a.)

Aufnahmebeitrag

200,-- €b.)Jahresbeitrag

120,-- €c.)Ausbildung in Waffensachkunde inkl. Fachbuch

125,-- €d.)Trainingsmunition (24 Trainingstage a´ 50 Schuß)

250,-- €e.)Gehörschutz

25,-- €f.)Schutzbrille

25,-- €g.)Transportbehälter

25,-- €h.)kleiner Wandtresor zur Aufbewahrung der Sportwaffe

75,-- €i.)Waffenbesitzkarte

65,-- €j.)Sportwaffe / Standard

250,-- €k.)Reinigungsmaterial/Gerät

25,-- €l.)Scheibenbeobachtungsglas (einfaches Fernglas)

40,-- €m.)Weiteres Zubehör wie z.B. 2 Ersatzmagazine

Bereits in den ersten Monaten müssen Sie mit Ausgaben von über 1 TD€ rechnen.

Je nach Qualität der Ausrüstung und Exklusivität der Sportwaffe können auch

weit höhere Werte erzielt werden.Vergleichen Sie auf jeden Fall die Angebote

verschiedener Händler und Vereine. Nicht selten lassen sich ein paar

Scheine sparen.

:shoot: Auswahl der ersten Sportwaffe

Besonders bei erlaubnispflichtigen Sportwaffen ist die richtige Auswahl von

besonderer Bedeutung. Schließlich muss für diese Sportwaffe ein Antrag bei

der zuständigen Behörde gestellt werden und die kostenpflichtige Genehmigung

legt bereits Waffenart und Kaliber fest.

Sie beantragen z.B. einen Sportrevolver im Kaliber .357 Magnum. In der Ihnen

ausgestellten Erwerbsberechtigung (Waffenbesitzkarte / WBK) sind diese Daten

dann festgelegt.

Sie können jetzt lediglich noch den Hersteller und die Ausstattungsmerkmale

der Sportwaffe beim Kauf beeinflussen. Stellen Sie später fest, dass die

eingetragene Sportwaffe doch nicht Ihren Vorstellungen entspricht, so sind

weitere Wege zur Behörde fällig, die mit weiteren Gebühren verbunden sind.

Nutzen Sie in den ersten Monaten im Verein jede Chance, verschieden

Waffenarten kennen zu lernen. Versuchen Sie für sich selbst herauszufinden,

welche Waffenart Ihnen zusagt. Trainieren Sie mit verschiedenen Kalibern und

erkundigen Sie sich nach den Erfahrungen der einzelnen Besitzer.

Ein Exot unter den Sportwaffen bietet sicherlich einige Kaufreize. Bedenken

Sie jedoch auch die Folgekosten z.B. für die Munition oder für das Zubehör.

Sobald Sie sich für eine Waffenart und ein entsprechendes Kaliber entschieden

haben, versuchen Sie schwerpunktmäßig mit verschiedenen Herstellern dieser

Bauart zu trainieren. Auch hier sollten Sie von den Erfahrungen der Mitglieder

profitieren.

Heiße Diskussionen, z.B. über die Vorzüge der Pistole oder der eines Revolvers,

sollten Sie interessiert verfolgen. Beide Techniken haben ihre Vor- und Nachteile.

Ähnlich sieht es bei Luftdruck- und Vorderladerwaffen aus. Die Entscheidung für

welches System Sie sich entscheiden kann Ihnen niemand abnehmen.

Haben Sie sich für eine Waffenart entschieden, sollten Sie Ihr Augenmerk auf

die Feinheiten legen.

Nahezu jede Sportwaffe lässt sich individuell überarbeiten oder ausstatten.

Die Ausstattungsmerkmale sollten sich nach den von Ihnen geschossenen Disziplinen

richten.

Es macht wenig Sinn, eine Sportwaffe mit Leuchtpunktvisierung anzuschaffen,

wenn die von Ihnen geschossenen Disziplinen diese Möglichkeiten nicht vorsehen.

Zahlreiche Ausstattungsmerkmale sind eher für die Optik bestimmt als für den

funktionellen Einsatz.

Für z.B. Griffschalen in einem edlen Design sind meist hohe Geldbeträge fällig.

Einfache rutschfeste Gummigriffschalen sind dagegen schon für 25 € zu haben.

Leider verfallen sehr viele Schießsporteinsteiger der Meinung, dass die Optik

und der Preis einer Sportwaffe ein Indiz für Treffsicherheit und Funktion ist.

Das dies nicht der Fall ist, werden Ihnen in Ihrem Verein viele Schützen bestätigen

können.

Haben Sie die Erwerbserlaubnis in der Tasche oder sich für eine frei erwerbbare

Waffe entschieden, so sollten Sie mit einem erfahrenen Schützen den Weg zum

Händler antreten. Kann der Händler Ihnen nicht die gewünschte Waffe mit der

entsprechenden Ausstattung anbieten, sollten Sie weitere Angebote einholen.

Leider sind auch unter den Händlern schwarze Schafe, die lieber versuchen einen

Ladenhüter zu verkaufen als einen Schießsporteinsteiger vernünftig zu beraten.

Bevor die Sportwaffe in Ihrer WBK eingetragen wird oder der der Kaufvertrag

rechtsgültig wird, bestehen Sie auf ein Probeschießen mit der neuen Waffe unter

Verwendung verschiedener Munitionshersteller. Erst hier stellen sich Funktions-

störungen heraus, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Beigefügte

Einschießbilder sollten nicht zu einem vorschnellen Kauf führen.

Entnimmen aus www.mek-schuetzen.de

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