Jump to content

Ostereierschießen: Nichts für Waffennarren


Jägermeister
 Share

Recommended Posts

Mit dem Ostereierschießen wollen Schützenvereine Neugier und die Begeisterung für den Schießsport wecken. Waffennarren sind jedoch nicht willkommen.

14701680,10187556,lowRes,fr_71-33820838.JPG.jpg Inge Ruth legt unter kundiger Anleitung von Erwin Janz das Luftgewehr an.

Foto: Monika Müller

14701680,10187558,highRes,maxh,480,maxw,480,fr_71-33820838.JPG.jpg Inge Ruth legt unter kundiger Anleitung von Erwin Janz das Luftgewehr an.

Foto: Monika Müller

Ein kleines bisschen aufgeregt sei sie vor ihrem ersten Schuss schon gewesen, gestand Jacqueline Golz. Beim Ostereierschießen der Wiesbadener Schützengesellschaft hat die Kostheimerin am Samstag zum ersten Mal in ihrem Leben zur Waffe gegriffen. Und auch wenn es „nur“ ein Luftgewehr war, war es für sie dennoch ein besonderes Erlebnis. „Da steckt schon eine ganz schöne Kraft dahinter“, meinte die junge Frau.

Mit dem jährlichen Ostereierschießen wollen die Mitglieder der Schützengesellschaft bei Menschen wie Jacqueline Golz die Neugier und die Begeisterung für das Schießen wecken. Begeisterung für das Schießen bedeutet für den Jugendtrainer des Vereins, Erwin Janz, in erster Linie Begeisterung für einen Sport. Denn ein Sport, noch dazu ein recht anspruchsvoller, sei das Schießen mit der Waffe im Verein. „Waffennarren, die sich ein Gewehr zulegen wollen, um damit herumzuballern, gehen nicht in einen Schützenverein und wären bei uns auch nicht willkommen“, sagte Janz.

Denn jedes neue Mitglied werde in der Schützengesellschaft genau angeschaut. Und wer dort schießen möchte, muss ein Führungszeugnis vorlegen und alle gesetzlichen Bestimmungen und Beschränkungen befolgen. Dass die deutschen Waffengesetze streng sind, findet Janz richtig. Noch mehr Reglementierungen oder gar ein totales Waffenverbot lehnt er aber ab. Das würde nicht nur das Aus für sein Hobby bedeuten, sondern auch die Vereinslandschaft ärmer machen. Denn viele Schützenvereine haben eine lange Tradition − die Wiesbadener Schützengesellschaft feiert im nächsten Jahr ihren hundertsten Geburtstag. Vor allem Kinder und Jugendliche möchte Janz als Mitglieder gewinnen. Die könnten durch den vorsichtigen Umgang mit Waffen Verantwortung erlernen. Und erfahren, dass man auch etwas dafür tun muss, um ein guter Schütze zu werden.

Bogenschießen ist beliebt

„Man braucht Konzentration und vor allem Ausdauer“, betont Janz. Letztere könne bei der Schützengesellschaft mit Krafttraining, Laufen oder Fußball trainiert werden. Vor allem bei den jüngeren Mitgliedern sei derzeit das Bogenschießen beliebt, das im Verein ebenfalls angeboten wird. „Bei den Bogenschützen bekommen wir zwei bis drei neue Mitglieder pro Quartal“, freut sich Janz. Beim Ostereierschießen am Samstag wurde natürlich nicht auf Eier, sondern auf Zielscheiben aus Pappe geschossen. Seinen Namen trägt das Jedermannschießen dennoch zu Recht, denn als Belohnung für Treffer gab es je nach Punktzahl bunt bemalte Ostereier. Ebenso zufrieden mit der Veranstaltung wie die Verantwortlichen der Schützengesellschaft war auch der Vorsitzende des Schützenvereins Burgfalken mit dem Osterschießen seines Vereins. Allerdings müssen die Burgfalken ihr Jedermannschießen ab dem kommenden Jahr auf einen anderen Termin legen.

Seit Jahrzehnten findet das Schießen am Karfreitag statt, bisher gab es dafür eine Ausnahmegenehmigung vom Ordnungsamt. Weil es die für den stillen Feiertag künftig aber nicht mehr geben wird, soll ab 2013 voraussichtlich am Karsamstag geschossen werden.

http://www.fr-online.de/wiesbaden/nichts-fuer-waffennarren,1472860,14701678.html

Link to comment
Share on other sites

Ich habe beim Lesen auch ein Wechselbad der Gefühle erlebt.

Positiv: Es wird neutral berichtet. Und die SG scheint ja einiges an Öffentlichkeitsarbeit zu machen und damit auch Erfolg zu haben.

Negativ: Nur die Bogenschützen-Neumitglieder werden genannt - wieviele Feuerwaffen-Schützen bekommt der Verein so als Zugang?

Negativ ebenfalls die dem Jugendwart in den mund gelegten Worte wie "Waffennrren" und "Dass die deutschen Waffengesetze streng sind, findet Janz richtig."

Und, ehrlich gesagt, ich dachte, die schießen auf Ostereier...

Link to comment
Share on other sites

Gibt es dafür eine Sportordnung? :rofl2:

Lies mal den entsprechenden Paragraphen im WaffG/AWaffV ganz genau:

Solange die Waffe nicht vom Schießsport ausgeschlossen ist, muß man nicht nach einer Sportordnung schießen.

WaffG §12 (4) Einer Erlaubnis zum Schießen mit einer Schusswaffe bedarf nicht, wer auf einer Schießstätte (§ 27) schießt.

AWaffV §5 (4) Für das sportliche Schießen im Training und im Einzelfall für Schießsportveranstaltungen können Schießsportordnungen Abweichungen von den in ihr festgelegten Schießdisziplinen zulassen.

Und jetzt der Hammer:

AWaffV § 9 Zulässige Schießübungen auf Schießstätten

(1) Auf einer Schießstätte ist unter Beachtung des Verbots des kampfmäßigen Schießens (§ 27 Abs. 7 Satz 1 des Waffengesetzes) das Schießen mit Schusswaffen und Munition auf der Grundlage der für die Schießstätte erteilten Erlaubnis (§ 27 Abs. 1 Satz 1 des Waffengesetzes) nur zulässig, wenn

1. die Person, die zu schießen beabsichtigt, die Berechtigung zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen

nachweisen kann und das Schießen mit Schusswaffen dieser Art innerhalb des der Berechtigung zugrunde liegenden Bedürfnisses erfolgt,

2. geschossen wird

a) auf der Grundlage einer genehmigten Schießsportordnung,

B) im Rahmen von Lehrgängen oder Schießübungen in der Verteidigung mit Schusswaffen (§ 22),

c) zur Erlangung der Sachkunde (§ 1 Abs. 1 Nr. 3) oder

d) in der jagdlichen Ausbildung, oder

3. es sich nicht um Schusswaffen und Munition nach § 6 Abs. 1 handelt.

In den Fällen des Satzes 1 Nr. 1, Nr. 2 Buchstabe c und Nr. 3 gilt § 7 Abs. 1 und 3 entsprechend; beim Schießen nach Satz 1 Nr. 2 Buchstabe a bleibt § 7 unberührt. Der Betreiber der Schießstätte hat die Einhaltung der Voraussetzungen nach den Sätzen 1 und 2 zu überwachen.

Anmerkung:

§6 Abs. 1 definiert die vom Schießsport ausgeschlossenen Waffen.

Link to comment
Share on other sites

Meiner Meinung nach sollten Schützen Wörter wie Waffenarren aus Ihrem Wortschatz streichen.

....aber per Dringlichkeitsstufe 1 sollten sie das!!! :evil:

"Wie machen wir uns das Leben gegenseitig schwer". würde dazu gut passen!

Schlussendlich pinkeln sie sich doch selbst an's Bein!! Bei uns in der Schweiz jedenfalls, würde das so nicht "gesagt" werden! Da sind sich die Vereine einig! :cool:

Link to comment
Share on other sites

Positiv: Es wird neutral berichtet. Und die SG scheint ja einiges an Öffentlichkeitsarbeit zu machen und damit auch Erfolg zu haben.

Negativ: Nur die Bogenschützen-Neumitglieder werden genannt - wieviele Feuerwaffen-Schützen bekommt der Verein so als Zugang?

Negativ ebenfalls die dem Jugendwart in den mund gelegten Worte wie "Waffennrren" und "Dass die deutschen Waffengesetze streng sind, findet Janz richtig."

Howdy Freunde,

ist mein Verein. Bin kein Fuinktionär, aber loyal. Deshalb kann ich auch was dazu sagen.

Unsere Öffentlichkeitsarbeit lässt sicher einiges zu Wünschen übrig, aber wir sind stets bemüht.

Tatsächlich haben den größten Zulauf in der Bogenabteilung, vor allem Jugendliche kommen da rein. Das liegt einerseits an unserem Ferientag, den wir seit Jahren machen und begeisterte Jugendliche ans Bogenschießen, Pfeile bauen usw. heranführen und zum anderen an den idealen und idyllischen Trainingsbedingungen. Die Hoffnung ist, dass die jungen Bogenschützen sich auch für Schießsport mit der Schusswaffe interessieren. Dafür bieten wir LP und LG-Training im Winter an, wenn's fürs Bogenschießen zu ungemütlich ist.

Ansonsten ist der Zulauf der Feuerwaffen-Schützen nicht so doll, obwohl auch hier der Verein ideale Möglichkeiten bietet.

Ob Erwin tatsächlich "Waffennarren" gesagt hat, weiß ich nicht. Was er gesagt und was hinterher gedruckt wird, sind ja immer zwei verschiedene Dinge. Aber ich denke, die Aussage ist für den Leser nachvollziehbar, wenn auch in unserem Sinne nicht "political correct".

Und was Erwin von den Waffengestzen hält ist seine private Meinung, wenn er sie denn so geäußert hat. Er ist kein Pressesprecher, der vorbereitet in ein Interview geht, sondern ein ganz normaler Schütze, der auch entsprechend Herzklopfen hat, wenn die Presse Fragen stellt.

Seien wir froh, dass die Berichterstattung so positiv ausgefallen ist. Wir kennen ja alle reichlich Beispiele, bei denen das anders gelaufen ist.

Lederstrumpf

Link to comment
Share on other sites

Ich denke auch, daß ihm das Wort Waffennarr durchaus in den Mund gelegt worden sein könnte. Wenn nicht, so sollte man diesen Hinweis dem Kollegen fürs nächste Mal mitgeben.

Darum ging es mir beim Einstellen des Freds aber nicht, sondern darum, eine solche Möglichkeit für die Öffentlichkeitsarbeit aufzuzeigen. Und das ist einfach TOP, wenn Leute, die noch nie geschossen haben, daran Spaß finden! :!:

Link to comment
Share on other sites

Nun ja, wenn man auch mit einer Waffe gegen einen Kommunistischen "Bürgermeister" antritt, brauchen wir uns über derlei Reaktionen nicht zu wundern.:gulp::gulp::gulp:

Link to comment
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now
 Share

×
×
  • Create New...

Important Information

Imprint and Terms of Use (in german)